Heimat der Sinne

Das Markgräflerland – von Hebel gerühmt als "Paradiesgärtlein und Mustergärtlein".

Heimat der Sinne – das Motto der Heimattage Baden-Württemberg 2010 im Markgräflerland ist nicht vermessen, haben sich doch schon große Geister über die Vorzüge dieser Region begeistert ausgelassen. Goethe hat hier "ein glückliches Land, wo der Wein vor der Kulisse des Schwarzwaldes reift" entdeckt. Damit hat er schon umrissen, was man in dieser bevorzugten Region mit allen Sinnen genießen kann. "Paradiesgärtlein und Mustergärtlein" war sie für Johann Peter Hebel, den bedeutendsten alemannischen Mundartdichter, der – wie fügt es sich gut – vor 250 Jahren in Basel geboren wurde. So sind einige Veranstaltungen speziell ihm gewidmet.

Das Besondere an den Heimattagen 2010 ist, dass sich für deren Ausrichtung erstmals neun Gemeinden zusammenschließen: Müllheim, Neuenburg, Badenweiler, Heitersheim, Sulzburg, Ballrechten-Dottingen, Eschbach, Buggingen und Auggen. Sie vertreten zwar nur einen Ausschnitt des Markgräflerlands, diesen aber durchaus repräsentativ – mit von der Sonne verwöhnten Weinbergen, der bis auf die Römer zurückgehenden Badekultur, und einer vielfältigen und delikaten Küche.

Die Gäste, die diese Landschaft zwischen Schwarzwald und Rhein mit den Sonnenuntergängen hinter den Vogesen, den sanften Hügeln der Vorbergzone, der ausgesuchten Lebensart und Aufenthaltsqualität, ihrer Nähe zur Schweiz und zu Frankreich einmal genossen haben, kehren nicht selten zurück, um für immer zu bleiben.

Gepflegte Dörfer und traditionsbewusste Städtchen mit einer abwechslungsreichen Geschichte und einem bunten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben, antike Kirchen und Burgen prägen das Markgräflerland. Die neun Gemeinden werden sich alle erdenkliche Mühe geben, um all dies ins Bewusstsein der Besucher zu prägen, die zu den verschiedenen Veranstaltungen der Heimattage erwartet werden und gerne wiederkommen sollen. Sie fügen so der Vielfalt von Heimat in Baden-Württemberg weitere Facetten hinzu. Sie demonstrieren zugleich, was die Menschen hier bewegt, und was sie zu bewegen vermögen. Vereine, Schulen, Kirchen und andere Gruppierungen – vor allem auch die Tourismuseinrichtungen – bereiten sich schon lange und intensiv auf das heimatliche Großereignis vor, um ihren Beitrag zu leisten. Um die gesundheitlichen und geselligen, die kulturellen und kulinarischen, die musikalischen und musischen, die vergnüglichen und verführerischen Aspekte dieser Region und ihrer Menschen zum Ausdruck zu bringen. Heimat wird so nicht Ausgrenzung, vielmehr eine Einladung sein – zur Teilhabe am Genuss all dessen, was die Natur der Region geschenkt und was die Geschichte und die Menschen daraus geformt haben.

von Gabriele Babeck-Reinsch
am Do, 22. April 2010

Badens beste Erlebnisse