Mädels haben halt viel im Kopf

7.00 UHR:
Ich springe aus dem Bett auf. Mist, gestern habe ich wohl zu lange Gossip Girl geschaut. Das Nagellackfläschchen liegt geöffnet auf meiner Bettdecke, zum Glück ist nichts ausgelaufen. Schnell ziehe ich mir ein Kleid an – trotz Aprilwetter – und schlüpfe in meine Pumps. Ein bisschen Make-up muss reichen, Lippenstift kann ich auch unterwegs auftragen. Ich versuche noch, meine Mutter zu überreden, mich zu fahren, doch sie zeigt mir einen Vogel. Meine Argumentation, dass man mit hohen Schuhen nicht gut in die Pedale treten kann, hat sie wohl nicht überzeugt.
7.30 UHR:
Während ich mit dem geringstmöglichen Aufwand Fahrrad fahre, damit sich meine Pumps nicht verhaken und damit der Schweißgeruch nicht den meines Miss Diors überdeckt, fahre ich mit der einen Hand meine Lippen mit Lippenstift nach und halte mit der anderen meinen Taschenspiegel in die Höhe. Plötzlich höre ich jemanden fluchen. Ich drehe mich um und sehe einen Jungen, der wohl zur Spezies "Möchtegern-Gangster" gehört. Ich verstehe nur "Schau doch mal auf die Straße, Barbie!". Was soll’s.
8.00 UHR:
Natürlich komme ich zu spät. Unsere Lehrerin kümmert sich aber eh gerade um eine Gruppe von Jungs aus der Parallelklasse, die sich prügelt. Ich schleiche leise in die Klasse und setze mich neben meine Freundinnen. Diese fragen kichernd, wo ich war. Ich flüstere ihnen ins Ohr, dass es mit Eric, meinem schon studierenden Freund, gestern Abend etwas später geworden ist, wenn sie verstehen, was ich meine. Dass Eric eigentlich nur ein nerviger Kumpel meines Bruders ist, sage ich nicht.
10.00 UHR:
In Englisch bekommen wir die Klausur zurück. Nur eine Eins minus, ich muss mich das nächste Mal mehr anstrengen, ich habe schließlich einen Status als Klassenbeste zu verlieren.
16.00 UHR:
Nach der Schule verbringen wir den Nachmittag in der Stadt. Ich probiere Millionen von Kleidern an und wir zerbrechen uns unsere Köpfe über Handtaschen.
19.00 UHR:
Fröhlich und einige Geldscheine leichter mache ich mich auf den Heimweg, denn ich hatte noch keine Zeit für mein tägliches Workout.
20.00 UHR:
Ich dusche noch schnell. Zwei Stunden später motzt mich vom Flur wieder mal mein Bruder an, der sich darüber beschwert, dass ich das Bad so lange blockiere. Das war doch gar nicht lange!
22.30 UHR:
Erst jetzt komme ich zu meinen Hausaufgaben. Schnell kritzle ich ein paar Notizen zu Homo Faber auf ein Blatt. Dann lege ich mich ins Bett und ziehe meine Schlafmaske auf.

von JuZ-Redakteurin Milena Lemm
am Sa, 25. Juli 2015


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