Umfrage

Meinungen aus Lahr: "Wer den Papst sehen will, soll nach Rom"

BZ-UMFRAGE: Was denken die Lahrerinnen und Lahrer über den Papstbesuch, und kommen sie am Wochenende auf den Flugplatz? .

LAHR. Der Papst wird heute nach Freiburg kommen, um 12.50 Uhr landet sein Flugzeug auf dem Lahrer Flugplatz. Die Meinungen zu dem Besuch des Oberhauptes der Katholiken gehen auseinander. Die BZ hat in einer Umfrage in der Lahrer Innenstadt nachgefragt, was die Bürger und Bürgerinnen vom Papst halten und ob sie sich für seinen Besuch interessieren.

Silvia Nigmann, 51 Jahre, aus Lahr: Mich interessiert der Papstbesuch ehrlich gesagt nicht besonders. Man bekommt zwangsläufig am Rande etwas davon mit, in den Medien wird man schließlich ständig damit konfrontiert. Natürlich könnte man das Geld auch sinnvoller verwenden, für soziale Zwecke zum Beispiel. Aber auch wenn der Papst nicht kommen würde, würde das Geld wahrscheinlich nicht für solche Dinge verwendet werden.
Michaela Oelke, 42 Jahre, aus Seelbach: Ich interessiere mich eigentlich schon für den Papstbesuch. In den Medien habe ich das alles oberflächig mitverfolgt, also ich weiß, dass er kommt. Ich weiß auch, dass es im Moment viele Diskussionen um einige Politiker gibt, die dagegen sind, leider. Ich habe leider keine Zeit, um zur Begrüßung an den Flugplatz zu gehen. Den Diskussionen um die Kosten des Besuches stehe ich neutral gegenüber. Wenn ich sehe, wie viele Millionen und Milliarden für Griechenland ausgegeben werden, lohnt es sich vielleicht eher mal, in den Papst zu investieren. Es kommt schließlich nicht jedes Jahr vor, dass der Papst nach Deutschland kommt, und deshalb ist es etwas Besonderes.
Sabine Haas, 46 Jahre, aus Lahr: Ich lese zwar die Berichte, aber es ist nicht so, dass mich der Besuch besonders interessiert. Wahrscheinlich könnte man das Geld für den Besuch sinnvoller verwenden, wenn man an die christlichen Werte wie zum Beispiel Nächstenliebe denkt. Andererseits wird der Papst ja auch als Staatsoberhaupt angesehen und für andere Staatsoberhäupter wird schließlich genauso viel Geld ausgegeben.
Wasco Ferreira, 18 Jahre, aus Lahr: Eigentlich interessiere ich mich schon dafür. Ich lese hin und wieder Berichte darüber, weil sich meine Mutter auch dafür interessiert. Wenn man Fotos machen darf, gehe ich auch zu der Begrüßung an den Flugplatz. Der Papst ist schließlich sehr angesehen. Die ganzen Diskussionen über die Kosten wegen des Besuches finde ich übertrieben.
Patric Stippich, 33 Jahre, aus Friesenheim: Der Papstbesuch betrifft mich nicht wirklich. Meiner Meinung nach macht man etwas viel Aufhebens um den guten Mann. Zur Begrüßung an den Flugplatz werde ich nicht gehen. An dem Wochenende habe ich auch noch etwas anderes vor. Für Katholiken ist es natürlich günstig, da sie nun die Möglichkeit haben, auch mal näher an den Papst heranzukommen und für diese Leute freue ich mich natürlich. Allerdings sehe ich auch die ganzen Sicherheitsmaßnahmen, die dafür getroffen werden und die könnten – finde ich – etwas geringer sein. Ich habe gelesen, dass zum Beispiel Ikea in Freiburg für diesen Zeitraum schließen muss, da es sich in der Gefahrenzone befindet. Wer zahlt da die Umsatzverluste? Außerdem wurde den Verwandten von Klinikpatienten geraten, an diesem Wochenende nicht zu Besuch in die Krankenhäuser zu kommen. Sollen sie ihre Angehörigen nicht besuchen, nur weil der Papst kommt? Insgesamt kann man sagen, dass ich kein kompletter Gegner des Papstbesuches bin und für Katholiken ist es bestimmt interessant, aber die Einschränkungen sind schon gewaltig. Es sind die Begleiterscheinungen, die man mildern sollte.
Michael Makain, 29 Jahre, aus Lahr: Egal ist mir der Papstbesuch nicht gerade. Ich verfolge die Berichte in den Medien, aber wirklich interessieren tun sie mich nicht. Ich finde das ist hinausgeworfenes Geld. In Afrika, zum Beispiel in Somalia, sterben jeden Tag Kinder und hier werden mehr als 30 Millionen Euro ausgegeben. Ich bin der Meinung, wer den Papst sehen will, sollte nach Rom gehen. Man sollte nicht Wasser predigen und Wein trinken. Der Aufwand für den Besuch steht in keiner Relation zu dem Nutzen.
Robert Odresko, 27 Jahre, aus Lahr: Der Besuch des Papstes interessiert mich schon, aber ich habe leider keine Zeit an den Flugplatz zu gehen, weil ich am Samstag arbeiten muss. Allerdings glaube ich, dass es gut ist, dass der Papst kommt. Es ist für jeden gut, ein bisschen religiös zu sein.
Michael Tschirwa, 19 Jahre, aus Lahr: Ich interessiere mich schon für den Papstbesuch, aber ich finde es eine Schweinerei. Eine Freundin von mir wohnt in der Sperrzone und muss fragen, ob sie aus dem Haus gehen darf, wenn sie nach draußen will. Ich verstehe einfach nicht diesen Hype, der um den Besuch gemacht wird. Den Kosten/Nutzen-Faktor sehe ich nicht. Deshalb sehe ich auch die Ausgaben für den Papstbesuch kritisch.
Annika Lingenfelder, 18 Jahre, aus Lahr: Für den Papstbesuch interessiere ich mich nicht, aber man bekommt auch so immer etwas davon mit. Dafür muss man nicht mal extra fernsehen. Ich halte von dem Besuch nicht so viel. Der Papst ist schließlich auch nur ein Mensch und wird manchmal angehimmelt, als wäre er Gott. Das Geld, das für den Besuch ausgegeben wird, könnte an anderen Stellen sinnvoller genutzt werden. Für einen Besuch von Angela Merkel fände ich es eher berechtigt, so viel Geld auszugeben, denn sie ist schließlich die Bundeskanzlerin und bei ihr ist die Gefahr größer, dass etwas passiert.
von Text und Fotos von Miriam Benz
am Sa, 24. September 2011

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