Bebauung Reichswaisenhausareal

Lahrer BI Altenberg will Alternativen vorschlagen

Frank Himmelsbach und die BI Altenberg sehen für ihr Vorhaben Rückenwind in der Bevölkerung. Der Sprecher der Bürgerinitiative will mit Hilfe von 155 Mitgliedern und bisher 1500 Unterschriften den Bebauungsplan zu Fall bringen.

LAHR (wob). Rund 70 Unterstützer haben am Montag in der Mitgliederversammlung im Schlachthof mit dem Führungsteam der Bürgerinitiative die weiteren Schritte besprochen. "Wir wollen bis zum Ablauf der Einspruchsfrist am 25. Oktober insgesamt 2300 Unterschriften zusammen bekommen", so die Marschroute der insgesamt drei Sprecher. Die bisherigen Infostände in der Innenstadt hätten gezeigt, so die BI, dass in der Lahrer Bevölkerung und den Stadtteilen eine große positive Resonanz zu erkennen sei. Dass an den Infoständen zuweilen auch kritische Stimmen über die "reichen Bonzen von der Bürklinstraße, die um ihr schönes Naturschutzgebiet fürchten", zu hören gewesen seien, liege in der Natur der Sache, so die BI.

"Wir versuchen, mit guten Argumenten zu überzeugen", hieß es aus der Führungsriege. So habe man mit den Fraktionen von CDU und FWV im Gemeinderat bereits gesprochen, sagte Himmelsbach, weitere Gespräche mit den Grünen und der SPD sollen folgen. Die Botschaft der BI sei klar: "Wir wollen die Verhinderung des Bebauungsplans, keine Modifizierung". In der Stadtverwaltung habe es lediglich Gespräche mit Bürgermeister Tilmann Petters und Sabine Fink vom Stadtplanungsamt gegeben, ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister stehe noch aus.

Drei Fachgruppen gehen ins Detail

Ins Detail gingen dann die drei Fachgruppen für Geologie, Verkehr und Naturschutz mit den bisherigen Gutachten. Jörg Leser zeigte anhand zahlreicher Bildern die geografische Situation am sandsteinhaltigen Berghang auf, wenn bei Starkregen Wassermassen Häuser und Vorgärten überfluten und sich Teile des Hangs lösen.

Dominik aus den Erlen setzte sich unter dem Aspekt Verkehr mit einem Gutachten auseinander, das ebenfalls im Auftrag des Investors angefertigt worden war. Dass im Plan eine Zufahrtsstraße vergessen wurde, sei nur ein Teil im Gutachten, über das es nochmals nachzudenken gelte. In anderen Fällen sei die Gruppe der Auffassung, dass die Straßenverhältnisse im bestehenden und neuen Wohnbaugebiet äußerst kritisch sind. Das Gutachten sei als Idealfall konstruiert, gehe aber an der Realität vorbei, so die Bewertung der Gruppe.

Am 19. Oktober will die BI zusammen mit Bürgermeister Petters eine Begehung vor Ort unternehmen, um die Lage aus der Sicht von Fußgängern und Radfahrern zu beurteilen. Als Ansatzpunkte für den Verkehr wurde ein höherer Stellplatzschlüssel vorgeschlagen, eine Entschärfung der Engstelle Altvaterstraße, Auflagen für die Mitarbeiterplätze beim Klinikum sowie bessere Lösungen für den Baustellenverkehr.

Michael Weber nahm sich das Gutachten für Natur und Umwelt vor und kam zu ganz anderen Beobachtungen, was die vorhandenen Tierarten anbelangt. Anders als das bisherige Gutachten aufzeigt, gebe es am Altenberg streng geschützte Tiere wie die Schlingnatter. Die geplante Umsiedlungsaktion von Nattern sei problematisch, so seine Einschätzung. In einer vierten Fachgruppe will die BI alternative Vorschläge für den Erhalt beziehungsweise eine Nutzungsänderung von Reichswaisen- und Thaederhaus vorlegen.
von wob
am Di, 04. Oktober 2016 um 15:34 Uhr

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