Kommentar

Freiburg vor dem Superstau: Stadtverwaltung fehlt der Drive

Es sind nur noch zwei Wochen bis zum Engpass. Die Freiburger Verkehrsplaner blicken dem Kollaps mit einer beneidenswerten Ruhe entgegen. Der Verwaltung wünschte man deswegen vor allem eines: etwas mehr Drive.

Beneidenswert die Ruhe, mit der die Verkehrsplaner im Rathaus dem Kollaps zu Ferienbeginn entgegen blicken. Während sich halb Freiburg Gedanken darüber macht, wie man als Autofahrer von Ost nach West durch die Stadt kommt, wenn wegen der Baustelle auf der Leo-Wohleb-Brücke nur eine Spur zur Verfügung steht, wirkt das Konzept der Verwaltung irgendwie defensiv. Es besteht aus Schildern, Verkehrsfunk und etwas mehr Tram und Bahn. Ob es etwas nutzen würde, die Basler Straße für einen überschaubaren Zeitraum auch für den Durchgangsverkehr zu öffnen, hat offenbar noch niemand richtig geprüft. Der gemeinderätliche Verkehrsausschuss war sich Mitte Juni einig, lieber die Autofahrer im Stau zu vergrämen als die Anwohner in der Wiehre. Hingegen kann sich der Chef im städtischen Tiefbauamt, Frank Uekermann, immerhin vorstellen, den südlichen Mini-Bypass testweise in der zweiten Stau-Woche zu öffnen. Funktionieren kann der natürlich nur, wenn die Polizei den Verkehr regelt und die Ampelschaltungen angepasst werden. Sonst blockieren Autos, die es nicht über die Kreuzung schaffen, den Querverkehr. Die Folgen wären weiträumig zu spüren. Es sind nur noch zwei Wochen bis zum Engpass. Der Verwaltung wünschte man bis dahin vor allem eines: etwas mehr Drive.
von Uwe Mauch
am So, 14. Juli 2013 um 10:06 Uhr

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