Kandidatencheck

Felix Fischer (FDP) im Wahlkreis 283 Emmendingen-Lahr

Felix Fischer hat sich die Erneuerung auf die Fahnen geschrieben. Er will den raschen Ausbau leistungsfähiger Internetanschlüsse, ein Europa, das mit einer Stimme spricht, den Abbau der Bürokratie. Der studierte Jurist zeigt sich hochmotiviert, jetzt eine Politikzeit einzuschieben. Als Berufspolitiker sieht er sich aber nicht.

von Bastian Bernhardt
am Mo, 11. September 2017

"Was ich im Sinn habe..."

"Es braucht eine ideologiefreiere Politik. Dazu gehört es in der Bildungspolitik, zu erkennen, dass Kinder eben nicht alle gleich sind und daher auch nicht nur eine Schulform besuchen sollten. Auch ich setze mich für den Ausbau der erneuerbaren Energien ein. Im windärmsten Bundesland Baden-Württemberg massiv auf den Ausbau der Windkraft anstatt auf andere, regional ertragreichere Erneuerbare zu setzen, geht aber an den Bedürfnissen der Menschen vorbei."  

Autor: bz

"Was ich anpacken will..."

"Zum einen will ich eine Digitalisierungsoffensive vorantreiben. Außerdem setze ich mich für eine Reform von Europa ein: Mehr EU wünsche ich mir bei den Themen Flüchtlingspolitik, Militär und Außenpolitik. Dagegen braucht es einen Bürokratieabbau auf europäischer Ebene. Die Verwaltung verschlingt in Unternehmen zunehmend die Wertschöpfung. Eine Verschlankung der EU-Kommission und eine Gewichtung der Stimmen nach Bevölkerungszahlen sind wichtig."  

Autor: bz

"Mein Herz schlägt für..."

"... Europa! Aber die EU braucht wichtige Reformen, um auch in der Bevölkerung wieder einen besseren Stand zu bekommen. Eine Aufwertung wäre es schon, wenn Deutschland nicht nur stets seine ausgebrannten Politiker ins EU-Parlament senden würde. Vor 100 Jahren haben wir unsere Differenzen auf dem Schlachtfeld ausgetragen, heute tun wir das am Verhandlungstisch. Allein deshalb lohnt es sich schon, für Europa zu kämpfen."  

Autor: bz

"An die Nieren geht mir..."

"... die Entwicklung in der Welt. Wenn wir uns die Wahlen in Ländern wie der Türkei oder den USA anschauen, wenn wir die Lage in Nordkorea, in Russland oder Syrien sehen, macht mich das nachdenklich. Die EU muss hier mehr mit einer Stimme sprechen. Deshalb befürworte ich einen EU-Außenminister, der auch Befugnisse hat. Ich bin dafür, auch die Spinner dieser Welt zuerst anzuhören und nicht den Kontakt abzubrechen. Wir müssen im Dialog bleiben."  

Autor: bz

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Digitalisierung im ländlichen Raum. Es braucht angemessene Datenleitungen, die den Leuten auch neue Erwerbsmöglichkeiten geben.
Der sechsspurige Ausbau der A5 ist für die Region und für Europa immens wichtig. Wir brauchen den Ausbau – und zwar schneller und ambitionierter.
» Die Menschen in den Seitentälern des Schwarzwalds leisten gelebten Naturschutz. Sie gehören entlastet.

... für die Bundespolitik

Wir brauchen keine 16 Bildungssysteme in Deutschland und den jeweils daran hängenden Apparat.
» Es braucht ein Einwanderungsgesetz.

Der Bund soll bei der Telekom Einfluss auf den Netzausbau nehmen – oder seine Anteile verkaufen und den Ertrag den Kommunen zur Verfügung stellen.  

Autor: bz

"Beweglichkeit in der Politik..."

"... ist in Zeiten, in denen es immer mehr Akteure gibt, wichtiger denn je. Wenn es keine absoluten Mehrheiten gibt, ist ein Parteiprogramm nicht eins zu eins umsetzbar. Aber man sollte auch in Koalitionen nicht an seinen Kernüberzeugungen rütteln lassen. Es gibt Themenfelder, bei der FDP etwa in der Bildungspolitik, wo unsere Handschrift erkennbar sein muss. Sonst geht Standhaftigkeit vor Dienstwägen."  

