Kandidatencheck

Martina Böswald (AfD) im Wahlkreis 288 Waldshut

Geradlinig soll Politik sein, sagt Martina Böswald. Das bedeutet für sie auch, dass deutliche Worte fallen. Besonders beim Thema Islam, ein rotes Tuch für Böswald, überschreitet die AfD-Politikerin für viele Menschen dabei Grenzen. Die wichtigsten politischen Themen liegen für die 51-jährige Rechtsanwältin dabei eher in der Renten- und Familienpolitik.

von Sebastian Wolfrum
am Di, 12. September 2017

"Was ich im Sinn habe..."

"Ich möchte Politik mit Qualität bieten und dadurch wieder Vertrauen in Politik wecken. Politiker müssen geradlinig und ehrlich sein, nur dann können sie Bürgern auch unbequeme Wahrheiten vermitteln. Politik wird heute an sehr vielen Stellen personell schlicht unqualifiziert gemacht. In der freien Wirtschaft würden diese Politiker sicher nicht die Positionen innehaben, die sie derzeit als Politiker ausüben. Es fehlt an Kompetenz und Mut in den Ministerien."  

Autor: swo

"Was ich anpacken will..."

"Ich will eine Rentenreform angehen. Bei der Rentenkasse muss zunächst buchhalterisch aufgeräumt und anders sortiert werden. Das ist das Bohren dicker Bretter mit kleinen Bohrern, aber das Äquivalenz- und Verursacherprinzip (jeder Leistung steht eine Beitragspflicht gegenüber, jeder Empfängergruppe eine Leistungsgruppe) muss konsequent eingehalten werden: Ausnahme: Witwen- und Waisenrenten. Es dürfen keine Fremdleistungen auf Kosten der Rentner finanziert werden. Auf der Basis kann man eine bedarfsorientierte, nachhaltige und vernünftige Wirtschaftspolitik machen. Außerdem muss sich bei der Familienpolitik einiges ändern, das fängt bei der steuerlichen Absetzbarkeit für alle Arten von Unterhaltszahlung an. Alles das kritisiere ich schon seit vielen Jahren."  

Autor: swo

"Mein Herz schlägt für..."

"Gute Sozialpolitik ist immer auch gute Wirtschaftspolitik und umgekehrt. Ich halte es mit Ludwig Erhard, mit dem Staat als Nachtwächter. Der neoliberal erfolgte Rückzug aus der primären Daseinsvorsorge (wie etwa die Strom- und Wasser- oder die Krankenhausversorgung) war falsch. Er erzeugt nun viel größere finanzielle Folgeprobleme. Die Gewährleistung einer funktionierenden Landwirtschaft gehört ebenfalls klar zu den staatlichen Aufgaben. Sie muss regional-dezentral viel mehr gefördert werden und gegenüber Brüssel anders vertreten werden."  

Autor: swo

"An die Nieren geht mir..."

"In den terroristischen Angriffen zeigt sich die Schwere der persönlichen Schuld von Angela Merkel, weil sie es war, welche die Grenzen widerrechtlich eigenmächtig und ohne rationalen Verstand geöffnet hat. Sie wusste ganz klar, dass überwiegend Menschen frei hereinspazieren, von denen keiner weiß, wer sie sind. Die Innere Sicherheit ist seitdem schlagartig verlorengegangen. Noch immer kommen hauptsächlich schlecht sozialisierte und ungebildete Männer/Muslime zu uns, die sich in unserer Gesellschaft nie integrieren können/wollen.  

Autor: swo

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Der Raum Waldshut braucht einen Verkehrsplan. Dazu gehört etwa der Basistunnel in Waldshut, die Tangente Bad Säckingen und der zweigleisige Ausbau der Bahn.
Die Polizei muss Innere Sicherheit durch konsequentes Durchgreifen aus einer Position des Respekts leisten dürfen. Die nachweislich erfolglosen Deeskalationsvorgaben sind zu streichen.
» Ich werde eine geradlinige, bürgernahe Politikerin sein, die Dinge anpackt und auch umsetzt. Sehr viele Bürger kennen mich beruflich so.

... für die Bundespolitik

Wenn es wieder wahr ist: Eins ist sicher, die Rente ist sicher.
» Wenn die Gleichung wieder stimmt: Gute Sozialpolitik ist gute Wirtschaftspolitik – und umgekehrt.
Weniger Brüssel – das bedeutet, dass die Souveränität und Individualität von Staaten wieder gestärkt wird. Der Euro zerstört Europa, einzelne Staaten sind bereits zum bloßen Belastungsfaktor im EU-Haushalt degradiert.  

