Keiner geht ohne Arbeit heim

An der Gemeinschaftsschule Hotzenwald wurden am gestrigen vorerst letzten Schultag die drei ausfallenden Wochen geplant.

HERRISCHRIED/RICKENBACH. Schule auf dem Hotzenwald ist jetzt erst einmal – wie im gesamten Land Baden-Württemberg – für fünf Wochen Geschichte. Die Gemeinschaftsschule hat den gestrigen Montag dazu genutzt, ihre Schüler auf die unterrichtsfreie Zeit vorzubereiten. Dazu gehörte die Verteilung von Elternbriefen, Notfallplänen und Arbeitsaufträgen. Und auch für diejenigen, die Ende April ihre Realschulabschlussprüfung ablegen wollen, gab es für die kommenden Wochen eine Reihe von Hilfestellungen.

So wird die Schule, deren Grundschule in Rickenbach, alle weiterführenden Klassen in Herrischried untergebracht sind, kommenden Realschulabsolventen in den nächsten Wochen die Möglichkeiten geben, bei Problemen, Fragen und Nachholbedarf an die Schule zu kommen. "Das wird aber definitiv nicht in größeren Gruppen möglich sein, sondern in Kleinstgruppen von zwei Schülern", sagt Schulleiterin Marianne Husemann. Unterstützung werden die Schüler aber auch über den digitalen Weg bekommen, verspricht die Schulleiterin. Ihre Prüfungen beginnen Ende April.

Das Kollegium rund um Husemann und Konrektorin Marie-Christine Hanganu hatte den Braten schon am Freitag früh gerochen, geahnt, dass das Kultusministerium die Schließung der Schulen anordnen werde. "Wir konnten so recht früh schon die E-Mail-Adresslisten der Schüler an die Lehrer verteilen und die Kinder schon bitten, Bücher mit nach Hause zu nehmen." Am Wochenende dann wurden entsprechende Mails aufgesetzt und ein Elternbrief an die Klassen fünf und sechs verfasst. Am gestrigen Montag dann gab es noch eine Dienstbesprechung auch unter dem Aspekt der Notfallbetreuung. Sie soll gewährleisten, dass Kinder von Eltern, die beide in Berufen tätig sind, die zur Gesundheitsversorgung, Gefahrenabwehr, Justiz oder zur Lebensmittelbranche gehörten, in der Schule betreut werden können.

Dieses Angebot gilt erst einmal von 8 bis 12.45 Uhr. "Bislang benötigen das nur zwei Kinder der Grundschule bis Klasse 6", sagt Marianne Husemann. Aber die nächsten Tage müsse man genauer schauen, wer welche Betreuung benötigt. Andere Eltern konnten offenbar die Betreuung ihrer Kinder anderweitig bewerkstelligen.

Und die anderen Schüler? Man habe Arbeitspläne entwickelt, die sich natürlich voneinander unterscheiden. "Die Schüler der neunten Hauptschulklasse etwa müssen mir täglich ein E-Mail schreiben – auf Englisch", erzählt Marianne Husemann. Das sei sowieso Teil ihrer Abschlussprüfungen, die Ende Juli anstehen, "und so werden sie in Übung bleiben". Ältere Schüle bekommen auch Dateien zugeschickt, die sie dann ausgefüllt zu einem bestimmten Zeitpunkt an ihre Lehrer zurückschicken müssen. "Die Kleineren bekommen Wochenpläne, in denen ein gewisses Pensum festgelegt wird, dass sie abzuarbeiten haben", erklärt die Schulleiterin. Texte zusammenfassen, Bücher lesen und Fragen dazu beantworten, so und ähnlich verläuft die Arbeitsvergabe.

Einige ihrer Kolleginnen und Kollegen hätten bereits Aufgaben mitgegeben, andere werden das digital erledigen, sagt Husemann. "Wir haben unsere Schüler mit einem Paket an Arbeit nach Hause geschickt." Die eigentlich in der achten Klasse für Montag vorgesehene Vergleichsarbeit fiel ins Wasser. Und beruhigt fügt Husemann, die
von Michael Krug
am Di, 17. März 2020

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