Covid-19

Landrätinnen wollen verstärkte Grenzkontrollen zu Frankreich

Das Elsass ist Corona-Risikogebiet, doch die Grenzen bleiben offen. Die Landrätinnen der Kreise Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald fordern deshalb stärkere Kontrollen.

Die Grenze zu Frankreich sollte wegen der Ausbreitung des Coronavirus besser kontrolliert werden, sagt Dorothea Störr-Ritter. Die Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald hatte sich am Wochenende bereits dafür ausgesprochen, dass die Grenze zu Frankreich geschlossen werden sollte. Das sei gemeinsam mit der Lörracher Landrätin Marion Dammann in Richtung Landesregierung kommuniziert worden.

Das Elsass gilt seit Mittwoch offiziell als Risikogebiet, bereits am Wochenende war zu erkennen, wie schnell sich das Virus dort ausbreitete. Das Gesundheitsamt des Kreises geht davon aus, das auch Freiburg und die Region Risikogebiet werden. Grund ist die enge Verknüpfung nach Frankreich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte am Mittwoch, dass sie Grenzschließungen nicht für den richtigen Weg halte. In anderen europäischen Ländern wird das strikter gehandhabt. Österreich hat seine Grenze zu Italien geschlossen, da Italien als Corona-Risikogebiet gilt.

Kontrollen müssen flächendeckend sein

"Ich verstehe, dass der Bund sich schwertut. Es sind ja auch Signale, die man damit aussendet", so Störr-Ritter. Störr-Ritter glaubt nicht, dass es noch zu Grenzschließungen kommen wird, auch wenn sie es nach wie vor für eine hilfreiche Maßnahme hält, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Sehr hilfreich wären verstärkte, flächendeckende Grenzkontrollen", so die Landrätin. Ihrer Meinung nach sei es möglich, die Kontrollen so zu regeln, dass gesunde Arbeitnehmer die Grenze passieren könnten. "Das ist ein Instrument, über das man nachdenken muss", sagt die Landrätin.

Es fänden deshalb Abstimmungsgespräche mit Dammann und dem Lörracher Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU) statt. Es solle erörtert werden, welche Möglichkeiten es gibt, um Grenzkontrollen weiter zu verfolgen. "Mir ist es wichtig, dass das Thema nicht von der Agenda kommt." Gegebenenfalls könnten auch weitere Landräte des Oberrheins hinzugezogen werden. "Ich bin mir sicher, dass die Kollegen auch daran Interesse haben", so Störr-Ritter.



"Sicherlich wären Grenzschließungen ein denkbares Mittel, um die Zahl der Infektionen einzudämmen und eine Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen", so Marion Dammann. "Allerdings sähe ich es in diesem Fall als dringend notwendig an, dass gerade auch in einer Region, die so eng und vielfältig mit den Nachbarstaaten verflochtenen ist, Ausnahmen möglich sind. Ich denke hier zum Beispiel an diejenigen Pendler, die in den jeweiligen Gesundheitseinrichtungen arbeiten." Deshalb solle eine gemeinsame Position gefunden werden, die gegenüber dem Bund vertreten werde.

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von Sebastian Wolfrum
am Do, 12. März 2020 um 15:39 Uhr

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