Gottesdienste sollen noch weiterhin stattfinden

Kirchen wollen sich aber an den behördlichen Vorgaben orientieren und Woche für Woche neu entscheiden / Pfarrgemeinderatswahl nur per Briefwahl oder online.

BONNDORF. Die Gottesdienst e der beiden christlichen Gemeinden in Bonndorf werden trotz des Coronavirus weiterhin abgehalten. Dies bestätigten auf BZ-Anfrage die evangelische Pfarrerin Ina Geib und ihr katholischer Kollege Fabian Schneider. Beide Kirchen machen Gottesdienstschließungen abhängig von behördlichen Verboten. Betroffen davon sind rund 1100 evangelische und rund 4800 katholische Christen.

Empfehlung der Stadt
Harald Heini, Hauptamtsleiter der Stadt Bonndorf, verweist indes auf eine Empfehlung der Stadt, die in diesen Tagen öffentlich bekannt gemacht werden wird und die sich an eine Empfehlung des Landkreises Waldshut anlehnt. Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern sollen abgesagt oder verschoben werde. Er rechne zudem mit einer am Dienstag, 17. März, in kraft tretenden Rechtsverordnung des Landesparlaments, die Veranstaltungen von mehr als 100 Personen untersagt.

Evangelische Gemeinde
Die evangelische Kirchengemeinde sei recht klein, weise einen durchschnittlichen Gottesdienstbesuch von 30 bis 40 Personen auf, erläuterte Ina Geib ihre Haltung, derzeit an Wortgottesdiensten festzuhalten. Selbst an Ostern habe man einen durchschnittlichen Besuch von lediglich 80 Gläubigen je Gottesdienst. Das monatliche Abendmahl werde derzeit allerdings wegen einer erhöhten Infektionsgefahr nicht gefeiert. Das Abhalten von Wortgottesdiensten hält Ina Geib für weniger problematisch als Abendmahlfeiern, bei denen ein direkterer Kontakt mit dem Nachbarn wahrscheinlicher sei. Wie es mit Wortgottesdienst und Abendmahl weitergehe, werde Woche für Woche und nach behördlicher Vorgabe entschieden, so Ina Geib.
Katholische Gemeinde
Er orientiere sich an den behördlichen Vorgaben, bestätigte Pfarrer Fabian Schneider im BZ-Gespräch. Eine entsprechende Vorgabe für die Seelsorgeeinheiten bestehe seitens der Erzdiözese Freiburg (siehe Infobox). Die Pfarrgemeinde handele überdies weitsichtig: Im Pflegeheim St. Laurentius Bonndorf seien Gottesdienste in der Kapelle vorsorglich bis auf weiteres abgesagt worden. In den Kirchen sei das Weihwasser an den Eingängen nicht mehr erneuert worden, das heißt, die Weihwasserbehälter bleiben leer. Die Liturgie finde ohne den Friedensgruß statt, Kommunionhelfer trinken nicht mehr aus ein und demselben Kelch. An den Gottesdiensten in Gündelwangen, Ewattingen und Bonndorf am vergangenen Wochenende nahmen spürbar weniger Besucher teil, so Fabian Schneider. Krankensalbungen und einhergehende Kommunion werde er natürlich weiterhin geben. Beerdigungen werden tendenziell im engsten Familienkreis abgehalten.

Pfarrgemeinderatswahl
Die Pfarrgemeinderatswahl am Sonntag, 22. März, findet statt. Wegen der Virusgefahr könne nicht in Wahllokalen abgestimmt werden. Gewählt werde per Briefwahl oder online, so Fabian Schneider. Auch er habe bereits online gewählt, gab der Pfarrer bekannt. Briefwahl kann bis Donnerstag 19. März, beantragt werden. Die Abgabefrist für Briefwahlunterlagen wurde bis Sonntag 22. März, 12 Uhr, verlängert. 15 Kandidaten für 17 Plätze stehen in den Stimmbezirken St. Peter und Paul Bonndorf, St. Maria Gündelwangen, Wellendingen/Wittlekofen, St. Maria Dillendorf, St. Gallus Ewattingen sowie St. Peter und Paul Lembach bereit.

Appell der Geistlichen
Beide Geistlichen appellieren an die Gläubigen, ruhig und besonnen zu bleiben, Rücksicht zu nehmen und zu helfen, wo es notwendig ist. Ina Geib: "Jeder sollte schauen, wo er zum Engel für den anderen werden kann." Fabian Schneider: Aus den Reihen der Gläubigen habe er vernommen, dass besondere Gebete dem Einzelnen in Krisen helfen können.
von Stefan Limberger-Andris
am Di, 17. März 2020

Erzdiözese

Die Erzdiözese Freiburg verweist in einem Schreiben an die Seelsorgeeinheiten vom 13. März auf eine uneinheitliche flächendeckende Regelung für Gottesdienstbesuche. Stattdessen sollen sich die Glaubensgemeinden an die Bestimmungen der örtlichen Behörden halten. In dem Schreiben heißt es: "Werden mehr Besucherinnen und Besucher erwartet, ist der Gottesdienst vorsorglich abzusagen… Dabei ist es auch möglich, durch entsprechende vorausschauende Planung von Frequenz, Uhrzeit und Versammlungsort Einfluss auf die Größe der Feiergemeinden zu nehmen." Bei der Vorbereitung von Gottesdiensten in der Kar- und Osterzeit solle im Blick behalten werden, ob Gestaltungselemente wie Chöre und Orchester oder die Einladung bestimmter Zielgruppen wie Kinder noch vertretbar erscheinen.  

Autor: lim

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