Kunst

Baden in Schönheit

Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert

Wann
Mi, 21. Oktober 2020, 11:00 - 18:00 Uhr
Weitere Termine
Wo
Baden-Baden
LA 8 - Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts

UPDATE:
Wegen der Corona-Pandemie ist der Zugang zu vielen Veranstaltungen beschränkt, andere finden nur online statt. Eine Verordnung des Landes Baden-Württemberg erlaubt seit dem 1. Juni 2020 wieder Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen, sofern Veranstalter ein Hygienekonzept erarbeitet haben. Kultureinrichtungen wie Theater und Konzerthäuser sowie Kinos, welche diese Anforderungen erfüllen, können seither wieder öffnen. Seit dem 1. August dürfen wieder bis zu 500 Menschen an einer Veranstaltung oder an Messen teilnehmen. Ab. 1. September sind Messen mit mehr als 500 Teilnehmern wieder erlaubt. Großveranstaltungen mit mehr als 500 Menschen bleiben jedoch bis Ende Oktober verboten. Auch in der Schweiz und im Elsass gelten Einschränkungen. Wir empfehlen Ihnen, sich direkt beim Veranstalter darüber zu informieren, ob die Veranstaltung stattfindet oder nicht.

BADEN IN SCHÖNHEIT. Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert

6. Juni 2020 bis 28. Februar 2021

Eine Badekur kann Entspannung, Erholung, Heilung, Training, Straffung, Verjüngung, Verschönerung bieten. Wellnessbäder, Fitnessclubs, Körperkult bis zur plastischen Chirurgie, Zahnspangen für Teenager als medizinischer Standard - viele heutige Körpertechniken nehmen ihren Anfang in der Badekultur des 19. Jahrhunderts. Damals mischten sich künstlerische Ideale und medizinischer Fortschritt, Gesellschaftsutopien und Apparatetechnik zu einem neuen Menschenbild. Der Leib war nun nicht mehr Gott und Natur schicksalhaft ergeben. Als Körper wurde er zum Projekt, zum zukunftsoffenen Entwurf.

Die Ausstellung zeigt ein Panorama der künstlerischen und medizinischen Strategien, den menschlichen Leib zu befreien - vom banal Zufälligen, Unidealen oder gar Hässlichen und von Krankheiten, Missbildungen oder Alterungsspuren. Maler, Bildhauer und Fotografen wie Christian Landenberger (1862-1927), Ludwig von Hofmann (1861-1945), Karl Albicker (1878-1961) und Sascha Schneider (1870-1927) feierten den nackten weiblichen wie männlichen Körper beim Baden in freier Natur. Gusseiserne Turnapparate wie der Rumpfdrehstuhl von Gustav Zander (1835-1920) sollten die Gesundheit, aber auch die äußere Erscheinung des Menschenkörpers verbessern. Aus der Bildhauerei wanderte die Idee der freien Formbarkeit der Körperhülle in den frühen Fitnesskult ein.

Forschung und Wissenschaft ermöglichten den immer präziseren Eingriff in die menschlichen Organe und ihre Abläufe. Viele damalige Innovationen und Erfindungen sind bis heute gültig und erfolgreich, weil sie konsequent das Unsichtbare, das körperlich und seelisch Innere, mit dem Sichtbaren, dem Messbaren, Trainierbaren, Operierbaren verknüpften. Die mikroskopische Einsicht in Bazillen und Erreger führte zu allgemeiner Hygiene, klinischer Antisepsis und völlig neuen chirurgischen Möglichkeiten. Ab 1895 konnte mit der Röntgentechnik direkt in das Körperinnere hineingeschaut werden. Die moderne Technik schien eine Art rationalen Gesundheitszauber zu erlauben.

Immer beinhalteten die Therapien Ziele oder Versprechungen, die unter der Hand zu Leitbildern des Körperselbst und Vorschriften der Lebensführung werden konnten. Wie die medizinische Technik experimentierten auch Malerei und Skulptur im 19. Jahrhundert mit der realistischen Erforschung, idealischen Verschönerung und gezielten Optimierung des menschlichen Leibes. So lieferte die Kunst die visuellen Leitbilder für die medizinische Optimierung.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Kooperationsprojektes BADEN gemeinsam mit dem Stadtmuseum Baden-Baden und der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden statt.
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Di, 20. Oktober 2020 um 08:05 Uhr

  • Lichtentaler Allee 8
  • 76530 Baden-Baden



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