Kommentar

Gartenschau-Streit in Lahr: Was, wenn die Justiz keinen Rat weiß?

Der Streit um das Lahrer Gartenschau-Gelände spitzt sich zu: Ein Eigentümer will seine Land nicht zur Verfügung stellen; nun prüft die Stadt Lahr rechtliche Schritte. Doch die Hürden sind hoch.

Die einen mögen in Werner Grafmüller einen Asterix sehen, der sich erfolgreich der Übermacht der römischen Legionäre – hier der Stadt Lahr – entgegenstellt. Die anderen sehen einen Sturkopf, der aus gekränkter Eitelkeit das Projekt Landesgartenschau torpedieren will. Eines ist Grafmüller auf jeden Fall: standhaft. Deshalb musste die Verwaltung nun auch einsehen und eingestehen, dass sie mit Verhandlungen die Kuh nicht vom Eis bekommt. Ob es rechtliche Möglichkeiten gibt, an das Grafmüllersche Grundstück zu kommen, wird geprüft. Die Hürden sind aber hoch, weshalb die Stadtverwaltung in ihrer Pressemitteilung wohl bewusst nicht das Wort "Enteignung" verwendet hat. Wenn auch die Justiz keinen Rat weiß und Grafmüller sich weiterhin keinen Zentimeter bewegt, dann sind Kreativität und neue Ideen gefragt. Für die Landesgartenschau selbst ist der Geländestreifen zwar ein Dorn im Auge, aber kein wirklicher Makel – auch bei der Schau in Nagold gab es ein umzäuntes Gelände. Die Planungen für die Nutzung danach müssen aber vielleicht noch einmal überarbeitet werden. Grafmüller mag sich dann freuen, dass er standhaft geblieben ist. Im Grunde genommen wäre es aber auch für ihn nur Pyrrhussieg.
von Christian Kramberg
am Fr, 16. Mai 2014 um 08:11 Uhr

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