Keine Probleme wegen Coronavirus

Hotzenwälder Betriebe kommen mit Regio-Messeausfall klar.

HOTZENWALD. Ab vergangenem Wochenende hätten neun Unternehmen vom Wald täglich nach Lörrach fahren müssen, um an ihrem bei der Regio-Messe angemeldeten Stand aktuelle Informationsdienste zu leisten. Die inzwischen wegen des Coronavirus erfolgte Messeabsage wurde von Standbetreibern unterschiedlich kommentiert, wie eine Nachfrage der Badischen Zeitung ergab.

"Es ist schade, dass wir unsere neuen Produkte nicht vorstellen können, aber die Betriebsauslastung ist derzeit gut und wir können die Zeit anders nutzen", berichtete Timo Häßle aus Jungholz, der an seinem Stand neben Spanndeckenprodukten erstmals auch neue Bodenbeläge mit Naturkieselsteinen zeigen wollte.

Die Absage sei akzeptabel, aber gut nachvollziehen könne er den großen Umfang von Aktivitätseinschränkungen nicht. Vor dem Risiko, bei der Messe angesteckt zu werden, habe er sich auch nicht gefürchtet. Ähnlich argumentierte Markus Merkle aus Altenschwand, der einen Stand mit Infos rund um die umweltentlastende Solartechnik führen wollte. "Die Absage tut nicht weh, weil wir arbeitsmäßig sehr gut ausgelastet sind", betonte der Leiter des Geba-Unternehmens mit dem Hinweis, dass er den großen Medienaufwand rund um das Virus ebenfalls für übertrieben hält.

Bedauert wird die Messeabsage auch von den Haustechnikunternehmen Pankratz in Herrischried, "Strom-Tiger" in Görwihl und vom Kaminbau Arzner in Niedergebisbach. Der Spezialist für Kamine und mobile Heizzentralen bezeichnete den Messeausfall als einen Verlust für alle Fachbetriebe der Region. Aber angesichts der allgemein guten Nachfrage nach Dienstleistungen insbesondere im Bereich staatlich geförderter Haustechnik könne die Messeabsage gut aufgefangen werden.

Erleichterung und Bedauern

Bei Rita Gerspach aus Schweikhof, die mit ihrem Mann einen Biohof und einen Übernachtungsbetrieb mit originellen Holz-Wohnfässern führt, mischten sich Erleichterung sowie Bedauern über den Messeausfall. Wenn die Veranstaltung nicht abgesagt worden wäre, hätten die Aussteller mit viel weniger Besuchern rechnen müssen, und der Einsatz am Stand würde schlecht belohnt, lautete ihre Einschätzung. Es sei indes schade, dass auf diese Weise die erstmalige Vorstellung eines neuen, besonders großen Wohnfasses nicht ermöglicht wurde.

Für Yvonne Allgaier, die in Hottingen Produkte der Nahrungsergänzung und Körperpflege vertreibt, fällt die Premiere eines ersten Messeauftritts ins Wasser. "Ich habe mich auf die Standarbeit gefreut und auch auf meine Teilnahme an dem geplanten Tag des Vertriebs auf dem Messegelände", berichtete sie der Badischen Zeitung gegenüber. Für ein kleines, von Dorina Horescky in Tiefenstein geführtes Lebenshilfe-Unternehmen war die Messeabsage, von der sie erst bei der BZ-Nachfrage erfuhr, nicht so wichtig. Im Bereich einer Sonderschau für altes Handwerk hätte sie gerne Spinnarbeiten vorgeführt.

Von der Messeabsage nicht betroffen waren übrigens die seit vielen Jahren mit einem Stand präsenten Rickenbacher Firmen Holzbau-Matt und Sanitär-Schäuble. Sie wollten diesmal pausieren.
von Wolfgang Adam
am Mo, 16. März 2020

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