Klaus Eberhardt macht fünf Vorschläge

OB-Kandidat zeigt sich von Dynamik im Gewerbegebiet Schildgasse beeindruckt.

RHEINFELDEN. Klaus Eberhardt musste selbst lachen, als er diese rhetorische Frage gerade ausgesprochen hatte: "Was wäre Rheinfelden ohne Karsau?" Das schien fast so, als schmiere der OB-Kandidat auf seiner Wahlkampftour seinen Gastgebern unverblümt Honig um den Mund, um von ihnen als Gegenleistung dafür gewählt zu werden. So plump war das aber offensichtlich nicht gemeint. Der Weiler Bürgermeister war am Samstag sichtlich angetan von der "Tatkraft" und "Dynamik", die er bei den vier besuchten Firmen im Gewerbegebiet Schildgasse spürte.

"Ich muss es so sagen: Ich habe heute doch einiges dazu lernen können", bilanzierte der SPD-Kreisvorsitzende beim öffentlichen Gespräch in der Halle von Rhein-Rohr (Industrierohrleitungsbau) vor gut einem Dutzend Besuchern. Ihm imponierte dort und bei MTB Metallbau Tröndle Berger, Erich Frech (Holzbearbeitung) sowie Kohler (Sicherheit am Bau), wie die aus einer Gründeridee heraus entstandenen Betriebe sich global und in der nicht einfachen Marktsituation der Schweiz mit ihrer Kautionsregelung und Mindestlöhnen behaupten. "Hier ist so eine Art Cluster entstanden durch die Industrie mit Evonik, Umicore und anderen wie der BASF in Grenzach-Wyhlen, die dafür sorgen, dass Betriebe mit Ergänzungsleistungen gut überleben können."

Eberhardt lobte den Mittelstand, zu dem die besuchten Betriebe zählen. Auf einer kleinen Fläche käme bei ihnen ein gehöriges Potenzial an Arbeitskräften zusammen. Kleinere und mittlere Unternehmen stellen laut einer wenige Jahre alten Studie, die er zitierte, in Deutschland 99,7 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen und beschäftigten 65,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten.

Freie Flächen bekam er nicht zu Gesicht, das Gebiet "platzt aus allen Nähten. Man muss sich da was überlegen, damit die Betriebe auch zulegen können. Dafür muss man auch die verkehrstechnischen Voraussetzungen schaffen." Ihm sei eine vorausblickende Planung wichtig, verwies er auf den brandaktuellen Gewerbebaulandbericht, den er für Weil am Rhein erstellte. "Wenn ich die Wahl gewinnen würde, gäbe es fünf Punkte für mich. Erstens: Chefsache, ich will Ansprechpartner fürs Gewerbe sein; zweitens: Beim zweiten Wirtschaftstreffen werden kleine Betriebe eingeladen; drittens: ein Gewerbebaulandbericht; viertens: sich der Nachhaltigkeit bei der Erweiterung von Betrieben bewusst sein, wie etwa den Holzabfall zum Heizen nutzen; fünftens: Die Infrastruktur im Hinblick auf Straßenerschließungen anschauen." Gewerbe solle für ihn im Vordergrund stehen.
von Peter Gerigk
am Mo, 05. März 2012

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