Kandidatencheck

Johannes Fechner (SPD) im Wahlkreis 283 Emmendingen-Lahr

Beim ersten Mal war es knapp. 2013 zog Johannes Fechner von Listenplatz 19 in den Bundestag. 20 Abgeordnete stellte die Landes-SPD dereinst. Vier Jahre später steht der Emmendinger auf Platz zehn. Im Parlament will der Anwalt seine von Rechtspolitik geprägte Arbeit fortsetzen. Und ein weiteres Ziel in Angriff nehmen: Spieler der Bundestags-Fußball-Nationalmannschaft bleiben.

von Frank Schoch
am Fr, 15. September 2017

"Was ich im Sinn habe..."

"…ist ein gerechteres und sicheres Deutschland. Familien müssen stärker unterstützt werden - etwa durch die Abschaffung der Kita-Gebühren und Einführung der Eigenheimzulage. Höhere Renten verhindern Altersarmut. Für mehr Sicherheit brauchen wir mehr Personal bei der Polizei. Die Polizei muss die aus DNA-Spuren gewinnbaren Erkenntnisse zu Haut-, Haar- und Augenfarbe nutzen können. Und Fessenheim muss endlich abgeschaltet werden!"  

Autor: bz

"Was ich anpacken will..."

"Im Wahlkreis den Halbstunden-Takt für die Elztalbahn, Umfahrungen für Winden, Haslach und Köndringen, sechsspuriger A5-Ausbau, Lärmschutz für alle Anwohner der Rheintalbahn und Breitbandausbau für schnelles Internet. Im Bundestag setze ich mich für mehr Personal bei Polizei und Gerichten, mehr Wohnungsbau, kostenlose Kitas, das Ende des Soli und eine europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik ein."  

Autor: bz

"Mein Herz schlägt für..."

"...meine Familie, den SC Freiburg und gutes Essen! Politisch sind mir Gerechtigkeit, Sicherheit und Europa Herzensangelegenheiten, für die ich mich einsetze. Zur Gerechtigkeit gehört etwa, dass Gehaltsexzesse bei Managern gedeckelt werden. Es bringt mich auf die Palme, wenn Auto-Manager erst Verbraucher durch Betrug schädigen und dann Abfindungen in Millionenhöhe abzocken. Und gerade weil ich überzeugter Europäer bin, will ich die EU bürgernäher und effektiver gestalten. Gerade in der Flüchtlingspolitik und im Kampf gegen den Klimawandel brauchen wir eine starke EU."  

Autor: bz

"An die Nieren geht mir..."

"...das Kriegselend in Syrien und dass es der Weltgemeinschaft nicht gelingt, dort Frieden zu schaffen. USA und Russland müssen mit Saudi-Arabien und Iran endlich eine Lösung finden. Mich nervt, dass selbst Normalverdiener Probleme haben, eine Wohnung zu finden und wenn Frauen, die lange gearbeitet, Kinder großgezogen oder Verwandte gepflegt haben, nur eine kleine Rente haben und Sozialhilfe brauchen."  

Autor: bz

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Verkehrspolitik: Sechsspuriger Ausbau der A5, Lärmschutz für alle Rheintalbahn-Anwohner
Mehr bezahlbaren Wohnraum: höhere steuerliche Förderung, Wiedereinführung der Eigenheimzulage
» Ausbau und Förderung von schnellerem Internet

... für die Bundespolitik

Verbesserungen bei der Mietpreisbremse
» Abschaffung des Solidaritätszuschlages
Mehr Polizei, Richter und Staatsanwälte einstellen  

Autor: bz

"Beweglichkeit in der Politik..."

"...ist schlecht. Politiker sollten nicht zu beweglich sein und ihr Fähnchen in den Wind hängen. In den USA sieht man, wie gefährlich Populisten für eine Gesellschaft sind. Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf verlässliche Politik. Darum mache ich Politik mit klaren Überzeugungen und festen Werten. Beweglicher muss ich nur körperlich werden und habe mir nach dem Wahlkampfstress ganz viel Sport vorgenommen."  

Autor: bz

"Mein weiterer Weg führt mich..."

