"Für mich gibt es nur zwei ernsthafte Bewerber"

BZ-UMFRAGE unter Lokalpolitikern zur Entscheidung der CDU, die Suche nach einem eigenen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl einzustellen.

RHEINFELDEN. Die CDU hat angekündigt, keinen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 22. April zu stellen. Was das für den Wahlkampf und die Abstimmung bedeuten könnte, fragte BZ-Redakteur Peter Gerigk am Montag Kommunalpolitiker der anderen Parteien. Der Tenor dieser Umfrage lautet: Eine Entscheidung im ersten Wahlgang ist wahrscheinlicher geworden.

Michael Lewerenz, SPD: Ich finde es für die CDU traurig, dass sie es nicht geschafft haben, das soll nicht negativ gemeint sein. Ich hätte mir aus demokratischen Gründen gewünscht, es wäre auch ein Kandidat von der CDU gekommen. Die Entscheidung wird im ersten Wahlgang fallen, einen zweiten wird es nicht geben. Es gibt ja auch nur zwei Bewerber, wobei ich Klaus Springer nicht dazuzähle. Ich weiß nicht, ob er schon die 50 Stimmen hat. Aber von ihm ist ja nichts mehr zu hören. Ich hoffe, die SPD profitiert davon, für uns ist die Ausgangslage besser geworden. Das heißt aber nicht, dass die Wahl schon gelaufen ist. Ich kann nicht einschätzen, wie die Stimmung für Frau Rösner ist. Es ist ein einschneidendes Ereignis für die CDU, die sich drauf einstellen muss, dass es keinen CDU-OB mehr geben wird. Ich gehe davon aus, dass die CDU die Wahl frei geben, sich also nicht für Frau Rösner aussprechen wird, da sie nicht dem Profil der CDU entspricht. So stelle ich mir das vor, ich weiß es aber nicht.

Gustav Fischer, SPD: Die Entscheidung der CDU-Findungskommission muss so hingenommen werden und bedarf keiner Kommentierung meinerseits. An sich wird die CDU-Fraktion, so weit ich mir ein Urteil bilden darf, ihre lokal orientierte Politik fortsetzen und auch in der Zukunft eine Rolle von Bedeutung übernehmen. Unabhängig des jeweiligen ersten Bürgers. Ihre personelle Besetzung ist für mich Garant dafür.

Margit Jüngerkes, SPD: Ich denke, wenn sich nicht noch ein Bewerber meldet, wird die Entscheidung im ersten Wahlgang fallen. Für mich gibt es nur zwei ernsthafte Bewerber. Ich unterstütze Klaus Eberhardt als sehr kompetenten Kandidaten. Das ist für mich der richtige Mann an der richtigen Stelle. Ich habe lieber acht Jahre jemanden, der zielstrebig ist, als 24 Jahre jemanden, der alle Nase lang andere Ansichten hat. Ob die CDU eine Wahlkampfempfehlung gibt, weiß ich nicht. Für mich läuft der Wahlkampf bisher ruhig und fair und wird von beiden klug geführt. Ich habe mich sehr gewundert über die vollmundigen Ankündigungen der Herren Renz und Oldenburg beim Neujahrsempfang der CDU und dann das Ganze sehr gelassen betrachtet, weil sie ihre vollmundigen Versprechen, einen Allrounder für mehrere Wahlperioden aufzustellen, nicht einhalten konnten.

Emil Franz, FW: Für mich ist das ein bisschen enttäuschend. Ob wir als Freie Wähler uns entscheiden, eine Wahlempfehlung zu geben oder nicht, das besprechen wir in der Fraktionssitzung am Dienstag nächster Woche.

Bernd Birlin, FW: Die Freien Wähler haben noch nicht entschieden, ob und wen sie bei der Wahl unterstützen werden. Ich denke, nach unserer Fraktionssitzung gibt es Klarheit.

Ellen Haubrichs, Grüne: Ich würde sagen, es gibt nun im Wesentlichen zwei Kandidaten. Herrn Springer messe ich keine großen Chancen zu, berücksichtigt man sein Abschneiden in Lörrach und Bad Säckingen. Es wäre aus demokratischer Sicht schön gewesen, wenn die Stimmbürger mehr Alternativen hätten. Ob die CDU nun Frau Rösner unterstützen oder gar keine Wahlempfehlung geben wird? Keine Ahnung. Herrn Eberhardt als SPD-Kandidaten werden sie nicht unterstützen. Die Stimmen werden nun nicht so gestreut werden, ohne politisch wirksam zu sein. Ich denke, beide sind ebenbürtig in den Wahlkampf gestartet und es wird spannend. Die Entscheidung erwarte ich eher im ersten Wahlgang, aber eine Prognose kann ich nicht abgeben. Beide wuchern mit schweren Pfunden. Ob wir Grünen eine Wahlempfehlung abgeben, das wird der Ortsverband Ende des Monats entscheiden.

von ger
am Di, 13. März 2012


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