Markgräflerland übergibt an die Stadt Bühl

Heimattage am Scheidepunkt.

MARKGRÄFLERLAND (gb). Wenige Tage vor dem großen Landesfestwochenende wünschen sich die Ausrichter und die Beteiligten natürlich nichts sehnlicher als schönes Wetter. Im Markgräflerland, das haben die auswärtigen Besucher – gerade auch die aus Stuttgart – schon gemerkt, kann man damit auch in diesem heiklen Sommer mit einer etwas größeren Wahrscheinlichkeit rechnen. Aber so oder so, mit oder ohne Regen – der Landesfestumzug findet statt. 1999 in Bad Rappenau, erinnert sich Gunter Dlabal, Vizepräsident des Deutschen Trachtenverbands und auch im Landesverband mit Funktion, habe es aus Kübeln geschüttet und trotzdem hätten sich 30 000 Zuschauer das Spektakel angeschaut. Im Übrigen haben man noch die Öhringer Trachtenträger, witzelte er, die mit ihrem Schaufelhut die Wolken wegschieben könnten.

Trachten- und Musikgruppen in bunter Mischung aus ganz Baden-Württemberg bilden zusammen mit Festwagen, Fuß- und Musikgruppen der Heimattage-Gemeinden den großen Landesfestumzug, der Heimat und Tradition erlebbar machen soll. Die Trachten- und Folklore gruppen unterhalten das Publikum vor und nach dem Umzug im "Heimatdorf" beim Bürgerhaus. Dort ist eine Bühne aufgebaut, auf der Musik, Tanz, Gesang und Mundart präsentiert werden. Ein solches Programm verspricht auch der Brauchtumsabend am Samstag im Bürgerhaus.

Wenn auch den Ministerpräsidenten wichtige Geschäfte in Berlin vom diesmaligen Besuch im Markgräflerland abhalten, so stellen sich doch zwei Minister ein: Staatsminister Helmut Rau und Kultusministerin Marion Schick, die – wenn die Zeit dazu reicht – am Freitag zunächst die Michael-Friedrich-Wild-Grundschule besuchen will, um sich über das Schulversuchsmodell "Bilinguale Sprache" zu informieren, bevor sie um 15 Uhr in der Martinskirche die Verleihung der Heimatmedaille vornimmt.

Großeinsatz, damit nichts schiefgeht

Damit der Sonntag mit den vielen erwarteten Menschen ordnungsgemäß vonstatten geht, braucht es sehr viele Helfer. Über 200 Personen, sagte Bürgermeister René Lohs beim Pressegesprächen, seien im Einsatz – von der Polizei, dem THW, dem DRK und der Feuerwehr sowie die Ordner und Umzugsbegleiter, die die örtlichen Narrenzünfte stellen. Der städtische Bauhof ist mit 25 Mitarbeitern vertreten, 20 weitere Mitarbeiter kommen von den anderen Heimattage-Gemeinden.

Die prominenten Gäste und die Sponsoren der Heimattage verfolgen den Festumzug von der Ehrentribüne auf dem Markgräfler Platz. Mit dem Umzug und diesem Tag sind die Heimattage im Markgräfler Land am entscheidenden Punkt angelangt – der Fahnenübergabe an die nachfolgende Stadt, die sie 2011 ausrichtet – die Stadt Bühl, deren Motto lautet "Zwischen Zwetschge und Zukunft".

Beendet aber sind die Heimattage im Markgräflerland damit noch nicht. Es folgen noch die Veranstaltungen "Baden-Württemberg isst und trinkt" im Schloss Sulzburg (2. bis 3. Oktober), "Baden-Württemberg liest" in Badenweiler (15. bis 17. Oktober) und "Baden-Württemberg spielt" in Neuenburg (7. November).
von gb
am Do, 09. September 2010

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