Interview mit Oldtimer-Sammler Wolfgang Mussler

„Mit dem Kopf zwischen die Zylinder ist Pflicht“

BZ-INTERVIEWmit W. Mussler, der zur Regio Moto Classica fährt.

FRIESENHEIM. Am kommenden Wochenende, 19. und 20. Juni, läuft in Offenburg die Oldtimermesse Regio Moto Classica. Dort ist auch Wolfgang Mussler mit drei Wagen an einem Stand vertreten. Mussler leitet das Küchenstudio Mussler-Küchen an der Geroldsecker Straße in Friesenheim. Warum er in Offenburg jedem Kaufangebot für seine Oldtimer widerstreben wird und wie es um die Friesenheimer Oldtimer-Szene aussieht, hat BZ-Redakteur Bastian Henning im Gespräch mit ihm erfahren.

BZ: Herr Mussler, welche Autos stehen am Wochenende in Offenburg an ihrem Stand?

Wolfgang Mussler: Ich werde drei englische Oldtimer zeigen. Einen Vorkriegsrennwagen von Austin, Baujahr 1930, einen zweiten Vorkriegsrennwagen Marke Riley von 1933 und eine große weiße Limousine von Alvis aus dem Jahr 1935.

BZ: Und wenn jetzt jemand daher kommt und eines ihrer Autos kaufen möchte?

Mussler: Nein, nein. Die sind alle unverkäuflich. Das steht nicht zur Debatte.

BZ: Damit könnten Sie aber sicher eine Stange Geld verdienen.

Mussler: Solche Autos sind nicht billig, das ist richtig.

BZ: Hängt also Ihr Herz an den Autos?

Mussler: Bis man solche Wagen gefunden hat, wie man sie sucht, vergehen Jahre. Für den Sechs-Zylinder-Riley habe ich bald zehn Jahre geforscht. Je größer die Szene für Vorkriegs-Oldtimer wird, desto seltener werden die Autos.

BZ: Gibt es denn schon eine Mini-Szene auch in Friesenheim?

Mussler: Außer mir kenne ich nur noch einen, der in Friesenheim ein Vorkriegs-Auto hat. Und der ist gerade erst in die Sache eingestiegen.

BZ: Freuen Sie sich auf’s Fachsimpeln?

Mussler: Motorhauben öffnen, den Kopf zwischen die Zylinder stecken, miteinander reden – das zählt zum Pflichtprogramm. Toll sind auch die Demo-Motoren mit mehr als sieben Litern Hubraum.

BZ: Was die an Benzin verbrauchen...

Mussler: Meine Corvette hat 5,7 Liter Hubraum und braucht rund 20 Liter auf 100 Kilometer. Meiner Frau sage ich, er braucht nur 10 – auf 50 Kilometern freilich...

Die Show auf dem Messegelände ist an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Höhepunkte sind die Porsche-Ausfahrt (Samstag, 12 Uhr) und die Ausfahrt mit historischen Fahrzeugen (Sonntag, 10 Uhr)
von bnh
am Fr, 18. Juni 2010

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