Heimattage

Ministerpräsident Mappus eröffnet die Heimattage offiziell

Der Markgräfler Platz in Müllheim war trotz grauer Wolkendecke mit rund 1500 Besuchern gut gefüllt. Dann wurden die Heimattage durch Ministerpräsident Stefan Mappus und die Bürgermeister offiziell eröffnet – und mit den Politikern kam der Regen.

MÜLLHEIM. Die Besucher lassen sich davon kaum irritieren. Vor hunderten Schirmen und leuchtend grünen SWR4-Regencapes werden die neun Bürgermeister der Heimattagegemeinden auf die zentrale Bühne gerufen, dann Landrätin Dorothea Störr-Ritter und zu guter Letzt Ministerpräsident Stefan Mappus.

"Wer einmal hier war, kommt immer wieder her", sagt der Ministerpräsident. Auch er komme so oft wie möglich ins Markgräflerland, fügt er an, was ihm das Publikum mit einem herzlichen Applaus dankt. Die Region liege zwar geografisch nicht im Zentrum Baden-Württembergs, sie sei auch nicht der industrielle Kern des Landes, aber hier sei alles zu finden, was Baden-Württemberg ausmache: "ein liebenswertes Stück Erde mit ebensolchen Menschen".

Ministerpräsident Mappus streicht die "Heimat der Sinne" heraus und verweilt dabei vor allem beim Wein: In den vergangenen 15 Jahren habe es in der Region wie in ganz Baden-Württemberg Qualitätssprünge beim Wein gegeben, der zu einem Aushängeschild des Landes geworden sei. Auch die Auszeichnung eines Weißweins aus dem Markgräflerland "als bester Weißwein des Landes" bei der Art Vinum hebt Mappus hervor.

Das diesjährige Konzept der Heimattage, dass erstmals mehrere Kommunen die Heimattage gemeinsam ausrichten, gefalle ihm außerordentlich gut, sagt Mappus und verweist auf die "Riege gut gelaunter Bürgermeister" neben ihm. Die Heimattage seien ein toller Erfolg, so Mappus, der den Ausrichtern für ihr Engagement dankt. Für die gute Arbeit der Kommunen im Land seien die Heimattage-Städte und Gemeinden das beste Beispiel. Als Einrichtung hätten sich die Heimattage in den 30 Jahren ihres Bestehens bestens bewährt, so Mappus weiter. Sie seien eine gute Möglichkeit, Heimat im eigentlichen Wortsinn zu präsentieren. Die Heimattage seien nicht nur eine Veranstaltung, sie hätten auch eine tiefere Bedeutung. Nämlich alle Bürgerinnen und Bürger dazu zu bringen, sich ihrer heimatlichen Wurzeln bewusst zu werden. "Wer keine Wurzeln hat, ist den wechselnden Moden schutzlos ausgeliefert", so Mappus. Der Ministerpräsident spricht von einem "zeitgemäßen Heimatbegriff", das Wissen um die eigene Heimat und die eigene Geschichte sei Orientierungswissen im besten Sinne. "Ich weiß, dass gerade die Kommunen viel dazu beitragen, Heimat als etwas für alle Bürger Wichtiges zu vermitteln. 1,5 Millionen Menschen im Land würden sich außerdem ehrenamtlich dafür engagieren.

Auch Müllheims Bürgermeister René Lohs hebt die Vorzüge des Markgräflerlandes, "einer der schönsten Regionen Baden-Württembergs", hervor – eine Region, die allerdings nicht häufig Ministerpräsidenten zu Besuch empfangen könne. Der Oberrhein sei nicht immer gesegnet gewesen, so Lohs weiter. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe die Region aber eine Entwicklung durchgemacht, die sich sehen lassen könne. Die Menschen hätten die Region auch zu einer wirtschaftlichen Perle werden lassen. Lohs würdigt die Heimattage als enorme Chance für das Markgräflerland, die Region in Baden-Württemberg und darüber hinaus bekannt zu machen.

Er dankt auch seinen acht beteiligten Bürgermeisterkollegen. Man habe gezeigt, dass Bürgermeister gut zusammenarbeiten können, etwas dass es in der Region lange nicht gegeben habe, so Lohs. "Wir sind einen neuen Weg gegangen, der in die Zukunft weist."

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von Katharina Meyer
am So, 16. Mai 2010 um 20:09 Uhr

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