Medizintechnik-Unternehmen Stryker nimmt sein neues Entwicklungszentrum in Betrieb

Innovation, das ist für den US-Medizintechnik-Konzern Stryker überlebenswichtig. Mit dem neuen Entwicklungszentrum auf der Haid wird die Freiburger Niederlassung künftig noch mehr mitreden.

33 000 Mitarbeiter weltweit erwirtschafteten 2017 einen Umsatz von 12,4 Milliarden US-Dollar (10,6 Milliarden Euro), was einem Plus von rund zehn Prozent entspricht. Ein Wert, der, so Christoph Gerber, der Niederlassungsleiter in Freiburg, auch für die örtliche Präsenz des Konzerns angesetzt werden könnte. Stryker Freiburg wachse mit, was äußerlich nun der 25,5 Meter hohe fünfgeschossige Neubau, in den rund 20 Millionen US-Dollar investiert wurden, weithin sichtbar macht.

900 Mitarbeiter in Freiburg

15 Monate sind seit dem Spatenstich vergangen. "Wir haben den Zeitplan, aber auch den anvisierten Budgetrahmen eingehalten", erklärt Gerber anlässlich der Eröffnung. Seit 1. Juli sind schon rund 300 Mitarbeiter an ihrem neuen Arbeitsplatz eingezogen. Rund ein Drittel der 900 Freiburger Stryker Mitarbeiter, die bisher teils auf sechs verschiedenen Standorten verteilt waren. Das Wachstum in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten war rasant. Gerber sagt, in dieser Zeit habe sich die Belegschaft verdreifacht.

Kurze Wege haben die Entwickler nun in ihrem neuen Domizil, das zudem gleich neben der Produktion liegt. Campus ist das Stichwort für die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Kurze Wege, die, so Stephan Wilhelm, "für eine agile Entwicklungsatmosphäre sorgen sollen". Dabei spielt auch die offene, transparente Konstruktion des Neubaus eine große Rolle und dafür steht, nicht nur symbolisch, der Show-OP im Zentrum des Erdgeschosses. Die Mitarbeiter sollen vor Augen haben, auf was sie hinarbeiten. Zugleich bietet der die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kunden, den Ärzten, realitätsnah an der Verbesserung der Produkte zu arbeiten.

Auf dem begrünten Dach wird Honig gesammelt

Das gesamte Gebäude bietet die Möglichkeit, visuell daran teilzunehmen, was in anderen Bereichen geschieht, ist voll vielfältiger Begegnungsmöglichkeiten, die auch spontan genutzt werden können, und hat daneben reichlich Arbeitsplätze, wo sich die Mitarbeiter konzentriert einer Aufgabe stellen können. "Inspirierende Kommunikation", ist für Qualitätsdirektor Dieter Franki ein Stichwort für die auf 8 500 Quadratmetern geschaffene Arbeitsumgebung. Dass sich die Mitarbeiter dort wohlfühlen, ist für ihn ein entscheidender Beitrag, um beste Ergebnisse zu erzielen. Nicht zuletzt deshalb seien bei allen Planungsschritten die Mitarbeiter mit einbezogen worden. Ein "Elternraum" und ein – noch zu bauendes – multifunktionales Sportfeld sind Bestandteil dieser Wohlfühlatmosphäre.

Franki verweist zugleich auf die Nachhaltigkeit des Neubaus, in dem die Abwärme aus der Produktion genutzt wird, der mittels Quellluft belüftet wird und zu dem auch ein überdachter Fahrradständer mit Lademöglichkeit für E-Bikes und Duschmöglichkeiten gehört. Dass auf dem begrünten Dach Bienen Strykerhonig sammeln und die Haltestelle des öffentlichen Busses direkt vor dem Eingang ist, sind weitere Mosaiksteine für die Leed-Zertifizierung in Gold.

Auf der Plaza zwischen Produktion und Entwicklungszentrum fließt ein "original Freiburger Bächle", was die Verbundenheit zur Kernstadt zum Ausdruck bringen soll, so Gerber. Eine Verbundenheit, die auch Oberbürgermeister Martin Horn schätzt. Er betont, bevor er ein mit Stryker-Produkten bestücktes Bächleboot zur Eröffnung schwimmen lässt, die hohe Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für die Stadt. 25 000 Menschen seien in der Branche tätig, rund ein Viertel der Gewerbesteuereinnahmen komme aus diesem Feld.
von Markus Zimmermann
am Mo, 15. Juli 2019 um 00:00 Uhr

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