Kandidatencheck

Matern von Marschall (CDU) im Wahlkreis 281 Freiburg

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren war dem damaligen Newcomer Matern von Marschall ein überraschender Wahlkreissieg gelungen. Auch diesmal muss er das Direktmandat holen. Dafür setzt er teils auf Altbewährtes und knüpft an seine Apfel-Kampagne 2013 an. Auch zum Gespräch brachte er einen Apfel mit – aus Bötzingen, wie der CDU-Abgeordnete betonte.

von Sina Gesell
am Fr, 08. September 2017

"Was ich im Sinn habe..."

... ist ein weiter erfolgreiches Deutschland im Herzen eines starken und stabilen Europas. Es gibt große Aufgaben für die EU: Eine davon ist es, die Beziehungen zu Afrika auszubauen. Daran will ich arbeiten. Sicherheit, gute Regierungsführung und wirtschaftliche Entwicklung sind das Wichtigste. Wenn die Menschen dort keine Zukunft haben, werden die Folgen auch für uns unabsehbar sein. Innen- und Außenpolitik sind nicht mehr zu trennen.  

Autor: bz

"Was ich anpacken will..."

... ist ein Bündnis gegen illegale Migration verbunden mit einer Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit rund ums Mittelmeer. Das können wir mit Frankreich, Spanien und Italien voranbringen. Wir brauchen eine Sicherheitspartnerschaft zur Bekämpfung von Schleppern und Schleusern und zuverlässige Rückübernahmeabkommen; im Gegenzug wollen wir Nordafrika helfen, sich gut zu entwickeln. Und jene, die kein Bleiberecht haben, müssen konsequent abgeschoben werden. Das ist ein harter, aber notwendiger Weg.  

Autor: bz

"Mein Herz schlägt für..."

... die Freiheit. Nirgendwo werden Grundrechte und die Unabhängigkeit der Verfassungsorgane so hoch geachtet wie in der Europäischen Union. Aber sie werden gefährdet, sowohl von innen als auch von außen. Freiheit und Frieden zu erhalten verlangt Entschlossenheit: bei der Bekämpfung des Terrorismus, aber auch bei der Verteidigung unserer eigenen Werten. Dass manche Menschen schlecht über unser Land und Europa reden, macht mich traurig. Als freier Mensch in Frieden leben zu können, ist alles andere als selbstverständlich.  

Autor: bz

"An die Nieren geht mir..."

... wenn die Leute sagen: "Ist doch Wurscht, ob ich wählen gehe oder nicht. Die da oben machen doch eh, was sie wollen." Gerade in einer Zeit, in der populistische und extremistische Parteien unser Land spalten wollen, ist es wichtig, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen und zu überlegen: Was ist der beste Weg für Deutschland und wie kann ich dazu beitragen?  

Autor: bz

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Mehr für die Kriminalitätsbekämpfung tun und auch grenzübergreifend für Sicherheit sorgen.

Den Bau der Güterbahntrasse – ohne Abstriche beim Lärmschutz.
» Schneller, höher und preiswerter bauen und so weniger wertvolle Flächen verbrauchen.

... für die Bundespolitik

Beherzt die Digitalisierung vorantreiben und gleichzeitig die Cyberabwehrtechnik verbessern.
» Das ganze europäische Wissen vernetzen, um ressortübergreifend arbeiten zu können.
Die Stabilisierung in Afrika vorantreiben – sicherheits- und entwicklungspolitisch.  

Autor: bz

"Beweglichkeit in der Politik..."

... ist für mich, sich an seinen Werten zu orientieren und sie zum Prinzip seines Handelns zu machen. Das kann gelegentlich auch dazu führen, dass keine Übereinstimmung mit der Parteilinie zu finden ist. Dann muss man Überzeugungsarbeit leisten und kann so durchaus etwas bewegen – wenn man kompromissbereit ist. Also: Wenn ich ein Ziel erreichen will, das noch nicht alle in der eigenen Partei teilen, dann muss ich dafür kämpfen, darf mich aber nicht verbeißen.  

