Rust

Im Europa-Park wird "Norwegen" wieder aufgebaut

Der durch den Brand zerstörte Themenbereich Skandinavien/Norwegen wird nach den alten Plänen wieder aufgebaut. Trotzdem gab es Enttäuschung im Ruster Bauausschuss – wegen Batavia.

Die Baubranche boomt – ein Blick nach Rust führt den Beweis, denn Gemeinde und Europa-Park liegen voll in diesem Trend. Im Bauausschuss des Gemeinderats am Montagabend lagen erneut acht Bauvorhaben auf dem Ratstisch. Einer, der neunte, wurde von Bürgermeister Kai-Achim Klare zu Beginn der Sitzung gar von der Tagesordnung gesetzt: der Wiederaufbau des Themenbereichs Batavia im Europa-Park nach dem Brand Ende Mai. Die Planung sei noch nicht bis in die Details ausgearbeitet, so die Begründung von Bauamtschef Martin Spoth.

Doch gerade dieses Projekt hatte im Vorfeld der Sitzung die Öffentlichkeit am meisten bewegt, weshalb im Bürgersaal, Sitzungsort des Ausschusses, kaum ein Platz in den Zuhörerreihen frei blieb. Unter ihnen war auch ein bisschen Enttäuschung vernehmbar. Sie nahmen stattdessen zur Kenntnis, dass der ebenfalls durch den Brand zerstörten Themenbereich Skandinavien/Norwegen nach den alten Plänen wieder aufgebaut wird. "Die Fassade wird in Struktur und Form der bekannten Kubatur gleichen. Die Gebäudetechnik wird nach neuen Bauvorschriften und Brandschutzrichtlinien ausgestaltet sein", erklärte der Bürgermeister Klare.



Keine Einwände gegen die Planung erhoben auch die Gemeinderäte. Bis zur Eröffnung der Sommersaison 2019 soll der Wiederaufbau fertig sein. Über die Höhe der Kosten, die nach BZ-Information zum überwiegenden Teil die Versicherung aufbringen muss, gab es keine Angaben.

Zustimmung vom Gremium gab es auch für einen kompletten Neubau des Europa-Parks. Am Inneren Ring wird der Park vier Appartementhäuser für 300 Mitarbeiter baue. Das Projekt wird nach Plänen der Archis-Architekten in Karlsruhe realisiert und sieht in einem ersten Bauabschnitt den Bau von drei Gebäude mit drei Vollgeschossen und einem weiteren, zurückversetzen Attikageschoss vor.

Die Fassade wird im Vollgeschossbereich mit hellem Lärchenholz verkleidet sein. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann das Haus vier mit einem Kindergarten im Erdgeschoss gebaut werden. Die Kindergarten-einrichtung wird in Kooperation mit der Gemeinde realisiert und wohl auch in kommunaler Trägerschaft geführt werden. Der gesamte Komplex ist mit einer Tiefgarage mit 120 Stellplätzen versehen.

Gemeinschaftschule muss im Containern unterrichten

Und noch ein Bauantrag des Europa-Parks lag auf dem Ratstisch: Die Errichtung von 19 Containern befristet auf zunächst drei Jahre nahe dem Logistikzentrum. In ihnen soll die Kleiderausgabe für die Dienstkleidung der Parkmitarbeiter ein vorübergehendes Domizil bekommen. Die bisherige Kleiderkammer war beim Brand Ende Mai vollständig zerstört worden, viele Kleidungsstücke waren dabei verbrannt.

Container wird auch die Gemeinde als Antragstellerin für zwei Jahre nördlich des Kindergartens Elzwiesen an der Walter-Schießle-Straße aufstellen dürfen. Die Gemeinderäte unterstützen den Antrag. In den Container werden Klassen- und Arbeitsräume sowie ein Sanitärbereich der Gemeinschaftsschule untergebracht sein. Im kommenden Schuljahr wird die Klasse sieben als erster Jahrgang der Gemeinschaftsschule Rust/Kappel-Grafenhausen unterrichtet und hierfür fehlt es an entsprechenden Räumlichkiten.

Laut Bürgermeister Kai-Achim Klare erfüllt der Standort drei wichtige Voraussetzungen: erschlossen durch Kanalisation und Wasserleitung, keine Gefahr durch Baustellenverkehr der neuen Rheinauenhalle und räumlicher Bezug zum Schulgebäude. Die acht Container werden eine räumliche Ausdehnung von 33 mal 14 Meter haben und auf einer Fläche stehen, auf der sich einmal Parkplätze für das Bürgerhaus befinden werden.
von Klaus Fischer
am Do, 09. August 2018 um 12:01 Uhr

Badens beste Erlebnisse