In der Beobachterrolle

ZUM ERSTEN, ZUM ZWEITEN, ZUM HELFEN: Stefan Winterles Werk für die Auktion st sehr aktuell.

LÖRRACH. Bildende Künstler aus der Region unterstützen die BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen". In die Kunstaktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" geben sie Arbeiten, die am 16. November versteigert werden. Die Arbeit der Künstler wird honoriert, statt einer Verkaufsprovision fließt ein Teil des Erlöses an die BZ-Weihnachtsaktion. Dieser doppelte Effekt fördert die regionale Kunstszene und hilft armen Menschen im Landkreis. Bis zur Auktion stellen wir alle Künstler vor. Heute: Stefan Winterle.

Der Beitrag zur Auktion:
Das Werk, das Stefan Winterle für die BZ-Kunstauktion zur Verfügung stellt, heißt "Prism" und ist eine Abwandlung einer Arbeit aus dem Jahr 2011. Es ist hoch aktuell. "Prism" sei das Programm, welches der amerikanische Geheimdienst zur Überwachung und Auswertung elektronischer Medien und elektronisch gespeicherter Daten benutze, erläutert der Künstler. Ihn haben die Ausmaße der amerikanischen Spionagetätigkeiten schon gestört, bevor bekannt wurde, dass auch Angela Merkels Handy abgehört wurde. So kam ihm die Idee, G.I.`s Überwachungskameras statt Flaggen aufstellen zu lassen.

Aus der Werkstatt:
Stefan Winterle arbeitet seit 2002 mit Schablonen und Sprühdose. Für jeden im Bild benutzten Farbton fertigt er eine Schablone von Hand an. Seine Werkstatt hat er im vergangenen Jahr vom Kesselhaus in Weil-Friedlingen nach Ötlingen verlagert. Hier hat der Künstler neben den Arbeitsräumen nun auch die Möglichkeit, einen eigenen Galerieraum zu bespielen.

Der Einzelne für die Gesellschaft:
"Das Thema ist komplex", stellt Stefan Winterle fest. Das Verhältnis des Einzelnen für die Gesellschaft und umgekehrt sei auch schon mal intensiver gewesen. Es sei doch so, dass die Gesellschaft von Einzelnen organisiert werde, die sich hauptsächlich aus wahltaktischen oder markttechnischen Gründen für die Gesellschaft interessieren. Die Gesellschaft wiederum lasse sich lieber von Smartphones und Castingshows einlullen, anstatt sich einzubringen. Einfache Lösungen gebe es wohl nicht, meint Winterle. "Ich habe mich als Künstler für die Beobachterrolle entschieden und versuche dieses Auseinanderdriften und andere Fragen auf kreative Weise zu verarbeiten."

Die Verbindung zur BZ-Auktion:
Stefan Winterle macht bei der BZ- Kunstauktion mit, weil es Bedürftige gibt und manchmal jeder Euro zählt.

Werk in der Auktion:
"Prism", 70 x 100 cm, gerahmt, Schablonen und Lack auf Papier, 2013, das Mindestgebot für die Versteigerung liegt bei 150 Euro

Alle Porträts der Serie, die Arbeiten für die Versteigerung und die Ausstellung im Internet: http://mehr.bz/kunstaktion
von Barbara Ruda
am Fr, 15. November 2013

DER KÜNSTLER: STEFAN WINTERLE

Stefan Winterle wurde 1976 in Lörrach geboren und kam im Jahr 1993 das erste Mal in Kontakt mit Graffiti. Ab 2002 arbeitete er mit Stencil/Pochoir auf Leinwand und bezog 2003 ein Atelier im Kesselhaus in Weil am Rhein/Friedlingen. Er stellte und stellt weltweit aus – bei der Regionale 6 (2005), bei Ferret Art in Frankreich (2006), wo er den Publikumspreis bekam; beim Stencil Festival 2008 in Melbourne (Australien), "Friends with knives" in Dirtypilot (USA, 2009), "It’s not a trick" in der ArtWhino Gallery in Washington D.C. (USA, 2010), bei "A Tribute to DARE" in der K31 Gallery in Lahr (2010), bei der "Jakarta International Stencil Art" in der Galerie Divergence (Indonesien, 2011), den "Stencil Bastards" in Zürich und bei "Rebels Ahead", Die Kunstagentin Köln – um nur ein paar der Ausstellungen zu nennen.  

Autor: rud

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