Kandidatencheck

Markus Rasp (Bündnis 90/Grüne) im Wahlkreis 283 Lahr-Emmendingen

Markus Rasp ist ein Badener durch und durch und steht auch dazu. Schließlich stand seine Wiege in Rastatt, in Karlsruhe ist er aufgewachsen. Nach einem Abstecher nach Berlin ist er in die Heimat zurückgekehrt, arbeitet heute bei einer Bank in Freiburg und lebt in Emmendingen. Der Klimaschutz im Kleinen vor Ort wie im Großen weltweit steht ganz oben auf der Liste seine politischen Ziele.

von Christian Kramberg
am Di, 12. September 2017

"Was ich im Sinn habe..."

"... ist eine größere Wertschätzung der Ausbildung. Sie muss in den Kitas und Schulen auf eine breitere Basis gestellt werden. Es muss mehr Geld in Gebäude und Personal investiert werden."  

Autor: bz

"Was ich anpacken will..."

"... das ist für mich vor allem der Klimaschutz, das ist für mich das Thema Nummer Eins. Dass das Problem bei uns ankommt, zeigt, dass Landwirte aus dem Elztal oder Kinzigtal wegen der Trockenheit bereits mit Wasser beliefert werden müssen. Ich glaube, dass jeder Einzelne zum Klimaschutz etwas beitragen kann – sei es bei der Müllvermeidung oder der Verwendung von regional hergestellten Lebensmitteln."  

Autor: bz

"Mein Herz schlägt für..."

"... Baden, ganz klar! Ich sitze im Vorstand der Landesvereinigung Baden in Europa. Wir haben 11000 Mitglieder. Wir haben aber nichts gegen die Schwaben, aber wir setzen uns für badische Interessen ein und dass sich nicht alles in Stuttgart konzentriert. Die Landesvereinigung ist 1992 – im Jahr des 40-jährigen Bestehens von Baden-Württemberg – in der ehemaligen Landeshauptstadt Karlsruhe gegründet worden. "  

Autor: bz

"An die Nieren geht mir..."

"... wenn ich am Bankschalter stehe und es kommt eine Rentnerin, die 40 Jahre gearbeitet oder zwei, drei Kinder aufgezogen hat, und so wenig Rente bekommt, dass sie gegen Ende des Monats 20 Euro braucht, weil ihr Kühlschrank leer ist. Da muss sich etwas in der Rentenpolitik ändern, damit solche Menschen in Würde im Alter leben können."  

Autor: bz

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Für den Klimaschutz eintreten und die Menschen dafür sensibilisieren.
Den öffentlichen Nahverkehr vorantreiben, besonders den beschleunigten Ausbau des 3. und 4. Gleises der Rheintalbahn.
» Ein Breitbandausbau, der auch in der ländlichen Region ankommt.

... für die Bundespolitik

» Wie in meinem Wahlkreis gilt mein besonderes Augenmerk dem Klimaschutz.
Der Soziale Wohnungsbau wurde stiefmütterlich behandelt, da gilt es, mit neuen Ideen anzusetzen.

Eine Bürgerversicherung, in die alle
einzahlen.  

Autor: bz

"Beweglichkeit in der Politik..."

"... im Sinne von Fortschritt ist sehr wichtig, gerade im Klimaschutz. Bei der Beweglichkeit im Sinne von Kompromissen in der Politik ist es wichtig, dass die Würde des Menschen nicht verletzt wird."  

Autor: bz

"Mein weiterer Weg führt mich..."

"...auf jeden Fall nach Berlin in den Bundestag. Ich weiß natürlich, dass meine Chance angesichts meines Listenplatzes sehr gering ist. Da müsste schon ein zweites Fukushima passieren, aber das kann sich keiner wünschen. Ich werde aber kämpfen wie ein Tiger, und mein Interesse an der Bundespolitik wird weiterhin bestehen bleiben – unabhängig vom Ergebnis."  

Autor: bz

ZUR PERSON: Markus Rasp

Geboren: 13. Juni 1969 in Rastatt
Wohnort: Emmendingen
Beruf: Bankkaufmann, seit 2005 bei der Volksbank Freiburg eG beschäftigt.

Ausbildung: Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Ettlingen und Ausbildung zum Bankkaufmann bei der BBBank.

Mitgliedschaften: Greenpeace,
Bürgerverein Bürkle-Bleiche, Landesvereinigung Baden in Europa

Parteimitglied: seit 2010; seit 2014 im Vorstand des Ortsverbandes Emmendingen

Hobbys: Joggen, Lesen, Improvisationstheater, Musik hören, Irland und Rad fahren

http://www.markus-rasp.de  

Autor: bz

NACHGEHAKT: Info

Politisierung durch ein Pershing-Unglück

Seine Politisierung kann Markus Rasp an einem konkreten Ereignis festmachen: Am 2. November 1982 versagten einem US-amerikanischen Raketentransporter mit einer Pershing-Ia-Rakete die Bremsen, worauf er in den Ort Waldprechtsweier bei Malsch raste, mehrere Autos zerquetschte und einen Autofahrer tötete. Dieser Vorfall war für Rasp, damals gerade einmal 13 Jahre alt, die Initialzündung, um zu sagen: "Es lohnt sich, gegen etwas zu sein, was nicht sein darf. Man muss aufstehen!" Der 48-Jährige ist kein geschliffener Politiker. Ausdrücke wie "Das ist unter aller Sau", "Das geht mir auf den Sack" oder "arschteuer" würden einem Profi wohl kaum über die Lippen gehen. Man nimmt es ihm ab, wenn er zum Beispiel von den alten Frauen erzählt, die Angst haben, dass sie ihre Wohnungen nicht mehr halten können, wenn ihre Männer sterben: "Das ist etwas, was weh tut." Markus Rasp hat sich schon seit seiner Jugend engagiert, vor allem in der Kirche: Er war zehn Jahre (Ober-)Ministrant, Dekanatsleiter und auch während seines viereinhalbjährigen Abstechers nach Berlin im KjG-Ausschuss. Die christliche Basis war es laut Rasp, die ihn zu den Grünen gebracht habe: "Es geht darum, die Schöpfung zu bewahren, nachhaltig dafür einzutreten." Auch später hat er sich eingesetzt: mehrere Jahre als Betriebsrat, als einer von drei Vorsitzenden des Grünen-Ortsverbandes, im Bürgerverein Bürkle-Bleiche oder in der Landesvereinigung Baden in Europa. Die Eltern von Markus Rasp stammen zwar aus West-Berlin, sind aber nach dem Mauerbau weggezogen. Berlin ist für den 48-Jährigen so etwas wie eine familiäre Heimat, im Herzen ist er aber durch und durch Badener, was er gerne betont und durch die Tätigkeit in der Landesvereinigung unterstreicht. Auch nach außen hin dokumentiert er seine landsmännische Verbundenheit: Auf seine Wade hat er sich das badische Wappen tätowieren lassen. Und deshalb ist es für ihn selbstverständlich, dass er bei jedem Marathon, den der Freizeitsportler regelmäßig bestreitet, mit der badischen Flagge ins Ziel einläuft. Das Joggen ist eine besondere Leidenschaft von ihm: "Das mache ich für mein Leben gerne, da bekomme ich meinen Kopf frei." Und als hätte er nicht genug zu tun, zieht es ihn auch noch auf die Bühne – als Schauspieler in einem Improvisationstheater.  

Autor: ch

Badens beste Erlebnisse