Autor: bz

"Mein weiterer Weg führt mich..."

"Derzeit erlebe ich das spannendste Jahr meines Lebens. Wenn es klappt mit einem Mandat, wäre das schön. Ich habe jedenfalls die Power und die Motivation dazu. Berufspolitiker will ich aber nicht werden. Wenn es nicht klappt, sehe ich mich als Jurist. Meine Maschinenbaufirma will ich in jedem Fall behalten. Das erdet und bringt einen näher an die Themen der Praxis."  

Autor: bz

ZUR PERSON: Felix Fischer


Der 26-Jährige wurde in Emmendingen geboren und wuchs in Teningen und seinen Ortsteilen auf. Nach der Realschule machte Fischer das Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium. Parallel baute er eine Firma auf, die Geräte zur Pflege von Sportrasenplätzen entwickelt und vertreibt.

Geboren: 10. Mai 1991 in Emmendingen
Wohnort: Teningen
Beruf: Jurist und Geschäftsführer

Karriere: Kreisvorsitzender FDP, Mitglied im FDP-Landesvorstand
Ausbildung: Jura-Studium in Konstanz

Parteimitglied: seit 2008

https://www.felix-fischer-2017.de  

Autor: bz

NACHGEHAKT: Info

Junger Bildungsaufsteiger mit Unternehmererfahrung

Felix Fischer ist einer jener Kandidaten, die viele im Bundestag chronisch unterrepräsentiert sehen: 26 Jahre jung, nach der Realschule noch das Abitur aufgesattelt, Jurastudium, Firmengründung. Ein junger Mann aus der Praxis also, der die Leiden des Mittelstands kennt. Am Wahlstand in Lahr im strömenden Regen zeigt er sich außerdem wind- und wetterfest, Berührungsängste mit dem Wahlvolk scheint er nicht zu kennen. Fischer ist stets freundlich, offen und kann zuhören.

2008, als Teenager, trat er der FDP bei. Schnell durchlief er die parteiinterne Karriereleiter, wurde Landes- und Bundesparteitagsdelegierter, Mitglied im Landesvorstand, stellvertretender Bezirksvorsitzender, Kreisvorsitzender. Ämterhäufung? Da muss Fischer selbst lachen. "Wir sind eine kleine Partei, da muss man schon auch einmal in die Bresche springen, wenn Posten zu besetzen sind." Bei einer Konferenz der FDP-Mitglieder aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr in Herbolzheim wurde der Bottinger mit überwältigender Mehrheit gewählt. Auf einen guten Listenplatz musste er für die Bundestagswahl aber verzichten. Nun kämpft Felix Fischer mit geringen Chancen für ein Mandat im Wahlkreis Emmendingen/Lahr und um ein gutes Ergebnis seiner Partei am 24. September.

Die Schwerpunkte seines Wahlprogramms sieht Fischer in der Bildungs- und Rentenpolitik. Voraus ging ein klares Bekenntnis zu einem handlungsfähigen Europa, das sich als Freiheitsordnung und nicht als Superbehörde gegen aktuelle Herausforderungen eines neuen Nationalismus stellen müsse. Sein Lieblingsthema sei die Innenpolitik.

Mancher mag sich gewundert haben, wie Felix Fischers gemeinsames Porträtfoto mit FDP-Chef Christian Lindner auf manchem Wahlplakat so realistisch zusammenmontiert werden konnte. Aber das Foto ist echt. "Ich bin der einzige Direktkandidat in Deutschland, der ein gemeinsames Großflächenplakat mit dem Spitzenkandidaten hat." Christian Lindner und er kennen sich schon einige Jahre. Lindner wollte ihn auch so im Wahlkampf unterstützen.

Felix Fischer ist ledig und hat keine Kinder. Er sagt, seine Familie sei ihm sehr wichtig. Freizeitbeschäftigungen gibt es mangels Freizeit derzeit nicht viele. Als der Wahlkampf noch dahindümpelte, ging er joggen, bis vergangenes Jahr spielte er auch Tennis.  

Autor: bnh

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