Leserbriefe

BEBAUUNG ALTENBERG
Der Preis bestimmt die Sanierungsfähigkeit
Zur Berichterstattung über die Vorschläge der Stadt Lahr zur Bebauung Altenberg /Reichswaisenhaus ("Wie dicht hätten wir's denn gerne"/BZ vom 14. Februar) schreibt ein BZ-Leser.
Als Leser und Alt-Lahrer Bürger reibe ich mir immer öfters die Augen, weil ich nicht glauben kann, was ich da lese über neue Verhältnisse in der Stadtverwaltung. Ein Großinvestor namens Birk macht die Vorgabe über eine Neubebauung am Altenberg am Lahrer Altvater und der OB muss ihn nun bitten, die Planung nochmals zu überdenken beziehungsweise zu reduzieren?

Als Bürger von Lahr bin ich es gewohnt, dass die Stadt eine Vorgabe macht in Form eines Bebauungsplanes und der oder die Bauherren haben sich daran zu halten, manchmal bis zur Farbe der Ziegel! Machen sich da der Gemeinderat und Herr Dr. Müller zum Handlanger des Investors, der Deutschen Bauwert Holding?

Da wundert es mich nicht, wenn in Lahr Monumentalbauten entstehen, wenn der Bauherr neuerdings die Bauvorgabe selbst machen kann. Dass für die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude am Altvater eine Bebauung als Finanzierung zwingend notwendig ist, halte ich für eine Schutzbehauptung. Es gibt genügend Beispiele in Lahr, wo eine Sanierung nur aus dem Erlös des fertig gestellten Objektes möglich ist. Ein Beispiel ist das denkmalgeschützte Anwesen Kaiserstraße 62.

Letztendlich bestimmt der geforderte Preis die Sanierungsfähigkeit eines Objektes. Vielleicht will man einfach zu viel Gewinn aus den Objekten schlagen? Auch zwingt rechtlich niemand den Verein zur Bebauung, es könnte genau so gut Acker und Wiese bleiben, wie es früher dem Waisenhaus einmal gedient hat. Zwingend ist wohl nur der Profit, den man aus der Liegenschaft ziehen will, moralisch gerechtfertigt durch die Stiftung, in die der Profit fließen soll. Und wenn Lahr Wohnraum braucht, dann nur bezahlbaren, der am Altenberg auch nicht möglich ist. Berndt Frieden, Lahr
von Berndt Frieden, Lahr
am Fr, 17. Februar 2017

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