Autor: swo

"Beweglichkeit in der Politik..."

"Beweglichkeit darf nicht so weit gehen, dass man sich ins Gegenteil politisch verbiegen lässt. Kompromisse sind aber wichtig. Sonst spaltet Politik in reine Gewinner und reine Verlierer. Wenn Politik das tut, zerstört sie jede zukunftsfähige Basis. Es sollte also heißen: Kompromisse ja, Selbstverleugnung nein. In meiner beruflichen Tätigkeit hat sich das stets bewährt."  

Autor: swo

"Mein weiterer Weg führt mich..."

"Mein Weg führt mich hoffentlich nach Berlin, entweder als Abgeordneter oder vielleicht auch in einer anderen Position, in der ich für das Land etwas bewirken kann. Man kann auch aus der zweiten Reihe viel bewegen. Ich habe beruflich und familiär viel erreicht. Mein eigener Lebensbogen erlaubt es mir jetzt, meinen Beitrag für diesen Staat zu leisten, der mir mein gutes Leben erfolgreich ermöglicht hat. "  

Autor: swo

ZUR PERSON: Martina Böswald

Die 51-jährige Martina Böswald lebt in Staufen und arbeitet als Anwältin in Pfaffenweiler. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

Geboren: 10.8.1966
Wohnort: Staufen
Beruf: Rechtsanwältin

Karriere: Seit beinahe 20 Jahren Rechtsanwältin, die meiste Zeit davon selbstständig. Von 1998 bis 2006 war sie Mitglied der SPD. 2001 war sie Zweitkandidatin des damaligen SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Bayer.
Ausbildung: Jurastudium

Parteimitglied AfD seit 2016

http://www.facebook.com/martina.boswald  

Autor: swo

NACHGEHAKT: Info

Martina Böswald und der Islam

Für Martina Böswald "ist der Islam keine Religion". Denn die dafür zentrale Frage "bin ich ein guter Mensch", werde laut Böswald nicht gestellt. Und ihre Kritik geht viel weiter. Das Weltbild der Muslime würde die westliche Lebensart bedrohen. Frauen seien im Islam weniger Wert als Männer, Muslime anfälliger für totalitäre Denkweisen, Religion würde über den Staat und geltendes Recht gestellt, der Islam sei zudem gewaltbereiter, auch in der Kindererziehung, sagt Böswald. Muslimische Frauen würden kaum Bildungschancen erhalten, sehr früh Kinder bekommen und ihr unemanzipiertes Weltbild an die nächste Generation weitergeben. Ihr fehle das Bekenntnis zu einem modernen Wertekatalog. "Die islamische Lebensweise verhindert, dass kognitive Fähigkeiten weitergegeben werden", sagt Böswald. Problematisch, so Böswald, sei das für die Deutsche Gesellschaft auch, da Muslime mehr Kinder bekommen, "uns wird es nicht mehr geben", sagt sie. Denn hinzu komme die vorwiegend muslimische Einwanderung. Während Menschen etwa aus Russland oder Polen nach einer Generation integriert seien, sei das bei Muslimen nicht der Fall. Den Vorwurf des Rassismus weist sie zurück. "Mathematik ist nicht rassistisch. Nur logisch", sagt Böswald. Zudem sagt Böswald, die Einwanderung würde die Sozialsysteme "zum Platzen" bringen. Selbst im Falle einer vorübergehenden Beschäftigung würden die Sozialkassen stark belastet, auch durch den Familiennachzug. Die reichste Volkswirtschaft Europas erzeuge "gezielt Altersarmut und terroristische Gefahren." Religion, die Unfrieden in andere Länder trage, dürfe nicht als solche respektiert werden, so Böswald. Die 51-Jährige meint, es brauche eine islamische Reformation. "Aber das müssen die selbst machen." Der Islam sei im Vergleich zum Westen "ein paar Jahrhunderte zurück". Viele Muslime würden ihrer Meinung nach eine Reformation begrüßen. "Aber die trauen sich nicht", sagt die Rechtsanwältin. "Da wo es Probleme gibt, muss man diese auch ansprechen dürfen." Für sie ist ihre Rhetorik auch eine "Aufforderung zur Diskussion". Dass sie dabei alle Menschen muslimischen Glaubens über einen Kamm schert, sieht sie nicht als Problem. Sie wolle niemanden beleidigen, aber "Pauschalisierung darf kein Sprachverbot sein", sagt Böswald.  

Autor: swo


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