Kunst

Lawrence Lek: Farsight Freeport

Wann
Do, 24. Oktober 2019, 12:00 - 18:00 Uhr
Weitere Termine
Wo
Münchenstein
Haus der elektronischen Künste Basel
Ausstellung "Lawrence Lek - Farsight Freeport"
5. September bis 10. November 2019
Mo-So 12-18

Der in London lebende Künstler Lawrence Lek produziert immersive, virtuelle Welten und Video-Essays mit computergenerierten Animationen, Videospiel-Engines und elektronischen Soundtracks.

Leks Arbeiten werden häufig im Rahmen von vielschichtigen Installationen präsentiert, bei denen sie die architektonische Umgebung nachahmen, die er erschafft. Er befasst sich intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik, Technologie und kultureller Produktion; seine Narrationen machen sich tiefgreifende Gedanken über die Zukunft unserer Gesellschaft, in der Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile in sämtlichen industriellen und ökonomischen Sektoren implementiert ist und die Automatisierung von Arbeit abgeschlossen ist.

Für seine Ausstellung in der Schweiz hat sich Lawrence Lek eine in der Zukunft stattfindenden Retrospektive seiner Arbeiten ausgedacht, die von der Firma Farsight präsentiert wird, seinem Technologie-Start-up, das sich eingehend mit Innovationen auf dem Gebiet der Kreativindustrie beschäftigt. Lek gründete die Firma Farsight, die zunächst als unternehmerische Nemesis in seinen Filmen Geomancer und AIDOL (die beide im Jahr 2065 spielen) konzipiert wurde, im Jahr 2018 als Real-Life-Produktionsstudio, mit dem er die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen lassen wollte. Seitdem hat er das Start-up-Unternehmen als nichtmenschliches Alter Ego verwendet, mit seinem unermüdlichen Drang nach Wachstum, der die Prinzipien verkörpert, die er in seinem Video-Essay Sinofuturism (1839-2046) (2016, 60 Min.) beschrieben hat. Im automatisierten Kapitalismus wird künstlerische Kreativität nicht mehr von humanistischen Prinzipien geleitet, sondern ist gezwungen, sich zu einer neuen Form zu entwickeln - zu einer Form, die die Rahmenbedingungen ihrer Produktion offen zutage treten lässt.

Für diese neue standortspezifische Installation im HeK hat Lawrence Lek Farsight beauftragt, einen architektonischen Prototyp zu bauen, der von der vormaligen Funktion des HeK-Gebäudes und des umgebenden Areals des Freilager-Platzes inspiriert ist - einem ehemaligen Zollfreilager, also einem Gebiet, in dem Güter entladen, gelagert und transportiert werden, ohne dass Zollgebühren bezahlt werden müssen. Farsight hat den Ausstellungsraum des HeK in ein Lager- und Darstellungszentrum für digitale Kunstwerke verwandelt, indem es den Raum in eine 'bewirtete' ('served') Zone für das Publikum und eine 'Bediensteten'-Zone ('servant') für Hardware und Software unterteilt hat. Das Innere fügt sich den funktionalen Erfordernissen für die Prozesse, die in ihm stattfinden, während die ausgestellten Werke eine Gesellschaft bildlich darstellen, die wiederum durch intelligente Systeme umstrukturiert wurde. Das in diese fremdartige Zone eingeladene Publikum erhält nach und nach Zugang zu Leks Oeuvre, das als historische Artefakte zusammengestellt ist, die kategorisiert und bewahrt werden müssen.

Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Di, 10. September 2019 um 15:18 Uhr




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