BZ-Serie „Weinwege am Oberrhein“ (8)

Ins Reich des Barock

BZ-SERIE "WEINWEGE AM OBERRHEIN" (8): Auf dem Breisgauer Weinwanderweg unterwegs von Malterdingen nach Ettenheim /.

Der dritte Tag des Breisgauer Weinwegs beginnt beim Malterdinger Schützenhaus. Man geht links (vom Ort aus gesehen) steil abwärts und unten auf einem Teerweg und durch Äcker zum Wegweiser Fernecker Tal (200 m). Dann kommt man, nach der Landstraße, durch eine Wiese steil aufwärts zum Wegweiser Holzental (220 m). Dort geht man rechts durch Reben und zu einer kleinen Hütte. Dort geht es links ab und steil aufwärts. Am Waldrand biegt der Weg links ab und geht im Wald weiter steil hoch zum Wegweiser Ob dem Kirchtal (285 m). Durch hohen Buchenwald kommt man nach 400 Metern zur Hasenbank (286 m). Unterhalb gibt es bei einem Kreuz eine Bank und den Blick auf Bombach.

Der Weinweg geht aber nicht direkt in den Ort hinunter, sondern rechts am Waldrand entlang bis zur Rammersberghütte, wo man picknicken und grillen kann. Nach der Hütte verläuft der Weg in mehreren Kurven durch den Rebberg hinunter nach ­Bombach zum Langtalkreuz (218 m). Er geht nicht in den Ort hinein, sondern durch die Brunnenstraße in die Breizgenstraße zum Wegweiser Sühnekreuze. Man überquert die Landstraße und wandert auf der Straße Im Weingarten aufwärts. Erst jetzt sieht man links die zwei alten Kreuze. Auf Teer geht man durch die Reben bis auf die Höhe unterhalb des Umsetzers. Durch Wiesen mit Kirschbäumen geht es hinauf zum Umsetzer und durch die Reben zum Wegweiser Sommerhalde (280 m). Durch Reben und Obstwiesen wandert man weiter zum Wegweiser Hochwald-Königssträßle (293 m). Auf dem Hochwaldweg lässt man es abrollen und verlässt bei einer Schranke den Wald. Geradeaus kommt man zu einem Pferdehof und weiter auf den Straßen Im Oberfeld und Hochwaldstraße, nach insgesamt 7,7 Kilometern, zum Rathaus von Nordweil (205 m).

Am Rathaus von Nordweil entdeckt man das Wappen von Württemberg mit den drei Geweihstangen. Man biegt rechts vom Rathaus in die Herrenbergstraße ein. Dort findet man die Erklärung auf einer Tafel beim ehemaligen Vogtshof: Nordweil gehörte bis 1648 als ehemaliges Lehen des Klosters Alpirsbach zu Württemberg. Beim Wegweiser Nordweil Herrenberg (218 m) biegt man links ab. Man geht weiter aufwärts durch das Dorf, an einer Mariengrotte vorbei, dann durch Reben und Wiesen mit Kirschbäumen. Schließlich erreicht man den Wald. Im Wald kommt man zu einer großen Wegekreuzung namens Stollreute. Dort geht man links auf dem Barbaraackerweg immer abwärts in den Ort Bleichheim.

In Bleichheim folgt man der Fohreneckstraße und von dieser links der Vogtstraße (3 km seit Nordweil). Jetzt folgt man rechts der Bleichtalstraße, um am Ortsende scharf links in die Steinbrunngasse abzubiegen. Diese führt aufwärts, an der Lourdeskapelle vorbei, schließlich am Rebberg entlang in einem kleinen Hohlweg an die Landstraße nach Broggingen. Diese überquert man und wandert durch Reben und Maisäcker, bis man steil abwärts wieder auf die Landstraße kommt. Jetzt geht es auf der Landstraße in das Dorf Broggingen und zum Rathaus (2,2 km seit Bleichheim).

Vom Rathaus aus folgt man der Riedstraße. Am Ortsausgang, bei der Schreinerei, geht man rechts ab auf einen schmäleren geteerten Weg. Durch Äcker und Wiesen mit Obstbäumen, später durch Reben, verläuft der Weinweg immer geradeaus und leicht aufwärts. Beim Wegweiser In der Hornhalde (247 m) hat man einen schönen Blick zurück auf Broggingen und den Rand des Schwarzwaldes dahinter. Auf der anderen Seite grüßt das nächste Ziel, der Kahlenberg. Bei einem alten Grenzstein bekommt man die ehemalige Grenze zwischen der Markgrafschaft Baden-Hachberg und dem Bistum Straßburg (Herrschaft Ettenheim) erklärt. Man wandert nun auf dem Königsweg, der historischen Verbindung zwischen der Hochkönigsburg im Elsass und dem württembergischen Hornberg im Schwarzwald. Man geht durch Reben und Obstanlagen, in einem kleinen Hohlweg abwärts, immer auf den Kahlenberg mit dem Heubergturm zu.

