Genuss

Müllheim: Die Weinhauptstadt des Markgräflerlandes

Mit einer Broschüre und vielen neuen Angeboten wie dem Markgräfler Weinkolleg oder Seniorenkursen soll Müllheim noch mehr Touristen mit Lust auf Genuss locken.

Immer selbstbewusster lebt Müllheim den Status als Weinhauptstadt des Markgräflerlandes. Mit entsprechenden Veranstaltungen wie dem Markgräfler Weinkolleg, Sensorikkursen, dem Weinkrimi und weiteren Angeboten unterstreicht sie nicht nur den Anspruch, sondern lockt immer mehr Gäste an. Zusammen mit den thematischen Stadtführungen füllen diese Events nun eine handliche und kundenfreundlich gestaltete Broschüre.

"Wir bauen die touristischen Weinveranstaltungen konsequent aus", betonte der zuständige Kulturdezernent der Stadt Müllheim, Jan Merk, eingangs eines Pressegespräches. Die Idee, mit dem Thema Wein einen deutlichen Akzent im Stadtmarketing zu setzen, werde seit vergangenem Jahr konsequent ausgebaut. Gleichzeitig besinne sich die Stadt auf ihre Geschichte und den vielen daraus resultierenden Geschichten, die sich in den thematischen Stadtführungen wiederfinden.

"Wir sind die Weinhauptstadt im Markgräflerland, wir sind die siebtgrößte Weinanbaugemeinde im Land und richten den ältesten Weinmarkt Badens aus. Grund genug diesen Schwerpunkt auszubauen und touristisch zu nutzen", betont Jan Merk. Wein und Stadtgeschichte seien Pfunde, mit denen es sich gut wuchern ließe, unterstreicht er. Der Schwerpunkt liege zwar in der Kernstadt, Angebote in den Ortsteilen runden laut Merk die Angebotsfülle sinnvoll ab.

Weinveranstaltungen

Gemeinsam mit den entsprechenden Partnern aus Weinbau und Gastronomie stellt man den Anspruch als Weinhauptstadt mit einem besonderen Regal in der Touristik-Information dar. Eine große Auswahl an Weinen und Accessoires repräsentiert das Thema. Sämtliche Angebote sind nun buchbar, egal ob es sich um die Inszenierung des Müllheimer Weinkrimis, um das Weinkolleg, um die neu geschaffenen Weinsensorik-Seminare oder andere Angebote geht.

"Wir stellen ein kontinuierlich steigendes Interesse an den Angeboten fest, die sich auch positiv auf die Übernachtungszahlen auswirken", erklärt die Fachbereichsleiterin für den Tourismus im Rathaus, Sabine Lang. Die Übernachtungszahlen seien um 4,4 Prozent bei einer leichten Abnahme der Ankünfte gestiegen. "Das bedeutet, unsere Gäste bleiben länger. Und das ist sehr erfreulich", unterstreicht Lang einen neuen Trend für den Müllheimer Tourismus.

Weinkolleg und Weinkrimi interessieren aber nicht nur Gäste, sondern auch Einheimische, die "ihre Heimatstadt auf diese Weise neue kennenlernen", meint die Touristik-Fachfrau. Bei den Weinkolleg-Terminen melden sich im Schnitt 20 bis 28 Teilnehmer an. "Die große Resonanz hat uns wirklich überrascht", so Lang. Mittlerweile gibt es sogar Reiseveranstalter, die von dem Weinkolleg-Konzept begeistert seien und entsprechende Angebote in ihren Prospekten bewerben.

Mit dem Aroma-Rad den Duft der verschiedenen Weine zuordnen, das können Teilnehmer der neu konzipierten Weinsensorik-Seminare lernen und werden so in die Welt des Weingenusses eingeführt. Bibel und Wein – das ist ein weiteres Thema einer neuen Veranstaltung. Aber auch Schnäpse und Hochprozentiges lassen sich aus Trauben herstellen und in einem Seminar entdecken. Und dass gefrorene Gutedeltrauben Teil einer Schönheitstherapie sein können, lässt sich in einer eigenen Veranstaltung ebenfalls buchen. Müllheimer Wein und Mundart treffen bei einem Weinmenü unter dem Titel "Chasselas trifft Gutedel – eine Schweiz-Deutsche Liaison" aufeinander.

