Wahlkampf

OB-Kandidat Springer sagt im BZ-Chat seinen Sieg voraus

Der OB-Kandidat aus Weil am Rhein weiß auch auf kritische Fragen eine Antwort.

RHEINFELDEN. Zu Beginn des BZ-Live-Chats mit Klaus Springer, dem Kandidaten für die Wahl zum Rheinfelder Oberbürgermeister, hielten sich die Leser noch etwas zurück, aber als die ersten Fragen gestellt und beantwortet waren, lief das Postfach im Chat schnell voll. Das Interesse galt Klaus Springer, der in den Räumen der Badischen Zeitung konzentriert die Fragen abarbeitete und sich auch von kritischen Tönen nicht aus der Ruhe bringen ließ. Und die waren nicht zu knapp. So war einigen noch Springers Forderung nach kostenloser Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Gedächtnis. Die Fragen, wie das finanziert werden solle, häuften sich. Für Klaus Springer war klar, dass Busse und Bahnen sowieso fahren: "Sie sind bereits finanziert und bedürfen nur einer Aufstockung."

Ebenfalls kritisch gesehen wurde seine Kandidatur an sich. Ob er denn nicht irgendwann aufhören wolle mit seinen Bewerbungen, nachdem er nur 0,2 Prozent im zweiten Wahlgang in Bad Säckingen bekommen habe, fragte Ingo Bäumle. Springer meinte daraufhin selbstbewusst: "Ich habe mein Wahlziel in Bad Säckingen erreicht. Herr Guhl ist dort Bürgermeister geworden, das war mein Wunsch." Für die Wahl in Rheinfelden ist Springer sogar noch ein Stück zuversichtlicher: "Die Chance, in Rheinfelden gewählt zu werden, ist aufgrund des Bekanntheitsgrades für mich enorm gestiegen. Ich denke, dass ich im zweiten Wahlgang mit 38 Prozent gewählt werde."

Springer zeigte sich während des Chats konzentriert, aber wenig aufgeregt. Auffallend war der recht große Anstecker an seinem graukarierten Sakko, auf dem "Klaus Springer, Oberbürgermeisterkandidat Rheinfelden" stand. Als solcher machte er auf die Frage nach der seiner Meinung nach größten Baustelle in Rheinfelden nicht etwa die Optik der Stadt aus, sondern die seiner Meinung nach besonders hohe Krebsrate, die es in Rheinfelden gebe. Daraufhin kamen mehrere Nachfragen, wie er zu diesen Daten komme. "Das kann man nachgoogeln. Auf der bundesweiten Statistik, dazu zählt unser gesamtes Rheinknie auch mit Basel und Lörrach, werden Sie dazu fündig werden können. Oder rufen Sie einfach mal beim Gesundheitsamt an. Deswegen ist es wichtig, neue, modern denkende Menschen in die Bürgermeisterposten zu integrieren."

Neben allen kritischen Fragen wurde es teils auch persönlich. Karl Läufer wollte wissen: "Was ist ihr Lieblingsessen?" Wie bei vielen Fragen kam es auch hier nicht zu einer direkten Antwort. Springer schrieb zurück: "Ich esse zur Zeit viel Protein in Pulverform und habe mir das gute Essen abgewöhnt, weil ich abspecken muss."

Springer, der an seinem ersten Tag zum Amtsantritt "in die Kirche gehen" will und "Gott dafür danken, dass ich diese Arbeit machen darf", antwortete auch auf die Frage, warum man ihn und nicht Klaus Eberhardt wählen solle. "In Rheinfelden wird kein Verwaltungsangestellter gesucht, sondern ein Meister der Bürger. Hierfür bin ich der Richtige, weil ein Verwaltungsmensch die moderierenden Fähigkeiten eines OB nicht haben kann."

Lesen Sie den Chat nach auf http://mehr.bz/chat-springer Das Dossier zur Wahl: http://mehr.bz/obwahl-rheinfelden
von Ralf H. Dorweiler
am Do, 12. April 2012

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