"Klamotten müssen nachhaltig sein"

BZ-UMFRAGE: Wie wichtig ist den Menschen das Thema Mode und auf was achten sie beim Kauf von Kleidung?.

LAHR. Wie wichtig ist den Menschen Mode? Auf was achtet man beim Kleiderkauf? Für die Serie zum Thema Mode hat sich BZ-Mitarbeiterin Emma Nentwig einmal in der Lahrer Fußgängerzone umgehört. Sie hat auch fotografiert.

Elina Sauter (35), Ettenheim

"Für mich ist Mode sehr wichtig, denn sie zeichnet Menschen aus. Die Kleidung macht eigentlich vieles her. Dabei ist es mir nicht wichtig, große Marken zu tragen, sondern es soll einfach gut aussehen. Dazu muss es allerdings auch noch bezahlbar sein. Ich gebe wahrscheinlich bis zu 100 Euro im Monat für Klamotten aus. Dann kaufe ich auch mal qualitativ hochwertiges, gehe aber auch zu den großen Ketten."

Marina Riebensahm (57),
Kippenheim


"Für mich müssen Klamotten vor allem qualitativ nachhaltig sein und das auch unabhängig von der Marke. Wenn ich Kleider kaufe, will ich sie nicht nach einem Jahr wegwerfen müssen. Darum besitze ich viele klassischen Teile und jage keinem Trend hinterher. Einkaufen gehe ich nicht öfter als zwei, drei Mal im Jahr und dann kann es auch mal etwas mehr sein. Meistens begleitet mich dabei mein Mann, der wirklich gerne mitgeht und mich berät. Für mich sind sowohl das Internet wie auch große Filialen nichts, darum unterstütze ich dann gerne den Einzelhandel."

Catalina Sanchez (53), Friesenheim

"Für mich als Frau ist Mode schon wichtig, allerdings nur für mich selbst. Darum muss es auch nicht immer der neuste Trend sein, sondern es soll vor allem in meinem Alter mir gefallen. Meistens schlendere ich durch die Stadt und finde so etwas, was mir gefällt. Bewusst shoppen gehe ich eigentlich nicht, weil eigentlich braucht man ja nichts. Wenn mir dann etwas gut gefällt, bin ich auch bereit, einen dementsprechenden Preis dafür zu zahlen. Und meistens finde ich dann auch was."

Carmen Schöchlin (17), Hugsweier

"Natürlich lege ich auch Wert auf mein Äußeres, aber einem bestimmten Trend folge ich nicht. Wenn ich aber etwas sehe, das mich begeistert, bin ich auch durchaus dafür bereit Geld auszugeben. Allerdings bin ich eher ein Schnäppchenjäger und gehe darum auch nicht oft bewusst shoppen. Eine besondere Schwäche habe ich für Jacken, davon besitze ich wirklich viele. Und ich hatte mal eine Phase, in der ich nur schwarze Hosen getragen habe, weil ich es einfach eleganter fand. Mittlerweile besitze ich aber nur noch eine."

Lukas Oßwald (50), Lahr

"Mir ist nicht wichtig, was gerade in ist oder nicht. Ein Bummler bin ich auch nicht. Wenn ich etwas brauche, gehe ich bewusst einkaufen. Meistens lasse ich mich dann sogar von meiner 30-jährigen Tochter beraten. Ich bin auch kein Schnäppchenjäger, wenn mir etwas gefällt, soll es nicht am Preis scheitern. Schließlich lege ich großen Wert auf Qualität und diese hat nun mal seinen Preis. Darum gehe ich auch meistens in Einzelhandelsgeschäfte – manchmal, wenn ich sowieso dort bin, auch gerne in Freiburg. Eine politische Botschaft darf ein T-Shirt aber gerne auch mal haben."

Thomas Gisbert (69), Dortmund

"Klar ist das Aussehen wichtig, allerdings bin ich, was Mode angeht, eher pragmatisch und ich mache mir auch ehrlich gesagt nicht viele Gedanken darüber. Es sollte gut aussehen, aber ich muss mich auch darin wohlfühlen. Was gerade aber der Trend ist, ist mir wirklich egal. Einkaufen gehe ich wahrscheinlich einmal pro Jahres und dann eher in die großen Kaufhäuser. Wenn mir dann was gefällt, nehme ich es mit. So einfach."

