Förderer, Albert

Förderer, Albert

Geboren am 3.3.1828 in Rastatt, gestorben am 23.1.1889 in Lahr. Landtagsabgeordneter und katholischer Dekan in Lahr. Förderer besuchte nach der Volksschule das Lyceum in Rastatt und wurde noch im letzten Schuljahr Beobachter der Revolution 1848/49 in Rastatt. 1881 veröffentlichte er seine "Erinnerungen an Rastatt 1849" (Lahr 1881), ein noch heute vielgenutzter Augenzeugenbericht zu den Ereignissen in der Festung in der Schlussphase der Revolution. Im Herbst 1849 schrieb er sich an der Universität Freiburg zum Studium der katholischen Theologie ein, seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer verdienend. Am 10.8.1853 wurde er zum Priester geweiht und trat seine erste Vikarstelle in Waibstadt an. Im Mai 1854 Versetzung als Vikar nach Achern, im Juli 1855 Antritt als Pfarrverweser an der Peter-und-Paul-Kirche in Lahr, wo er am 15. Juni 1862 Pfarrer wurde. 1868 Gründer und Redakteur des "Anzeigers für Stadt und Land" sowie – für das Jahr 1879 – des Kalenders "Der Vetter vom Rhein". In den 1860er Jahren gehörte Albert Förderer zu den Gründungsmitgliedern der Katholischen Volkspartei in Baden (1869) und wurde 1871 bis 1887 im Wahlbezirk Gengenbach-Haslach in den badischen Landtag gewählt. 1874 Wahl zum Dekan des Landkapitels Lahr. Am 23.1.1889 wurde er im Pfarrhaus neben der Peter-und-Paul-Kirche durch den arbeitslosen und herumziehenden Buchbindergesellen Richard Ada erstochen. Die Motive für den Mord sind unklar, Antiklerikalismus und geistige Verwirrtheit spielten eine Rolle. Förderer gehörte zu den profiliertesten katholischen Politikern seiner Zeit in Baden und nahm im Kulturkampf der 1870er Jahre oftmals eine vermittelnde Stellung ein. 1968 wurde eine Straße in Lahr nach Albert Förderer benannt.

Alle bisher erschienenen Beiträge gibt es auch im Internet unter der Adresse http://www.badische-zeitung.de/lahr-lexikon
von tmi
am Sa, 24. August 2013


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