Schwarzwald

Frau bietet in Denzlingen Spaziergänge mit Schafen an

Eine Leine in der Hand, ein Tier, das daran zieht und seinen Willen durchsetzten möchte. Es ist aber kein Hund, sondern ein Schaf. In Denzlingen bietet Kathrin Kreth solche Touren an. Warum?

Als Tourführerin ist auch ihre elfjährige Tochter Ronja dabei. Aktuell besitzt Kreth 13 Schafe, die nahe der Bahnstrecke in Richtung Sexau untergebracht sind.

Seit drei Jahren besitzt Kreth Schafe. "Die ersten drei habe ich mir selbst zum Geburtstag geschenkt", berichtet sie. Aufgewachsen ist die ausgebildete Modedesignerin auf einem Hof. Der Bezug zu Tieren war damit schon früh hergestellt. In ihrem Hauptberuf arbeitet sie als Reitlehrerin in Glottertal. "An den Schafen habe ich einfach einen Narren gefressen", erklärt sie.

Kinder sind mit Schafen glücklich

Mit ihrem Hund wollte sie sich zur tiergestützten Therapeutin ausbilden lassen, sie bekam aber nie einen Platz in einem Kurs. Also entschied sie sich, auf Schafe umzusteigen, ohne Ausbildung. "Die Kinder sind auch mit den Schafen glücklich. Sogar noch glücklicher, weil sie es nicht kennen", weiß Kreth.

Angefangen hat es mit den Nachbarskindern. Über Mundpropaganda habe sich die Nachricht verbreitet, dass man in Denzlingen mit Schafen spazieren gehen könne. Mittlerweile zählen auch Kindergärten und Schulen zu den Kunden. Und wem für den Kindergeburtstag eine Hüpfburg zu langweilig ist, der ruft am besten bei Kathrin Kreth an: Sie bietet ihre Touren auch für Kindergeburtstage an. "Ich möchte den Kindern ermöglichen, Nutztiere außerhalb des Streichelzoos kennenzulernen", sagt Kreth.

Schafe mit eigenem Willen

Zwei mögliche Touren mit den Tieren gibt es. Die kürzere dauert eine Stunde, die lange Variante ungefähr zwei. Die Schafe lassen sich an der Leine führen. Auf den ersten Eindruck ist das wie, wenn man einen Hund ausführt. Allerdings setzen die Schafe mitunter noch stärker ihren eigenen Willen durch.

Mal machen sie geschlossen Rast, um an einem Baum zu schlecken. Ein anderes Mal verlassen sie den Weg und suchen Nahrung auf einer Wiese. Für die Schafe sei Training notwendig gewesen, damit sie sich an der Leine führen lassen. "Junge Tiere können schon mal bockig sein", gibt Kreth zu.

Noch nie ist etwas passiert

Das zeigt sich bei der Überquerung eines Bachs. Das eine Tier läuft freiwillig über die Brücke, das nächste muss eher gezogen werden, ein anderes wiederum wird kurzerhand von Kreths Tochter Ronja getragen. Die Elfjährige hat auch schon selbst Spaziergänge angeführt, mit Erwachsenen und Kindern. "Manchmal ist es ein wenig chaotisch", sagt sie, passiert sei aber noch nie etwas.

Ronjas Freundin Noa unterstützt sie häufig bei den Führungen. "Erst hatte ich ein wenig Angst, aber das hat sich schnell gelegt", erinnert sich die Zehnjährige an ihre erste Begegnung mit den Schafen. Beim Spaziergang sind auch der achtjährige Robin und die sechsjährige Johanna dabei. Johannas Lieblingsschaf ist Tondar: "Auf ihm kann man reiten", erzählt sie.

Schafe haben kein Problem mit Hunden

Kurz vor dem Ende des Spaziergangs treffen die Schafe auf Hunde. "Oft denken Leute, dass wir große Hunde dabei haben", sagt Kreth. Erst aus der Nähe sehen dann die Leute, dass es Schafe sind. Die beiden Schäferhunde, die der Passant dabei hat, blicken eher skeptisch auf ihre trierischen Kollegen. Die Schafe hingegen hätten kein Problem mit Hunden. "Sie sind an Hunde gewöhnt und wollen sogar mit ihnen spielen", sagt Kreth.

Wieder zurück beim Gehege der Schafe, bekommen die Tiere ihre wohlverdiente Stärkung. Schafe sind Vegetarier. "Kinder kamen auch schon mit Wienerle und wunderten sich, warum die Schafe diese nicht aßen", erzählt Kreth. Zur Belohnung gibt es für die Schafe trockenes Brot.

Damit sollte man sie allerdings nicht so häufig füttern, da die Hefe im Brot nicht gut für den Magen der Tiere sei, weiß die Besitzerin. Die Kosten für Futter und die Pflege der Tiere seien nicht gering. Zum Beispiel benötigt Kathrin Kreth zum Schären eines Schafes ungefähr eine Stunde. Den hohen Aufwand zur Pflege der Schaf nehme sie in Kauf. Es gehe ihr auch nicht ums Geld verdienen, sagt sie.

Kontakt: Schafspaziergänge in Denzlingen mit Kathrin Kreth Tel. 0176-32379193 oder unter Wollknaeuele@gmail.com Infos gibt’s auch im Internet: http://www.wollknaeuel.org
von Jonas Hirt
am Di, 10. Januar 2017 um 13:57 Uhr


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