Friedhöfe

Friedhöfe

Entsprechend mittelalterlicher Begräbnissitte lag der ursprüngliche Lahrer Friedhof als "Kirchhof" in unmittelbarer Kirchnähe. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war dies die Burgheimer Kirche, danach die Stiftskirche als die neue Stadtkirche. Begräbnisse für Kleriker sowie adelige und führende bürgerliche Familien fanden auch in den Innenräumen beider Kirchen statt. Die Grabmäler und Epitaphien wurden vom 18. Jahrhundert an weitgehend aus den Kirchenräumen entfernt. Nachdem lange nur die Nordseite der Stiftskirche als Friedhof benutzt wurde (der heutige Denkmalshof), wurde er im Laufe des 19. Jahrhunderts weiträumig um die Kirche herum bis auf die Südseite erweitert. Aus Platzgründen und hygienischen Erwägungen heraus wurde der Friedhof 1906 geschlossen und im Laufe des 20. Jahrhunderts bis auf den Denkmalshof sowie den Alten Friedhof eingeebnet oder überbaut. Durch Knochenfunde lassen sich begründet als weitere Begräbnisstätten in Lahr ein Areal nördlich des (zweiten) Spitals (diesem sicher zugehörig) sowie eine Fläche südlich der Burgmauern im Bereich der Schäferei (heute Rathausplatz) vermuten. Hier wie auch an anderen heute nicht mehr bekannten Stellen der Gemarkung kam es nur in außergewöhnlichen Fällen zu Bestattungen (Kriegs- und Epidemiefälle, Spital- und Gutleuthausinsassen, Bestattungen in nichtgeweihter Erde bei Hingerichteten, Selbstmördern etc.). Seit 1906 finden die Bestattungen auf dem Bergfriedhof statt, von wenigen Ausnahmen in Familiengräbern auf dem Alten Friedhof abgesehen. Mit den Eingemeindungen von 1933 (Dinglingen) und 1972 kamen weitere Friedhöfe zu Lahr, die alle noch betrieben werden.

Bisher erschienene Beiträge finden Sie unter http://www.badische-zeitung.de/lahr-lexikon
von tmi
am Di, 18. Januar 2011


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