Kerzenlicht als Solidarität

Wehrer Kirchen bieten gemeinsame Aktionen an.

WEHR. In ökumenischer Verbundenheit haben sich die beiden christlichen Kirchen der Stadt darauf verständigt, während der Corona-Krise gemeinsame Aktionen den Menschen katholischen und evangelischen Glaubens anzubieten. Jetzt, wo alle Gottesdienste ausgesetzt worden sind und auch jegliches Gemeindeleben ruht, sei es umso wichtiger, Gemeinschaft im Glauben zu erfahren, wie die Geistlichen Matthias Kirner und Peter Hasenbrink unisono betonen.

In der Praxis stellen sie sich die konfessionsübergreifende Zusammenarbeit so vor: Täglich stellen alle Wehrer Bürger christlichen Glaubens um 19 Uhr eine Kerze als Licht der Hoffnung ans offene Fenster, während in den Kirchen die Osterkerzen entzündet werden.

Zum Klang der Kirchenglocken werden Fürbitten gelesen und ein Vaterunser gebetet. Jeder Haushalt für sich. Das alles unter dem Leitwort "Wir halten uns fern und sind füreinander da – Licht der Hoffnung". In ökumenischer Gemeinschaft wird also für die Stadt, das Land und die ganze Welt gebetet. Gerade beim gemeinsamen "Vaterunser" sollen sich in dieser schwierigen Zeit alle Menschen verbunden und von Gott gehalten fühlen.

In einem gesonderten Schreiben des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger vom 17. März, ruft der Oberhirte der Erzdiözese dazu auf, die von den Medien live übertragenen Gottesdienste mitzufeiern und zuhause, in persönlicher Umgebung, in den Anliegen von Kirche und Welt innezuhalten und nicht zuletzt um Bewahrung vor jeglichem Unheil zu beten.

Burger verweist auf die umfangreichen Einschränkungen und auch Verschiebungen hin, die das kirchliche Leben jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie allen auferlegt.

"Die getroffenen Maßnahmen mögen allen verdeutlichen, welches hohe Gut uns mit der öffentlichen Feier der Liturgie geschenkt ist. Vielleicht lernen wir in diesen Tagen umso mehr zu schätzen, was uns durch die derzeitige Situation genommen ist: den Glauben in Gemeinschaft leben und feiern zu können", wie der Freiburger Erzbischof schreibt.
von Hansjörg Bader
am Sa, 21. März 2020

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