"Musste eine Entscheidung treffen"

Reutes Bürgermeister Michael Schlegel hat angekündigt, in Gundelfingen zu kandidieren / SPD-Rat Rudolf Seth zeigt sich enttäuscht.

REUTE. Sie waren gespannt, die rund 35 Besucher der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend in Reute. Kurz vor 21.30 Uhr verkündete Bürgermeister Michael Schlegel dann, was es mit seiner angekündigten persönlichen Erklärung auf sich hatte – und sagte, dass er sich in Gundelfingen als Bürgermeister bewerben will (BZ vom 5. September).

Schlegel ist seit 17 Jahren Bürgermeister in Reute, im Februar 2013 wurde er mit 89,3 Prozent der Stimmen wieder gewählt. Dies, sagte er, habe er als Bestätigung seines Engagements und als Ansporn gleichermaßen verstanden (siehe untenstehende Dokumentation).

Es gab von den Bürgern keinerlei Reaktionen zu hören, einige wünschten ihm nach der Sitzung viel Glück.

Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter Daniel Beck sagte, dass der Gemeinderat Schlegels Entschluss mit einem weinenden und einen lachenden Auge sehe. "Für die Gemeinde wäre ein Wechsel sehr schade, denn in vielen Projekten steckt vom Bürgermeister viel Kraft, Zeit und Herz. Viele davon stehen vor der Umsetzung – und dabei würden Sie uns sehr fehlen". Beck führte als Beispiele unter anderem den Lebensmittelmarkt, das Projekt neue Ortsmitte, Kultur im Försterhaus, das Pfarrhaus, Jugendarbeit und vieles mehr an. "Persönlich und menschlich wünsche ich Ihnen alles Gute für die neue Herausforderung. Sollten sie jedoch ihr Ziel nicht erreichen, dann geben wir einfach wieder Vollgas. Arbeit gibt es bei uns genug", sagte er.

Ganz anders Rudolf Seth (SPD): "Mich trifft dies sehr", sagte er. "Ich bin enttäuscht und traurig. Ich kann natürlich die Beweggründe verstehen, bin aber trotzdem enttäuscht, da wir gerade in einer Phase sind wo es noch viel zu tun gibt und dann läuft ihr Wahlkampf noch so nebenbei. Die Projekte sind alles keine Selbstläufer, es verzögert sich alles".

Seht sagte weiter: "Ich habe unseren Gemeinderat als Arbeitsgruppe verstanden. Alle waren auf den Weg, unser Dorf nach vorne zu bringen. Mir kommt es vor, als ob wir eine Wanderung auf den Feldberg machen und jetzt kommen Sie und sagen, ich habe ein Angebot auf die Zugspitze zu gehen. Das ist ungünstig."

Schlegel bedauerte dies, sagte er. "Ich teile die Emotionen, doch ich musste eine Entscheidung treffen,"

von Pia Grättinger
am Sa, 06. September 2014

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