An der Kreuzung hört die Teerdecke auf, man geht rechts und kann schon die Wegetappe des nächsten Tages durch das Münstertal nach Münchweier und Wallburg studieren.

Es geht weiter durch Reben, Felder und Wiesen mit Obstbäumen (zugleich Naturpfad Wunderland am Wegesrand) zum Wegweiser Sandhalden (248 m). Man kommt wieder auf einen geteerten Weg, links gibt es am Geisberg einen kleinen Rastplatz mit einer Tafel über den Weinbau am Kaiserberg, der mit der älteste in ganz Deutschland genannt wird. Links unter dem Weg liegt der Golfplatz Tutschfelden. Auf dem Ostberg erreicht man die Höhe des Kaiserberges (292 m).

Man geht auf einem Erdweg (zugleich Weinwanderweg am Kaiserberg) rechts weiter entlang der Rekultivierung der Deponie Kahlenberg. Am Kahlenberg wurde früher Eisenerz abgebaut und nach dem Krieg Abfall deponiert. Heute wird der Müll in einer beispielhaften Anlage auf der Westseite des Berges ­recycelt beziehungsweise als Energie genutzt. In den renaturierten Flächen haben sich viele seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt. Im Sommer kann man das muntere Treiben der exotisch anmutenden Bienenfresser beobachten.

Durch eine Lindenallee kommt man in den Wald, zu einer Unterstellhütte und dann zu der Kahlenbergkapelle mit einem sehenswerten alten Fieberkreuz. Dort kann man auch sehr schön rasten.

Bei zwei alten Kreuzwegstationen geht es wieder in die Reben (zugleich Weinlehrpfad) und zum Wegweiser Heuberg (270 m). Nach 400 Metern erreicht man den Aussichtsturm und die zugehörige Gaststätte. Nun muss man gut aufpassen. Der Weinweg folgt nämlich nicht dem direkten Weg durch einen interessanten alten Hohlweg nach Ettenheim, sondern lässt den Turm und das Gasthaus links liegen. Der Blick geht weit nach Norden, zum Ende der nächsten Etappe unter dem Schutterlindenberg in Lahr. Durch die Reben geht es abwärts zum Wegweiser Rappentanz (252 m) und abwechslungsreich durch Reben und Gärten nach 1,5 Kilometern nach Ettenheim. Man erreicht zuerst den Pfaffenbach, rechts liegt die beherrschende Kirche St. Bartholomäus und links der Prinzengarten (176 m). Durch das Städtchen mit seinen historischen Bauten erreicht man, nach insgesamt 19,3 Kilometern, das Etappenziel beim Unteren Tor (173 m).

Morgen lesen Sie: Auf dem Breisgauer Weinweg von Ettenheim nach Lahr

Alle Beiträge der Serie unter      mehr.bz/weinwanderungen



von Peter Gürth
am Mo, 18. April 2016

Die Tour

» Tageswanderung von Malterdingen nach Ettenheim, rund 19 Kilometer. Die dritte Etappe des Breisgauer Weinweges ist nicht sehr spektakulär. Sie führt, teils auf geteerten Wegen, teils auf idyllischen Wiesenwegen und durch den Wald, von einem beschaulichen Dorf zum nächsten. Man braucht einen Blick für die sanfte Hügellandschaft, für die alten Obstbäume und die vielen Blumen in den Gärten und auf den Wiesen.

Zum Schluss kommt dann doch noch ein Höhepunkt mit dem Kahlenberg, seiner seltenen Tier- und Pflanzenwelt in den Rekultivierungen, seiner Kapelle und dem weiten Blick vom Heubergturm.

Anfahrt:
Mit dem Regionalbus in Richtung Orschweier oder Lahr, dann in die Bahn.
Fahrplanauskunft: http://www.efa-bw.de

Markierung: Grüne Traube in einer roten Raute auf weißem Grund  

Autor: vacs

Badens beste Erlebnisse