Gefängnisse

Gefängnisse

Als Gefängnisse dienten in Lahr ursprünglich Türme der Befestigungsanlage sowie der Storchenturm. Bekannt in dieser Funktion ist das Petersloch (heute Turmstraße), der Hexenturm (abgerissen, Standort Lammstraße), der Hurenkäfig (abgerissen, Standort Rappentorgasse) sowie die Stadttore. Da längerer Freiheitsentzug als Strafe im Bereich der niederen (städtischen) Gerichtsbarkeit unüblich war, handelt es sich ebenso wie bei dem Gefängnisraum im Alten Rathaus im 19. Jahrhundert eher um Untersuchungsgefängnisse oder Arrestzellen. Von dem städtischen zu unterscheiden ist das herrschaftliche (staatliche) Gefängnis, mindestens seit dem frühen 17. Jahrhundert diente hierzu der Storchenturm. Auch hier untersagte der Freiheitsbrief Gefängnisstrafe für Stadtbürger im Bereich der niederen Gerichtsbarkeit. Ergänzt wurde der Storchenturm seit 1821 um ein von Hans Voß entworfenes Gefängnisgebäude auf dem Turmvorplatz direkt an der Marktstraße (Emil Rudolf Weiß), welches 1937 abgerissen wurde. 1861 wurde in der Turmstraße vom badischen Staat ein modernes Gefängnis gebaut, das den Storchenturm überflüssig machte. Der historistische Bau mit geböschten Mauern und dem auffälligen Turm hat unübersehbar Burgcharakter und ist mit seiner Lage unterhalb des Gerichts ein klassisches Beispiel "sprechender Architektur". Bis 1965 diente das Gebäude als Gefängnis, nach einem Umbau seit 1968 der Kriminalpolizei.

von tmi
am Do, 24. Februar 2011


Badens beste Erlebnisse