Eine Vielzahl von Weinfesten, Kellerbesichtigungen, ein nicht ganz ernst gemeinter Weinwettkampf zwischen badischen und württembergischen Tropfen, Weinproben und vieles mehr sind inzwischen im Angebot. Natürlich enthält die Broschüre auch die Termine zum Weinmarkt und zur Museumsnacht, in der edle Tropfen eine entscheidende Rolle spielen. Einen ausgezeichneten Überblick bietet der eingeschobene Jahresplan mit allen relevanten Terminen rund um den Wein.

Führungen

Ganz unterschiedliche Themen liegen den verschiedenen Führungen zugrunde, viele von ihnen sind durchaus für Einheimische und Touristen gleichermaßen interessant und auch sehr unterhaltsam, betonen Jan Merk und Sabine Lang. "Prachtvillen und Stadthäuser – Müllheim geprägt durch die Blankenhorns" heißt eine der neuen Themenführungen, auf denen man den Vertretern der Blankenhorn-Dynastie nicht nur in deutscher Sprache, sondern auch auf Englisch und Französisch begegnen wird. Dreisprachig gibt es auch die Führung durch das historische Müllheim oder verschiedene Touren durch die Unterstadt – erklärt in alemannischer Mundart.

In Ergänzung des Müllheimer Mühlenweges wurde nun ein weiterer in Niederweiler konzipiert. Rund um den Wein geht es auf weiteren Führungen und Wanderungen, etwa bei der "Weinwanderung auf den Vicinalstraßen der Römer". Neu im Angebot, historisch betrachtet auch durchaus blutrünstiger als die bisher gut bewährte Gruseltour, ist die Henkertour, die vom ehemaligen Scharfrichterhaus zum Galgen führt.

Die schauspielerische Stadtführung mit Martin Lunz und die Bäckertour gehören ebenso zum Angebot wie eine Sagenwanderung, eine Führung auf dem "Dichterwegli" und weiteren Führungen in der Stadt. "Wir haben ein tolles Stadtführerteam, das sich engagiert einbringt, unterhaltsam an interessante Orte führt und kompetent informiert", lobt Sabine Lang die ehrenamtlichen Führer.

Museum und Mühle

Im Markgräfler Museum und in der Frück-Mühle gibt es wiederkehrende Angebote wie Führungen durch die Dauer-und Sonderausstellungen. "Wir wollen auch hier verstärkt themenorientierte Führungen entwickeln", erklärt Jan Merk. Das Angebot muss unterhaltsam sein, erfordert aber auch historisch-authentische Informationen, erklärt er weiter. Über verschiedene Formate, beispielsweise die Museumsgespräche in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, will man die musealen Ausstellungen erlebbar machen. Hier gibt es auch Möglichkeiten für Gruppen, Termine auch mit Verpflegungsmöglichkeiten zu buchen.

Erste Erfolge

Die Anstrengungen zahlen sich bereits aus: Das Interesse an den Führungen, Themenwanderungen, Seminaren und weiteren Events stoßen weit über die Region hinaus auf großes Interesse. "Wir entwickeln uns zunehmend zu einem Kompetenzzentrum in diesen Themen", betont Jan Merk. Und auch die Identifikation der Müllheimer Einwohner mit ihrer Stadt wird durch viele der Angebote gefördert, beobachten Merk und Lang. Wichtig sei dabei, auf Themen zu setzen, die auch ständig weiterentwickelt und mit interessanten Inhalten ausgekleidet werden können. Und natürlich freuen sich die Touristik-Information und das Museum über weitere Interessenten, die sich gerne im Team der bestehenden Führer einbringen wollen. Sie werden intensiv von den übrigen Teammitgliedern auf die neuen Aufgaben vorbereitet.

Informationen: Sämtliche Veranstaltungen und Angebote sind in einer handlichen Broschüre zusammenfasst. Sie ist in der Touristik-Information in der Wilhelmstraße, im Rathaus, im Museum und auf der Homepage der Stadt und der Touristik-Information zu erhalten. Ferner sind die Angebote über die Müllheim-App und über den Facebook-Auftritt einsehbar.
von mps
am Do, 07. April 2016 um 00:00 Uhr

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