Caroline Christ (47), Lahr

"Mode interessiert mich nicht. Ehrlich gesagt habe ich auch relativ wenig Ahnung davon, weil ich weder die entsprechenden Heftchen lese, noch Fernsehen schaue. Mir gefällt auch dieses schnelle Wechseln von den Kleidern nicht. Ich kaufe meine Klamotten meistens in Second-Hand-Läden oder bekomme sie von Freunden geschenkt. Es kann dann tatsächlich mal vorkommen, dass ich noch bewusst eine passende Bluse zu einem Rock brauche und die dann neu kaufe. Mein Anspruch an mich selbst ist es aber, erst in sämtlichen Second-Hand-Läden in Lahr und auch Offenburg etwas Passendes zu suchen. Das ist mein Beitrag zum Umweltschutz."

Max Kiesele (20), Lahr

"Mode ist natürlich eine gute Möglichkeit, seine eigene ästhetische Vorstellung zu verwirklichen. Man kann sich also quasi selbst zum Kunstwerk machen. Mir ist Mode allerdings nicht besonders wichtig, weil es im Grunde nur etwas Oberflächliches ist. Wenn ich etwas brauche, gehe ich es bewusst einkaufen, was aber sehr selten vorkommt. Meine Klamotten habe ich immer ewig. Viel öfter bin ich in Second-Hand-Läden, allerdings sind meine Größen eher selten. Darum bestelle ich recht viel im Internet, weil es dort vor allem auch Dinge gibt, die mir gefallen und die man so im Einzelhandel nicht findet. Je heißer es allerdings wird, desto wichtiger ist es für mich, nicht zu schmelzen, statt gut auszusehen."

Beate Möschle (51), Ohlsbach

"Ich fühle mich nicht gezwungen bei der aktuellen Mode immer mitzuziehen. Ich trage und kaufe meistens das, was mir gefällt und bequem ist. Für mich ist auch der Stoff wichtig, mit Syndetischem kann ich beispielsweise überhaupt nichts anfangen, ich trage eigentlich nur Baumwolle. Auch über das Internet bestelle ich mir nichts. Das ist mir zu zeitaufwändig. Das ein oder andere Mal habe ich etwas aus einem Katalog bestellt. Allerdings habe ich fast alles wieder zurückgeschickt, weil es mit entweder nicht gepasst hat oder es an mir einfach anders aussah als an dem Model in dem Katalog. Oft bummle ich einfach durch die Straßen, denn wenn man gezielt einkaufen geht, hat man oftmals schon eine gewisse Vorstellung vor Augen und die dann umzusetzen, ist nicht immer einfach."

Gabriel Semeth (20),

Villingen-Schwenningen

"Von Mode halte ich überhaupt nichts. Die Leute sollten anziehen, was sie wollen und was ihnen gefällt. Schließlich sollte man sich nicht über sein Aussehen definieren. Klar kann es Selbstverwirklichung sein, zur Selbstdarstellung sollte es meiner Meinung nach allerdings nicht führen. Deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb man Markenklamotten kauft, um sich darin besser zu fühlen. Ich trage halt, was bequem ist, was mir gefällt und was zu mir passt. Früher habe ich auch viel über das Internet bestellt, wenn ich beispielsweise etwas Spezielles, wie Shirts von einer bestimmten Band, haben wollte. Heute gehe ich ab und an in Second-Hand-Läden, kaufe aber auch gezielt neue Klamotten ein. Das dann aber sehr unregelmäßig und alleine. Andere Leute stressen mich nur, weil jeder eine andere Meinung. Für mich muss es beim Einkauf kurz und schmerzlos sein."

Tobias Knopf (36), Oberkirch

"Ob mir Mode wichtig ist, ist eine schwere Frage. Schließlich kommt es darauf an, wie Mode definiert wird. Die Kleidung sollte natürlich immer den Umständen angepasst sein, aber man muss sich darin auch wohlfühlen. Der neuste Trend ist mir allerdings nicht wichtig. Wenn ich shoppen gehe, mache ich das sogar einigermaßen gerne. Vorausgesetzt, es geht nicht zu lange. Über das Internet bestelle ich mir eigentlich nichts, außer vielleicht ab und an mal ein T-Shirt, das es sonst so nicht gibt. Klar freue ich mich, wenn einer auf der Straße den Insiderwitz auf meinem witzigen Shirt versteht, aber darüber identifiziere ich mich nicht.

von nent
am Sa, 03. Juni 2017


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