Umweltbewusst

Green Wedding: So heiratet ihr nachhaltig und fair

Vielen Paaren ist es wichtig, auch bei ihrer Hochzeitsfeier auf die Umwelt zu achten. Green Wedding heißt das Konzept, das aus den USA stammt.

Ob Recyclingpapier bei den Einladungen, saisonale Blumendeko oder ein Trauring mit Gold und Steinen aus fairen Mienen: "Auch hier in der Region legen Brautpaare bei den Vorbereitungen zu ihrer Trauung verstärkt Wert auf Nachhaltigkeit", sagt Rosa Saar, die sich in Waldkirch-Kollnau als Hochzeitsplanerin auf sogenannte grüne Hochzeiten spezialisiert hat. Dabei geht es aber nicht um Müslitorte, Jutekleid oder eine Braut, die in Ökolatschen zum Altar schlappt. Ziel sei, bewusst auf Natur- und Ressourcenschutz zu achten – ohne dass Glanz und Glamour am Hochzeitstag zu kurz kommen. Hier Rosa Saars Tipps:

Location
Eine Green Wedding muss nicht zwangsläufig im Grünen stattfinden. Bei der Entscheidung für die Location spielen andere Faktoren eine größere Rolle. "So ist es sinnvoll, in der Region zu feiern, wo die meisten Gäste wohnen. Dadurch entfällt für viele ein langer Anfahrtsweg und damit CO2-Emissionen", so die Hochzeitsexpertin.

Anreise/Hochzeitsauto
Wird aber an einem Ort gefeiert, zu dem Gäste und Familie anreisen müssen, empfiehlt Saar, diese zum Beispiel mit einem Bus abzuholen. "Dann muss nicht jeder Gast separat im Auto anreisen." Das spare CO2 und sei auch noch gut für die allgemeine Grundstimmung: "Die Busfahrt ist schon ein Event, und alle lernen sich in lockerer Atmosphäre kennen." Als Hochzeitsauto liege der Tesla bei Saars Kunden weit vorn. Aber auch Oldtimer seien bei Paaren beliebt, die der Wegwerfgesellschaft nicht angehören möchten.

Einladung
Einladungen aus recyceltem Papier, gestaltet von Grafikern aus der Region und gedruckt von Druckereien vor Ort müssen nicht teurer sein als Angebote aus dem Internet, so die Expertin. Die direkte Kommunikation mit den jeweiligen Ansprechpartnern und die Möglichkeit, erst ein Muster in Händen zu halten, bevor die Einladungen in Druck gehen, hält Saar für einen weiteren Vorteil.

Brautkleid/Outfits
Beim Kleid muss die Braut keine Kompromisse eingehen: "Bei uns in der Region gibt es Brautmodengeschäfte, die Brautkleider und Maßanzüge anbieten, welche in Europa entworfen und geschneidert worden sind. Kinderarbeit ist damit ausgeschlossen." Bräute können auch im Internet nach Secondhand-Brautkleidern suchen. "Das ist sogar noch nachhaltiger und passt stilecht zum angesagten Vintage-Stil."

Styling/Make-up
Auch beim Styling muss die Braut "nur auf den Nagellack verzichten". Aber ansonsten lasse sich mit tierversuchsfreier Naturkosmetik genauso schönes Braut-Make-up zaubern wie mit konventioneller Kosmetik, meint Saar.

Essen & Deko
Die Hochzeitsplanerin rät, das Menü oder Buffet nach dem Motto "saisonal, regional und artgerecht" auszuwählen. "Viele Caterer arbeiten mit entsprechenden Produkten und kochen auf sehr hohem und zeitgemäßem Niveau", sagt Saar. "Sind die Lebensmittel zusätzlich Bio-Erzeugnisse, um so besser." Auch bei der Wahl des Brautstraußes und der Deko sollte auf regionale und saisonale Blumen wie etwa Pfingstrosen oder Ranunkeln zurückgegriffen werden. "Der Tischschmuck darf auch gerne aus Topfpflanzen oder frischen Kräutern bestehen. Beides kann nach der Feier unter den Gästen aufgeteilt werden."

Trauringe
"Fast alle Goldschmiede bieten auf Nachfrage Ringe aus fair gehandeltem und ökologischem Gold." Schön sei auch, sich Trauringe aus altem Erbschmuck anfertigen zu lassen, so Saar.

von Birgit Herrmann
am Mo, 07. Mai 2018 um 00:00 Uhr

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