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Julien Bender, SPD Freiburg: "Keine Angst vor den Grünen"

Zu Beginn seiner politischen Laufbahn vor knapp 15 Jahren wäre Julien Bender fast zu den Grünen gegangen. Doch er entschied sich für die Sozialdemokraten – und hat es nie bereut.

Als "logische Konsequenz" bezeichnet Julien Bender seine Kandidatur für den Gemeinderat. Seit fünf Jahren ist der 34-Jährige Kreisvorsitzender der SPD Freiburg, vor zwei Jahren hat er als Nachfolger von Gernot Erler für den Bundestag kandidiert und ein achtbares Ergebnis eingefahren, auch wenn es für den Einzug nicht gereicht hat. Die Arbeit in der Kommunalpolitik sehe er nicht als Rückschritt, so der Lehrer. "Kommunalpolitik ist spannender, man ist näher an den Menschen dran."

Geboren am 13. Mai 1985

Beruf: Lehrer an der Realschule St. Blasien

Wohnort: Freiburg-Wiehre

Hobbys: Rennradfahren, Wandern, Angeln

Nach der Sommerpause sitzt Bender also als stellvertretender Vorsitzender der SPD und deren bildungspolitischer Sprecher im Gemeinderat und will sich daneben besonders um die Kultur kümmern – obwohl die Partei eine Fraktion mit der Kulturliste bildet. "Da gibt es genug Themen", sagt er. Außerdem will er sich mit Verkehrsthemen beschäftigen, zumal er sich in der Initiative Stadttunnel engagiert.
"Ich sehe uns nicht unter ferner liefen. Wir wissen, wo wir stehen." Julien Bender
Seine Freiburger Ehrenämter möchte Bender trotz seiner neuen Aufgabe behalten, vor allem das "Forum Weingarten" liege ihm am Herzen. Über jene Ämter auf Landesebene müsse er noch nachdenken. "Da wird sich was ändern."

Viel ändern wird sich auch im Ratssaal: Die neue Zusammensetzung des Gremiums biete die Chance, manche Dinge anders zu sehen und offen zu sein für Neues, so Bender. Vor der grünen Front – während seine Fraktion auf sieben Sitze kommt, sind die Grünen mit 13 Sitzen im Gemeinderat vertreten – "habe ich keine Angst", sagt er. "Ich sehe uns nicht unter ferner liefen. Wir wissen, wo wir stehen." Mehrheiten zu finden, werde besonders wichtig.

Dabei wäre der Historiker zu Beginn seiner politischen Laufbahn vor knapp 15 Jahren fast zu den Grünen gegangen. Als Schüler habe er sich die Unterlagen beider Parteien schicken lassen und sich schließlich für die Sozialdemokraten entschieden. Der soziale Aspekt sei ausschlaggebend gewesen. Den Schritt zum SPD-Parteibuch "habe ich nie bereut".

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von Sina Schuler
am Mi, 07. August 2019 um 18:47 Uhr

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