Gute Laune dank Gruppentraining

BZ-SERIE AUF, LAUF! (5):Kathrin Blum versucht sich an Kräftigungs- und Koordinationsübungen.

FREIBURG. BZ-Redakteurin Kathrin Blum trainiert für den Freiburger Halbmarathon – und erzählt alle zwei Wochen, wie es läuft mit dem Laufen.

Wer am 7. April beim Freiburg-Marathon zehn, 21 oder 42 Kilometer rennen möchte, der sollte so langsam mit dem Training beginnen. Jetzt? Bei Dauerfrost und Dunkelheit? Genau! Gegen Motivationsschwierigkeiten gibt es ein wirksames Mittel: Gruppentraining. In Freiburg gibt es unzählige Lauftreffs, die an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Zeiten starten – von losen Amateurgruppen bis zu kostenpflichtigen mit professioneller Anleitung.

Ich entscheide mich für das Gruppentraining bei Thomas Klingenberger – trotz des fiesen Grinsens (siehe Teil 2 dieser Serie). Meine Zweifel, ob ich einmal wöchentlich anderthalb Stunden in der eisigen Kälte überleben werde, kontert er mit: "Dir wird schon warm werden." Sollte wohl beruhigend sein, wirkt aber bedrohlich. Im Gruppentraining geht es vor allem um die Verbesserung des Laufstils und die Kräftigung der Rumpfmuskulatur – mit dem Ziel, besser, schneller und länger laufen zu können. Und, das zeigt meine Erfahrung nach den ersten Einheiten, es geht auch darum, dass wir ein, zwei Tage nach dem Training an Thomas denken. Mit schmerzverzerrtem Gesicht ob des Muskelkaters, versteht sich.

Die Einheiten beginnen harmlos mit einem gemütlichen Dauerlauf. Anschließend bringt der Coach das sogenannte Lauf-ABC näher. Knie hoch oder Ferse zum Po – das bekommen alle Läufer noch problemlos hin. Sogar ich! Komplizierter wird es, wenn verschiedene Bewegungsabläufe kombiniert werden müssen. Als es zu anspruchsvoll wird, versuchen es manche mit Ablenkung und dem einen oder anderen Schwank aus ihrem (Läufer-)Leben. Doch Klingenberger kennt keine Gnade und quält uns weiter mit Übungen, die einen über die eigenen Beine stolpern lassen. Der Coach beäugt das Ganze sichtlich amüsiert. Und – Sie ahnen was kommt – grinst fies. Anschließend stehen Steigerungsläufe auf dem Programm und er jagt uns einen Hang hinauf (ja, genau, damit alle außer Puste sind und weder meckern noch Ablenkungsmanöver starten können).

Die letzte halbe Stunde des 90-minütigen Trainings dient der Kräftigung des Rumpfs. Das bedeutet Übungen wie Liegestützen, Seitstütz, Sit-ups oder Holzhacken und – besonders beliebt – sogenannte Squats. Nach gut dreieinhalb Minuten dieser Kniebeugen bekommt man eine Ahnung davon, wie es einem am nächsten Tag gehen wird. Übrigens schmerzen danach nicht nur diverse Muskeln an Beinen, Armen und Schultern, sondern auch das Zwerchfell. Zu lachen gibt es nämlich auch immer jede Menge beim gemeinsamen Trainieren.
» Einige Lauftreff-Gruppen finden sich unter mehr.bz/freiburglauftreff
Infos zum Gruppentraining mit Thomas Klingenberger: marathonkurse.de

Alle Serienteile gibt’s in einem Dossier unter mehr.bz/auf-lauf
von kbl
am Fr, 25. Januar 2019

Badens beste Erlebnisse