Freiburg Marathon

Interview mit Marc Noller: „Schüttel dein’ Speck“

BZ-Interview mit Marc Noller, der in Freiburg beim Marathon für brasilianische Rhythmen sorgt

er Freiburg Marathon gilt als Frühjahrsklassiker unter den Langstreckenläufen. Nicht nur die Freiburger Kulisse und – hoffentlich – frühlingshafte Temperaturen machen die Laufveranstaltung zu etwas Besonderem. Auch 42 Bands, die an der Strecke verteilt für gute Stimmung sorgen, reizen viele Läufer, hier an den Start zu gehen. Die Freiburger Trommelgruppe Brasilikum wird am 7. April das vierte Mal dabei sein. Über Erlebnisse und die Motivation, sechs Stunden lang durchzutrommeln, sprach Bandleader Marc Noller mit unserem Mitarbeiter Valentin Gensch.

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BZ: Bei Großveranstaltungen, wie Bundesligaspielen des SC Freiburg, haben unter anderem Sie einige Zeit für Stimmung gesorgt. Die südamerikanische Musik kam nicht bei allen Fans gut an. Wie ist das beim Freiburg Marathon?
Noller: Leider kamen unsere Rhythmen bei Fangruppierungen wie den Ultras eher schlecht an. Die Musik wurde als weiblich, schwul und hippiemäßig angesehen. Beim Freiburg Marathon ist das anders. Viele Läufer klatschen und winken uns zu, zeigen den Daumen nach oben oder legen sogar eine kleine Tanzeinlage hin.
BZ: Was motiviert die Marathonläufer mehr: Schlachtgesänge wie beim Fußball oder brasilianische Rhythmen?
Noller: Unsere Trommelmusik! Die ist dauerhaft und ein gewisser Grundrhythmus für das Laufen ist gewährleistet. Außerdem ist es eine atmosphärische Sache. Beim Freiburg Marathon bringen die unterschiedlichsten Musikgruppen jeweils eine andere Stimmung in die Laufveranstaltung, zu den Anfeuerungsrufen der Zuschauer. Unsere Musik hilft den Leuten, durchzuhalten.
BZ: In den letzten drei Jahren habt ihr im Bereich der Innenstadt für Stimmung gesorgt. Dieses Jahr steht ihr an der Kaiserstuhlbrücke kurz vor der Zielgeraden.
Noller: Wir sind gespannt, ob so viele Leute in der Kaiserstuhlstraße stehen, wie in den vergangenen Jahren in der Innenstadt waren. Für uns ist die Stimmung an der Strecke wichtig, denn wir spielen nicht nur für die Läufer, sondern auch für die Zuschauer, die auch unseretwegen vorbeikommen.
BZ: Gibt es einen Song, der die Teilnehmer des Marathons besonders gut motiviert?
Noller: Am besten kommt bei den Menschen eine umgeschriebene Version von "Schüttel dein’ Speck" von Peter Fox an. Da habe ich einen Mitmachteil für die Zuschauer eingebaut. Außerdem passt der regelmäßige Rhythmus gut zum Laufen.
BZ: Wenn Sie langsamer spielen, laufen die Leute dann auch langsamer?
Noller: Das kann sein, glaube ich aber nicht. Unsere Musik animiert die Teilnehmer, den Schmerz zu vergessen. Durch unsere Musik laufen die Leute eher schneller.
BZ: Kommen Sie durch das Getrampel der vielen Läufer aus dem Rhythmus?
Noller: Durch das Getrampel nicht, aber wenn unsere Mitspieler zu lange den Läufern zuschauen, kann es sein, dass die Konzentration nachlässt. Ich bringe meine Leute dann wieder in den Rhythmus.

Marathon, Freiburg, Messegelände, Sa, 6. April, 10 bis 19 Uhr Marathonmesse, 12 bis 19 Uhr Nudelparty. So, 7. April, 8 bis 15.30 Marathonmesse, 10 bis 17.30 Uhr Marathonparty, 11 bis 18 Uhr Nudelparty, Aktionsprogramm entlang der Strecke 10 bis 17 Uhr, Infos: http://www.marathon-freiburg.com
von bz
am Fr, 05. April 2013

ZUR PERSON: Marc Noller

Der 41-Jährige ist Lehrer an der Hans-Jakob-Realschule in Freiburg. Während verschiedener Studienreisen in Brasilien lernte Noller bei Workshops die Kunst der afro-amerikanischen Percussionmusik kennen. Nach einer zweijährigen Ausbildung bei Dudu Tucci, einem brasilianischen Musiker, folgen Tätigkeiten als Studiomusiker, Arrangeur und Percussionlehrer. Seit der Gründung von Brasilikum 2006 wirkt Noller in der Trommelgruppe mit, 2011 übernahm er die Leitung.  

Autor: vge

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