Berufsbild

MTA: Vier mögliche Fachrichtungen

Immer dann, wenn es im Gesundheitswesen um Diagnosen geht, sind Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten (MTA) beteiligt. Der Beruf erfreut sich nach wie vor großer Popularität.

Immer dann, wenn es im Gesundheitswesen um Diagnosen geht, sind Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten (MTA) beteiligt. Sie untersuchen Blut, präparieren entnommenes Gewebe, dokumentieren Messungen oder machen Röntgenaufnahmen, auf deren Grundlage dann Therapiemöglichkeiten erörtert werden. Eine sorgfältige Arbeitsweise und ein hohes Maß an medizinisch-naturwissenschaftlichem Fachwissen sind deshalb in einem Beruf notwendig, der sich nach wie vor einer großen Popularität erfreut.

Vor allem junge Frauen streben nach Angaben von Andreas Hänßel, Leitende Lehrkraft an der Freiburger Akademie für medizinische Berufe des Universitätsklinikums Freiburg, in den MTA-Beruf. In der Bildungseinrichtung werden allerdings nur zwei von vier möglichen Fachrichtungen ausgebildet – die Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistentinnen und –assistenten (MTLA) sowie die Medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen und -assistenten (MTRA). Es gibt außerdem noch die Medizinisch-technischen Assistentinnen und Assistenten für Funktionsdiagnostik (MTFA) und die Veterinär-medizinischen Assistentinnen und Assistenten (VMTA) als kleinste Fachgruppe unter den MTA.

Rainer Schwaab und Johanna Hauber wollen Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten werden und haben einen Großteil der Ausbildung an der entsprechenden Schule der Akademie bereits hinter sich gebracht. Für beide war von vornherein klar, dass sie einen solchen Beruf anstreben. Der 23-jährige Schwaab hat nicht nur ein Fachabitur in Biotechnologie und ist schon von daher naturwissenschaftlich vorbelastet, auch hat er seinen Zivildienst an der Blutbank des Freiburger Universitätsklinikums absolviert. "Es gibt in diesem Beruf sehr viele Möglichkeiten", ist der aus Denzlingen stammende junge Mann überzeugt. Auch die Mischung aus Medizin und Technik sei für ihn sehr reizvoll.

Wissen, das auch im Alltag weiterhilft

Johanna Hauber kommt aus dem Schuttertal in der Ortenau und berichtet, dass sie eine medizinische Ausbildung schon immer gereizt habe. Die Abiturientin hatte Praktikumserfahrung aus einem Labor und aus dem Krankenhaus in Lahr, bevor sie sich dazu entschloss, die Freiburger Schule zu besuchen. Besonders faszinierend für die 21-Jährige ist der Umstand, dass sie sehr viel über den Mensch und den Körper erfährt. Vieles könne sie auch im Alltag ganz gut gebrauchen, das stelle sie immer wieder fest.

Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentinnen und –assistenten sind – so wie es auch der Name schon sagt – überwiegend in Laboren tätig. Sie untersuchen Blut, Urin oder Stuhl auf seine chemische Zusammensetzung. Blutzuckerwerte, Fettgehalt, Leber- und Nierenwerte, Hormone und Medikamente werden in kleinsten Mengen nachgewiesen und bestimmt. Im Bereich Hämatologie geht es um die zahlenmäßige Ermittlung von weißen und roten Blutkörperchen, um Blutgruppenbestimmung oder die mikroskopische Untersuchung von Blutzellen. In der Histologie beziehungsweise Zytologie werden Gewebsschnitte und Zellab-striche hergestellt, gefärbt und beurteilt. Die Molekularbiologie untersucht den Bereich informationstragender Makromoleküle wie DNA, und bei der Mikrobiologie stehen kleinste Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze im Vordergrund.

Johanna Hauber möchte nach Abschluss der Ausbildung auf jeden Fall in einem der beiden letztgenannten Bereich arbeiten. Schwaab indessen kann sich auch ein Routinelabor im Klinikum als Arbeitsplatz vorstellen. Auch vor dort manchmal üblichen Schichtdiensten ist ihm nicht bange. Vielmehr schätzt er es aufgrund solcher unregelmäßigen Arbeitszeiten auch mal` mehr Zeit untertags zu haben.

Klar ist beiden jungen Leuten auch, dass sie nach ihrer Ausbildung immer wieder Weiterbildungen besuchen müssen, wollen sie den Anforderungen im Arbeitsalltag auch längerfristig gerecht werden.

MTRA fertigen in der radiologischen Diagnostik auf Wunsch des Arztes selbstständig Röntgenbilder an. Fachwissen zur Anatomie und technische-physikalische Grundlagen sind gefragt, um die anspruchsvollen Großgeräte bedienen zu können. In der Strahlentherapie/Radioonkologie zählen MTRA zu den wichtigsten Ansprechpartnern der Patienten.

Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten für Funktionsdiagnostik (MTAF) sorgen für die richtigen Daten, wenn gesundheitliche Leistungen zu messen sind. Vielen ein Begriff ist hier zum Beispiel das EEG, mit dem Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche dokumentiert werden. Die Untersuchung soll beispielsweise klären, ob der Patient an einer Epilepsie leidet. Veterinärmedizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten (VMTA) untersuchen Gewebe, Organe und Blut von Tieren – von der Biene bis zum Elefanten. Ihr Spezialgebiet ist darüber hinaus die Lebensmitteluntersuchung.

Bundesweit gibt es übrigens etwa 8200 Ausbildungsplätze, alle vier Fachberufe sind eigenständige schulische Ausbildungen. An der Akademie für medizinische Berufe am Universitätsklinikum Freiburg werden alle zwei Jahre 30 Schülerinnen und Schüler, die die medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz erlernen wollen, angenommen. Für die medizinisch-technische Radiologieassistenz stehen alle zwei Jahre 20 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Voraussetzung sind mittlere Reife oder Abitur, auch ein Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung sind als Eingangsvoraussetzung möglich. 350 Euro beträgt das Schulgeld pro Semester.

Weitere Informationen unter http://www.uniklinik-freiburg.de
von Ulrike Ehrlacher
am Di, 22. September 2009

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