Neues Stadion

OB Salomon stellt Hilfe für Infrastruktur in Aussicht

Für das neue SC-Stadion stellt OB Dieter Salomon Hilfe für die Infrastruktur in Aussicht. Derweil warnt die Initiative "Pro Wolfswinkel" vor einer Millionen-Bürgschaft der Stadt.

Oberbürgermeister Dieter Salomon und SC-Vorsitzender Fritz Keller bleiben dabei: Erst wenn der Standort für das neue Stadion fix ist, soll die Finanzierung besprochen werden. Zahlen will man weder nennen noch kommentieren. Salomon bezeichnete lediglich die 120 Millionen Euro, die Karlsruhe und der KSC für ein neues Stadion ansetzen, als zu hoch für Freiburg. Wie eine mögliche Kostenverteilung aussehen könnte, das hat der OB allerdings nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung angedeutet.

"Das bringt ja auch einen Mehrwert für die Stadt" Dieter Salomon
Die Stadt könne kein Geld fürs Stadion geben, solange nicht alle Schulen saniert sind – diesen Satz hatte der OB in der Vergangenheit mehrfach geäußert. Für ihn ist auch weiter klar, dass der SC die Kosten für den Stadionkörper tragen muss. Es sei für ihn aber auch logisch, dass die Stadt Geld für die Infrastruktur gebe: "Das bringt ja auch einen Mehrwert für die Stadt", so Salomon am Freitag auf BZ-Nachfrage. Er erwartet auch Unterstützung vom Land, auf jeden Fall in Höhe der elf Millionen Euro, mit denen die Stuttgarter Regierung die geplante neue Arena in Karlsruhe fördern will. "Wenn wir als Stadt selbst nichts geben würden, könnten wir kein Geld vom Land erwarten", so der OB. Zur Infrastruktur würde auf jeden Fall die neue Straße über das Flugplatzgelände gehören, die den Wolfsbuck anschneidet. Von dieser Zufahrtsstraße würde auch die Universität profitieren.

Über mögliche Kosten gibt es keine Schätzungen. Und auch die Infrastruktur-Vergleichszahlen aus anderen Städten mit neuen Stadien hinken. Es gibt da gewaltige Unterschiede: Bei den wenige Jahre alten Stadien in Mainz und Augsburg kostete die Infrastruktur jeweils rund 15 Millionen Euro. Karlsruhe setzt 54 Millionen Euro für das Drumherum des neuen Wildparkstadions an – enthalten darin ist ein Parkhaus für 2500 Fahrzeuge, das allein auf 20 Millionen Euro taxiert wird. "Aber es sind nur Kennwerte, keine gerechneten Zahlen", sagt Bernd Wnuck, Pressesprecher der Stadt Karlsruhe. Der Karlsruher Gemeinderat hat jüngst übrigens gegen einen Bürgerentscheid votiert.

Für Freiburg dementiert OB Salomon Gerüchte, wonach die Stadt für den SC für eine Summe von 50 Millionen Euro bürgen müsse. "Es wird ein Finanzierungsmodell geben, das für die erste und zweite Liga funktioniert", so der Rathauschef. Nur im Falle eines Drittliga-Abstiegs müsste die Stadt einspringen, das sei das Risiko. Zuletzt habe der Sportclub 1978, also vor 36 Jahren unterhalb der beiden oberen Ligen gespielt. "Wir haben volles Vertrauen in den Verein", so der OB.

Kritik an diesen Überlegungen kommt von der Bürgerinitiative "Pro Wolfswinkel": "Trotz allem wird es in irgendeiner Form eine Bürgschaft der Stadt geben", prophezeit BI-Vorstandsmitglied Kristian Raue. Die BI halte dies für falsch. Erst müsse die Stadt ihre Hausaufgaben erledigen wie die Sanierung der Schulen, Ausbau der Kitaplätze und den Bau von neuen Wohnungen. "Wenn danach noch Geld da ist für ein zweitrangiges Projekt wie ein neues Stadion, dann soll uns das Recht sein", so Raue gegenüber der BZ.
von Joachim Röderer
am Fr, 28. Februar 2014 um 20:59 Uhr

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