"...wieder in den Bundestag und dort in den Rechtsausschuss, weil ich hier Vieles erreichen konnte: Die Verschärfung des Sexualstrafrechts, die Mietpreisbremse, die Frauenquote in Firmenvorständen oder auch den besseren strafrechtlichen Schutz von Polizisten und Rettungskräften habe ich mitbewirkt. Und ich will Stammspieler in der Fußball-Nationalmannschaft der Bundestagsabgeordneten bleiben!"  

Autor: bz

ZUR PERSON: Johannes Fechner

Sport spielt für ihn eine große Rolle – als Teilnehmer des Emmendinger Stadtlaufs oder mit dem Fußball. Und als Fan des SC führt ihn sein Weg gelegentlich nach Freiburg. Der Vater zweier Kinder gibt außerdem Grillen als Hobby an.

Geboren: 25. November 1972 in Freiburg
Wohnort: Emmendingen
Beruf: Rechtsanwalt

Karriere: Seit 2001 Anwalt in Emmendingen (Arbeitsrecht)
Ausbildung: Jura-Studium in Freiburg, Referendariat in Offenburg und Lahr

Parteimitglied seit 1990

http://www.johannesfechner.de

http://www.facebook.com/johannesfechner.spd  

Autor: bz

NACHGEHAKT: Info

In der ersten Amtszeit zum rechtspolitischen Sprecher

Einen langen Atem hat Johannes Fechner bereits vor Jahren bewiesen. Drei Kandidaturen waren nötig, ehe der heute 45-jährige Emmendinger 2013 erstmals in den Bundestag einzog. Gleichzeitig zeigte er eine gewisse Weitsicht, hatte er doch vor seinem ersten Versuch 2005 mit seiner Partei vereinbart, für drei Anläufe zur Verfügung zu stehen.

  Angekommen am Ziel in Berlin setzte Fechner sein großes Engagement fort. Offenbar im Interesse der SPD-Fraktion, die ihn nach nur einem Jahr zu ihrem rechtspolitischen Sprecher wählte. Damit leitet er seit 2014 die Arbeitsgruppe Recht und Verbraucherschutz seiner Fraktion. Entsprechend gestalteten sich die Schwerpunkte seiner Arbeit in Berlin: Fechner zählt dazu etwa – wie es auch von anderen Politikern fast aller Parteien gefordert wird – den Einsatz für mehr Polizeikräfte, Richter und Staatsanwälte. Er fordert darüber hinaus seit geraumer Zeit, die Auswertung einer DNA-Spur auf Augen-, Haut- und Haarfarbe für polizeiliche Ermittlungen zu erlauben. "Wir wollen mit unserer rechts- und verbraucherpolitischen Arbeit einen Beitrag für eine offene und gerechtere Gesellschaft leisten. Für uns steht der Schutz der Schwächeren im Vordergrund", heißt es dazu auf Fechners Online-Auftritt. Darunter fällt die Mietpreisbremse, die laut Fechners Eingeständnis – immerhin hat die SPD das Vorhaben mit der CDU zu verantworten – verbessert werden müsse.

  Im Wahlkreis liegen ihm einige verkehrspolitische Themen besonders am Herzen: etwa der Ausbau der A5, der Rheintal- und der Elztalbahn sowie der Breitbandausbau. Da sich einige der Projekte über Jahre hinziehen, sieht Fechner an dieser Stelle weiterhin viel Arbeit vor sich.

  Außerhalb seiner politischen Tätigkeit, der er nach eigenen Angaben durchschnittlich 75 Stunden pro Woche nachgeht, findet er wöchentlich im Schnitt 15 Stunden Zeit für seine Nebentätigkeit als Anwalt. Fechner sieht diese Arbeit als Beweis seiner Unabhängigkeit als Abgeordneter, der sich dadurch nicht der Partei, sondern seinem Gewissen verpflichtet fühlt. Außerdem sieht er einen Nutzen dieser Praxiserfahrungen für seinen Arbeit in rechtspolitischen Fragen in Berlin.

Neun Vereinen gehört Fechner nach eigenen Angaben auch an. Doch viel Zeit bleibt dem zweifachen Vater dafür wohl kaum.  

Autor: bz

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