Areal am ehemaligen Reichswaisenhaus

Lahrs Gemeinderat macht den Weg frei für die Bebauung am Altenberg

Bei Anliegern heftig umstritten ist die Bebauung des Areals rund um das ehemalige Reichswaisenhaus in Lahr. Dort sollen in Hanglage statt der ursprünglich vorgesehenen 200 immer noch 150 Wohneinheiten für Besserverdienende entstehen. Den Gegnern, die auf die Zerstörung des Landschaftsbilds verweisen, ist auch das noch zu viel. Dennoch machte der Gemeinderat den Weg frei für die Eröffnung des Bebauungsplanverfahrens.

Mit 21 Stimmen hat der Gemeinderat am Montagabend den Weg für das Planverfahren frei gemacht, an dessen Ende die Bebauung des Areals rund um das ehemalige Reichswaisenhaus stehen soll.

Für das Vorhaben stimmten SPD und Grüne sowie die FDP und Teile der Freien Wähler. Gegen eine Bebauung am Altenberg wandten sich acht Gemeinderäte – vier Freie Wähler, drei Grüne und Lukas Oßwald von der Linken.

Sachliche Debatte im Sitzungssaal

Im Gegensatz zur Bürgerinformation des Investors Bauwert in der vergangenen Woche, in der Anlieger ihren Unmut über das Vorhaben lautstark kund getan hatten, blieb es im Sitzungssaal ruhig. Argumente der Gegner und die Ankündigung ihrer grundsätzlichen Ablehnung wurden mit Applaus bedacht. Sie führten vor allem ins Feld, dass auch eine abgespeckte Bebauung ein einzigartiges Landschaftsbild zerstöre. "Man darf nicht um jeden Preis bauen", sagte Claus Vollmer und verwies auf ungeklärte Probleme mit dem zusätzlichen Verkehr und der Beseitigung der Abwässer. Zudem verhindere die Bebauung, dass der Kaltluftstrom vom Wald die Talsohle erreicht. Er lobte zwar Investor Uwe Birk für seine kooperative Haltung bei der Reduzierung des Vorhabens – Birk hatte die ursprünglich vorgesehenen Wohneinheiten von über 200 auf 150 abgespeckt. "Aber der Altenberg ist ein Fehlgriff."

Sprecher der Fraktionen, die das Projekt befürworten, wollten Probleme nicht kleinreden, sahen aber keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Bebauung. Im jetzt beginnenden Verfahren sei ausreichend Gelegenheit, Bedenken und Anregungen einzubringen und dem Investor kritisch auf die Finger zu sehen. Grundsätzlich brauche man in Lahr auch Wohnraum für Besserverdienende. Ohnehin können man bereits jetzt Vorschläge umsetzen, um Verkehrsprobleme in der Altvater- und Bürklinstraße zu beheben. Ilona Rompel (CDU) plädierte dafür, die Bebauung vor allem des unteren Bereichsd zu forcieren und auf ein bis zwei Jahre zu beschränken. Roland Hirsch (SPD) stellte einen Forderungskatalog für den Investor auf, zu dem auch ein Gestaltungshandbuch gehört, dessen Inhalte in Abstimmung zwischen der Bauwert und der Stadt festgelegt werden sollen.

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von dü
am Di, 26. Juli 2016 um 11:38 Uhr

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