Landesfesttage

Heimattage feiern im Markgräflerland ihren Höhepunkt

Trachtenträger, Volkstanzgruppen, Fahnenschwinger und Fanfarenzüge: Mit dem traditionellen Landesfestumzug durch Müllheim bei strahlendem Spätsommerwetter feierten die baden-württembergischen Heimattage ihren Höhepunkt.

Sonnenverwöhnt wie das Markgräflerland nun mal ist, gingen die beiden Landesfesttage unter optimalen Bedingungen über die Bühne. Die Besucher von außerhalb konnten gar nicht anders, als mit den besten Eindrücken aus dieser bevorzugten Landschaft nach Hause zu kehren – mit gesättigten Sinnen.

8000 Zuschauer säumten die Umzugsstrecke. Die Heitersheimer schickten Römer und Malteser, teils hoch zu Ross, aber es kamen auch Bauersleute und Marktfrauen zu Fuß und gar barfuß. 2600 Aktive beteiligten sich. Der Ministerpräsident ließ sich durch Minister Helmut Rau vertreten.

Mehr Besucher erhofft

Ein bisschen enttäuscht waren vielleicht die Gastgeber, die sich mehr Besucher – vor allem für den Landesfestumzug in Müllheim – vorgestellt hatten. Es war wohl der Preis der zahlreichen Veranstaltungen rundherum, dass sich die Leute auf dem Markgräfler Platz und in Teilen der Werderstraße zwar drängten, in der Hauptstraße hingegen nicht sehr viel los war.

Wer aber zuschaute, erlebte eine bunte Mischung an Trachtenträgern, Bürgerwehren, Fahnenschwingern, Fanfarenzügen, Musikverbänden und viele von den Markgräflern selbst fantasievoll gestalteten Themenwagen und -gruppen. Sie machten annähernd die Hälfte der 78 Umzugsgruppen aus und brachten ganz schön Stimmung ins Publikum. Noch mehr Facetten gepflegten Brauchtums waren beim Brauchtumsabend und im Heimatdorf beim Bürgerhaus zu erleben.

Weltmeisterschaft und Sternfahrt

Beste Stimmung herrschte auch an den beiden Galaabenden der baden-württembergischen Kleinkunstpreisträger in Müllheim und Neuenburg – beide waren ausverkauft. Auch wenn bei der Weltmeisterschaft im Fahnenhochwurf die Baden-Württemberger fast unter sich geblieben sind, tat das dem Spaß an der Sache wenig Abbruch – und schon gar nicht der Faszination an dieser speziellen Kunst.

Volksfeststimmung auch rund um die Oldtimer, die als Ziel ihrer Sternfahrt Buggingen angesteuert und ein bisschen internationales Flair mit Teilnehmern aus der Schweiz und Frankreich aufkommen ließen. Die allerstärkste Maschine aber setzte der Müllheimer Bürgermeister in Bewegung: die auf den Namen Müllheim getaufte Lok mit 7500 PS.

Die Heimattage finden seit 1978 jährlich im Land statt, jeweils in einer anderen Region. Im Markgräflerland richteten in diesem Jahr neun Gemeinden die mehrmonatige Veranstaltungsreihe gemeinsam aus: Auggen, Badenweiler, Ballrechten-Dottingen, Buggingen, Eschbach, Heitersheim, Müllheim, Neuenburg und Sulzburg.

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von Gabriele Babeck-Reinsch
am So, 12. September 2010 um 20:36 Uhr

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