Coronavirus

Grenzübergang zwischen Sasbach und Marckolsheim ist geschlossen

Seit dem Montagmorgen ist bei Sasbach kein Grenzübertritt mehr möglich. Die Polizei kündigt Kontrollen auch in Grenznähe an, der Weg für Pendler führt bis auf weiteres zwingend über Breisach.

Der Grenzübergang zwischen Sasbach und der elsässischen Nachbargemeinde Marckolsheim ist seit Montagmorgen vollständig geschlossen. Pendler müssen ebenso auf den Grenzübergang bei Breisach ausweisen wie Lkw-Fahrer, bestätigte die Bundespolizei auf Nachfrage. An Passierscheinen für Pendler werde gearbeitet.

Montag, 8.30 Uhr: Wer an diesem Morgen auf der L 113 in Richtung Frankreich unterwegs ist, wird am Kreisverkehr an der L 104 zwischen Sasbach und Wyhl jäh ausgebremst. Ein Gesperrtschild und eine rotweiße Bake versperren die Weiterfahrt. Hinweise, wie man ins acht Kilometer entfernte Marckolsheim kommt, gibt es ansonsten keine. Am Vorabend hatte die Regierung in den Medien die weitgehende Schließung der Grenze zu Frankreich angekündigt – für Montag, 8 Uhr. Dennoch werden viele überrascht: Autofahrer mit französischen Kennzeichen ebenso wie Lkw-Fahrer. "Grenze zu?" ruft einer aus dem Führerhaus und gibt nach dem Hinweis, er müsse es wohl in Breisach versuchen, Gas und fährt Richtung Riegel Autobahn zurück. Ein Autofahrer zieht beherzt nach links und umkurvt die Absperrung – was ihm wütendes Hupen eines anderen Autofahrers einbringt. Zweieinhalb Kilometer weiter westlich ist sowieso Endstation. Dort baut gerade die Straßenmeisterei eine Absperrung quer über die gesamte Straße auf. Auch die Polizei ist vor Ort.

Pendler müssen über Breisach ausweichen

Über die Grenze geht es bis auf weiteres in der näheren Region nur in Breisach, heißt es auf Anfrage bei der Pressestelle der Bundespolizei in Weil am Rhein. Geöffnet sind ansonsten im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein nur noch der Übergang bei Neuenburg (Autobahn) und die Palmrainbrücke zwischen Weil und Huningue.

Seit dem Morgen arbeite man mit Hochdruck an der Schließung der Grenzen. Bei Sasbach sollen neben baulichen Hindernissen auch Beamte vor Ort verhindern, dass die Sperrung in irgendeiner Form umgangen wird. Und weil das die Bundespolizei allein nicht stemmen könne, werde sie von Kräften der Landespolizei und des Zoll unterstützt, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage. Eine Befristung der Grenzschließung gibt es nicht. Die Lage werde täglich neu bewertet.

Bundespolizei arbeitet an Entwurf für Passagierscheine

Parallel zur Absperrung wird laut Bundespolizei am Entwurf von Passierscheinen für Pendler gearbeitet. Diese müssen von den Arbeitgebern ausgefüllt werden und sollen den Polizeibeamten die Kontrollen erleichtern, wer die Grenze passieren darf und wer nicht. Allerdings werde auch darauf geschaut, wer augenscheinlich gesund ist oder vielleicht Krankheitssymptome zeigt.

Kontrollen soll es nicht nur an den verbliebenen Übergängen geben, sondern laut Polizeipräsidium Freiburg auch im grenznahen Bereich.

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von Martin Wendel
am Mi, 18. März 2020 um 17:40 Uhr

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