Pläne

Freiburg-Marathon soll demnächst aufgewertet werden

Es ist die größte Laufveranstaltung Südbadens – jetzt soll der Freiburg Marathon aufgewertet werden. 2014 und 2015 sollen dort die deutschen Meister im Halbmarathon gekürt werden.

Das gab Gernot Weigl, Geschäftsführer der Agentur Runabout und Organisator des Freiburg-Marathons, am Dienstagabend im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im BZ-Haus am Bertoldsbrunnen in Freiburg bekannt.

Damit scheint Weigl den leisen Unmut, den es in der südbadischen (Vereins)Laufszene seit Jahren gibt, verstummen lassen zu wollen. Markus Bohmann, ehemaliger Berg-, aber auch Marathonläufer, der nun beim Freiburg-Marathon als Sprecher fungiert, hat sein Ohr nah an den Spitzenläufern der Region. Er wünscht sich schon seit langem, "ein bisschen mehr Lauf und ein bisschen weniger Event". Und er sprach sich dafür aus, gute deutsche Nachwuchsläufer "mit moderatem Preisgeld, Benzin- und Übernachtungsgeld den Start in Freiburg schmackhaft zu machen". Man solle keine afrikanischen Läufer nach Freiburg holen, aber darauf achten, dass die Spitze auch wirklich Spitze sei.

Bernd Dallmann, Chef der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, griff Bohmanns Vorschlag auf. "Für eine gute Sache ist immer etwas Geld da", sagte er. Dallmann stellte Gespräche in Aussicht – und sagte: "Mit ein bisschen Phantasie müsste trotz des schmalen Etats, möglich sein, für ein paar Starter das Benzin- und Übernachtungsgeld zu übernehmen." Dallmann hob die große wirtschaftliche Bedeutung des Marathons mit seinen etwa 11 000 Läufern für die Region hervor. Bis zu drei Millionen Euro würden durch den Freiburg-Marathon bewegt – unter anderem über die Gastronomie und Hotellerie. Denn 80 Prozent der Läufer würden ein bis drei Gäste mitbringen. Dallmann: "Das Geld fließt in einen regionalen Kreislauf." Würden zum Beispiel Startgelder an ausländische Spitzenläufer bezahlt, "dann würde dieses Geld der Region unwiederbringlich entzogen." Gernot Weigl wandte ein, dass sein Konzept für den Freiburg-Marathon auf dem Breitensport fuße – und er gedenke, dies so beizubehalten. Bei einem Etat von 800.000 Euro, so Weigl, könne der Veranstalter nicht allen Wünschen nachkommen. Er rechnete vor, dass die Marathon-Veranstalter in Berlin und Frankfurt allein 800.000 beziehungsweise 500.000 Euro fürs Startgeld von Spitzenläufern aus Afrika zahlen würden. In Freiburg sei das aber nicht gewünscht. Würde er Start- und/oder Preisgeld bezahlen, hätte das die Diskussion zur Folge, warum der Veranstalter nicht mehr und hochwertigere Dinge in die Läufertüte stecken würde, die jeder Teilnehmer erhält.

Immerhin: Die Frage von Moderator und BZ-Redakteur Andreas Strepenick, ob der Freiburg-Marathon eine Erfolgsgeschichte sei, beantworteten sowohl die Diskutanten auf dem Podium als auch die Zuhörer klipp und klar mit einem "Ja". Winfried Stinn, Leichtathletik-Experte und fachkundiger BZ-Mitarbeiter, brachte es auf den Punkt: "Es gibt keine vergleichbare Laufveranstaltung in der Region. Ein Verein kann so etwas Großes nicht organisieren. Dass es den Marathon gibt, ist das Verdienst von Gernot Weigl." Allerdings gab auch Stinn zu bedenken, dass für ihn Informationen über die Topläufer und Favoriten wichtiger seien als Meldungen über die 42 Musikgruppen an der Strecke oder Prominente wie Ex-Boxer Luan Krasniqi sowie Schauspielerin und Sängerin Jeanette Biedermann. "Aber da gehöre ich vielleicht zu einer aussterbenden Gattung", sagte Stinn. Nun ja: Zumindest unter den Zuhörern war diese Gattung ziemlich präsent und sogar in der Überzahl.

Als Moderator Andreas Strepenick zum Schluss der Veranstaltung fragte, wann man sich wieder treffen wolle zu einer Podiumsdiskussion, antwortete Gernot Weigl flugs: "In fünf Jahren, zum 15. Freiburg-Marathon."

Mal schauen, ob dann der Lauf oder das Event im Vordergrund stehen wird.
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von Georg Gulde
am Do, 04. April 2013 um 12:22 Uhr

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