High Heels oder lieber Sneakers?

Torsten Kindle äußert sich rund um das Thema Schuhe.

LAHR. Mode beeinflusst das tägliche Leben. Mal offensichtlich, mal eher versteckt, beim einen mehr, beim anderen weniger, aber keiner kann sich ihr komplett entziehen. Die Badische Zeitung stellt in der Serie "Mode in Lahr" regelmäßig verschiedene Facetten und Menschen der Modewelt in und aus Lahr vor. Heute hat BZ-Redakteurin Sarah Beha Torsten Kindle, Inhaber des Schuhgeschäfts Kindle, ein paar Stichworte rund um das Thema Schuhe genannt, auf die der Verkäufer antwortete.

Zu wenig Schuhe gibt es nicht: Ja, frau kann nie genügend Schuhe haben, zumindest die, die immer nach der neuesten Mode gehen will. So geht es übrigens auch ein paar Männern.

Socken in Sandalen: No Go! Sowohl bei Herren wie bei Damen. Außer es ist gerade Mode, wie beispielsweise leichte Söckchen zu Pumps.

Al Bundy: Ja, auf den werde ich oft angesprochen. Wenn ich meinen Beruf nenne, kommt entweder das Stichwort "Traum einer Frau" oder eben "Al Bundy". Die Serie hat mich aber nicht sonderlich geprägt. Ich verkaufe Schuhe aus Leidenschaft. Der Umgang mit Schuhen wurde mir quasi in die Wiege gelegt.

Frauen und Schuhe: Ein Thema, das gar nicht so eindeutig ist, wie mancher vielleicht denkt. Zu uns kommen auch Frauen, die seit Jahrzehnten dieselbe Art von Schuh tragen und damit glücklich sind. Daneben gibt es aber natürlich auch die, die auf die neueste Mode Wert legen. Als Schuhgeschäft muss man für beide den richtigen Schuh parat haben.

Scheiß auf Schmerzen, Hauptsache schön: Dass man nur aufgrund hoher Schuhe Probleme an den Füßen, wie beispielsweise einen Hallux Valgus bekommt, ist ein Irrtum. Eine gesunde Mischung an Schuhen ist wichtig. Der Schuh muss passen und gefallen.

Schweißfüße: Uh, gutes Thema. In den Sommermonaten begegnen die mir und meinen Verkäuferinnen natürlich öfters. Aber dafür haben wir ja die Probiersocken und vielleicht sogar den passenden Schuh, der das Problem verringert. Schlimmer sind allerdings ungepflegte Füße.

Die richtige Schuhgröße: Wechselt immer wieder, weil Schuhe unterschiedlich ausfallen. Man sollte immer darauf achten, dass noch etwas Platz ist, für den Fall das die Füße anschwellen. Außerdem verändert sich der Fuß im Laufe des Lebens. Die Schuhgröße definiert sich also öfters neu.

Die schlimmste Schuh-Modesünde: Gibt es nicht. Die falschen Schuhe zum falschen Outfit sind am schlimmsten.

Schuhtrends: Heute geht die Tendenz zu Sneakers. Sportlich überwiegt. Aber die klassischen Pumps und der Businessschuh werden auch noch verkauft. Die Zeiten werden sich aber auch wieder ändern. Schuhe kann man nicht neu erfinden. Alles, was kommt, war auch irgendwann schon mal da. Im Moment ist der Trend vor allem so, dass die Leute tragen, was ihnen gefällt.

High Heels oder Sneakers: Da habe ich keine persönlichen Präferenzen.

Marke oder No-Name: Wir verkaufen Markenschuhe.

Zalando - Schulterzucken oder Schrei vor Angst: Schulterzucken. Es ist jetzt da, lässt sich nicht aufhalten, aber das normale Schuhgeschäft wird deshalb trotzdem parallel weiterlaufen. Es wird immer Leute geben, die beim Einkaufen etwas in den Händen halten wollen. Die durch ein Geschäft schlendern wollen, und dabei auch gute Beratung bekommen.

Eigener Lieblingsschuh: Ich liebe alle Schuhe und habe eine große Auswahl zu Hause. Mehr als so manche Frau wahrscheinlich. Ich mag Sneakers in allen Formen und Varianten, also lieber casual als business.

Hahn im Korb: Das bin ich gerne, aber natürlich würde ich auch einen Mann als Verkäufer einstellen. Die Kundinnen und Kunden schätzen es, wenn sie eine Einschätzung von beiden Geschlechtern bekommen.

Der Schuhmacher – Freund oder Feind? Freund! Ein guter Schuh braucht Pflege. Deshalb arbeiten wir auch mit einem Schuhmacher zusammen, der für unsere Kunden Reparaturarbeiten und neue Besohlungen macht. Da, wo es noch möglich ist. Ansonsten können sich die Kunden bei uns neue Schuhe kaufen.

Zur Person: Torsten Kindle (45) aus Lahr ist Geschäftsführer und Inhaber des Schuhhauses Kindle. Er hat das Geschäft von seinem Vater übernommen. Das Schuhhaus Kindle in der Marktstraße gibt es seit 1865. Sechs Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter verkaufen Damen und Herrenschuhe.
von sabe
am Sa, 08. April 2017


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