Autor: bz

"Mein weiterer Weg führt mich..."

... hoffentlich nach dem 24. September wieder nach Berlin, um meine Arbeit dort fortzusetzen. Es ist natürlich mit Mühe verbunden, zwischen der Hauptstadt und dem von dort aus fast am weitesten entfernten Wahlkreis zu pendeln. Aber ich bin sehr froh, dass ich mit meiner Familie im Wahlkreis lebe. Diese Bodenhaftung gibt mir ein Gespür dafür, was den Menschen bei uns daheim wichtig ist.  

Autor: bz

ZUR PERSON: Matern von Marschall

Seit 2013 ist Matern Freiherr Marschall von Bieberstein Abgeordneter im Bundestag. Dort ist er unter anderem Mitglied im Umwelt- und Europaausschuss. Zudem ist er Vorsitzender der CDU March. Seit 2003 ist er Gesellschafter und Geschäftsführer eines Audiobuchverlags. Matern von Marschall hat zwei Töchter.

Geboren: 3. August 1962
Wohnort: March-Neuershausen
Beruf: Gesellschafter und Geschäftsführer eines Hörbuchverlags in Freiburg

Ausbildung: Verlagskaufmann; Studium der Romanistik und Geschichte

Parteimitglied seit: 2003

http://www.matern-von-marschall.de  

Autor: bz

NACHGEHAKT: Info

"Die Liste spielt keine große Rolle"

Um wieder in den Bundestag gewählt zu werden, braucht Matern von Marschall das Direktmandat. Im Fall einer Niederlage muss der CDU-Abgeordnete das Parlament nach nur vier Jahren wieder verlassen. Seine Partei schickte ihn ohne Absicherung durch einen Listenplatz ins Rennen.

BZ: Sie haben beim Bezirksparteitag keinen Platz auf der CDU-Landesliste bekommen – aus mangelndem Rückhalt Ihrer Partei?
Matern von Marschall: Nein. Es war eine Initiative der Frauen-Union, die dafür geworben hat, dass auch eine Frau vorne auf der Liste steht. Allerdings spielt in Baden-Württemberg die Liste für die CDU keine große Rolle, die meisten Abgeordneten werden direkt gewählt. Das ist gut, denn die Wahlkreisabgeordneten bringen unmittelbar ins Parlament, was die Menschen vor Ort bewegt. Also: Ich muss nicht nur, ich will auch als direkt gewählter Abgeordneter in den Bundestag. Die Chancen stehen gut und wir kämpfen dafür mit aller Kraft.
BZ: In der CDU-Bundestagsfraktion haben Sie keine Führungsposition wie beispielsweise Kerstin Andreae, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen ist. Wie verschaffen Sie sich als Hinterbänkler Gehör?
Von Marschall: Nach einer Legislaturperiode kann man vielleicht noch nicht an der Spitze seiner Fraktion angekommen sein. Für meine Europaprojekte bekomme ich aber viel Unterstützung, sei es von unserem Fraktionsvorsitzenden oder der Bundeskanzlerin. Das gilt gerade für meine Arbeit als Berichterstatter für die Türkei, zu der die Beziehungen derzeit sehr schwierig sind.
BZ: Am Flüchtlingsabkommen zwischen Deutschland und der Türkei gibt es immer wieder Kritik.
Von Marschall: Man muss sich eines klar machen: Wir haben nur die Nachbarn, die wir haben. Vorbildliche Demokratien wünschen wir uns überall. Aber wenn wir uns außerhalb der EU umsehen, sind die sehr schwer zu finden. Kritik an Präsident Erdogan ist notwendig und wir müssen über Konsequenzen nachdenken, wenn die Situation nicht besser wird. Wer aber die Unterstützung der EU für die Flüchtlinge in der Türkei beenden will, der muss den Wählern sagen: Ja, wir wollen auch diese mehr als zwei Millionen Flüchtlinge noch bei uns aufnehmen!  

Autor: bz


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