Fragebogen

"Offenheit für neue Ideen"

BZ-Fragebogen zur Bürgermeisterwahl in Gundelfingen: Claudia Warth

GUNDELFINGEN. Am 19. Oktober dürfen die Gundelfinger einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin wählen. Fünf Kandidaten stehen zur Wahl. Die Badische Zeitung hat allen einen identischen Fragebogen geschickt. Fragen und Antworten stellen wir jetzt vor.

BZ: In drei Sätzen: Warum sollten die Gundelfinger Sie wählen?
Warth: Ich bin vielseitig – mein Dienstleistungsverständnis, Erfahrungen in Verbänden, Verwaltungen und Unternehmen und meine große Offenheit für neue Ideen sind meine Stärken. Seit 15 Jahren behaupte ich mich als meist jüngste Frau in der Kommunalpolitik. Ich will mich genau hier in Gundelfingen einbringen, wo wir seit neun Jahren als Familie zu Hause sind.

BZ: Sollte die Straßenbahnlinie 2 nach Gundelfingen verlängert werden? Was kann die Gemeinde dafür/dagegen tun?
Warth: Grundsätzlich ja. In einem Ort der kurzen Wege sollten möglichst wenig Autos unterwegs sein. Voranging geht es mir aber um ein Gesamtkonzept aus Ortsentwicklung und Mobilität. Dazu gehört eine noch attraktivere Ortsmitte, in der sich Jung und Alt gerne treffen und für die Geschäfte die notwendige Kauffrequenz mitbringen.

Aufgabe des Rathauses ist es, realisierbare Optionen in die öffentliche Diskussion mit den Nutzern einzubringen. Erst dann kann der Gemeinderat nachvollziehbar ein Gesamtkonzept beschließen, bei dem die Straßenbahn einer der Bausteine einer durchdachten Ortsentwicklung ist.

BZ: Sollten Flüchtlinge auf dem Gelände bei der evangelischen Freikirche untergebracht werden? Wie und wo könnten Flüchtlinge sonst in der Gemeinde untergebracht werden?
Warth: Ich erlebe Gundelfingen als offene Gemeinde, in der Vielfalt willkommen ist. Für mich sind jene Standorte die richtigen, die den Kriterien des Runden Tischs am meisten entsprechen! Denn genau darum geht es jetzt: Klare Kriterien entwickeln, die nachvollziehbar sind. Und das mit einem straffen Zeitplan für ein Betreuungs-, Hilfe- und Integrationskonzept und parallel dazu ergebnisoffenen Standortvorschlägen der Verwaltung.


BZ: Was kann die Gemeinde Gundelfingen gegen den Bahnlärm unternehmen?
Warth: Die Gemeinde muss sich klar positionieren und zusammen mit AToKK politische Verbündete in der Region, im Land und im Bund suchen. Die Auslegung der Lärmberechnung spielt dabei eine entscheidende Rolle, um gemeinsam an den Gleisen und Waggons kurzfristige Lärmschutzmaßnahmen durch die Deutsche Bahn zu erreichen. Langfristiges Ziel sollte sein, gemeinsam mit der Region bis spätestens 2028 tatsächlich die Verlegung des Güterverkehrs auf das 3 und 4. Gleis zu erwirken.

BZ: Gundelfingen hat nur noch wenig Raum, um sich zu entwickeln. Sagen Sie, was Gundelfingen am dringendsten benötigt: Mehr sozialen Wohnungsbau, mehr Einfamilienhäuser, mehr Gewerbefläche oder etwas anderes?
Warth: Mehr Vorzeigemodelle für Umnutzungen und neue Wohnformen für jedes Alter und dadurch mittelfristig mehr bezahlbaren Wohnraum. Wo ist Leerstand? Wo kann aus Nutzfläche noch Wohnfläche werden? Entscheidend ist, welche Herausforderungen der demographischen Entwicklung wir dabei annehmen. Nur wenn wir den Bestand gesichtet haben und ein Wohnraumkonzept für die nächsten zehn Jahre erstellen, kann es gelingen, so wenig Fläche wie möglich neu auszuweisen.

BZ: Wie wollen Sie sicherstellen, dass die Betriebe im Gundelfinger Gewerbegebiet bleiben und nicht abwandern?
Warth: Gundelfingen braucht eine aktive Wirtschaftsförderung. Der rege Austausch mit den Unternehmen ist für mich Grundlage der Planung. Welche Anforderungen gilt es bei Infrastruktur, digitaler Anbindung und Flächennutzung für die nächsten Jahre zu berücksichtigen? Gezieltes Standortmarketing hilft, das vielfältige Gundelfinger Angebot nach außen zu tragen und damit das Einzugsgebiet zu vergrößern. In einer modernen Gemeinde braucht es eine Verwaltung, die mit unternehmerischem Verständnis diese Prozesse begleitet und fördert.

BZ: Was machen Sie beruflich, wenn Sie nicht gewählt werden?
Warth: Weiterhin Projekte mit Mehrwert für Unternehmen, Verwaltungen und Verbände in der Region entwickeln und öffentlich positionieren.

BZ: Welche Schlagzeile sollte über dem Interview stehen, das die BZ mit Ihnen nach Ihrer ersten Amtszeit als Bürgermeisterin führt?
Warth: "Gute Ideen, gute Lösungen: Gundelfingen ist Vorzeigeort für die Zukunftsthemen Bürgerbeteiligung, Energie, Wohnen, Wirtschaftsförderung sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

BZ: Vervollständigen Sie diese Sätze: Am besten in Gundelfingen gefällt mir...
Warth: ... dass hier engagierte und fachkundige Menschen zuhause sind, die gerne in einer offenen, eigenständigen Gemeinde mit regem Vereinswesen und Mut zu neuen Initiativen leben.

BZ: Gar nicht gefällt mir in Gundelfingen...
Warth: ... dass es keine echte Kinder- und Jugendbeteiligung gibt, denn früh übt sich.
Claudia Warth

Alter: 33 Jahre
Familienstand, Kinder: verheiratet, zwei Kinder
Wohnort: Gundelfingen
Beruf: selbstständige Projektleiterin und Pressereferentin, Geschäftsführerin von Z’Friburg in der Stadt
Konfession: evangelisch
aktive Mitgliedschaften: Freundeskreis Wirtschaftsjunioren Freiburg, B´90/Die Grünen, Centre Culturel Français, TVG, SpvGG, Schwarzwaldverein
ehrenamtliches Engagement: AToKK (Pressearbeit), Bürgertreff Gundelfingen (Kassenprüfung), Förderverein katholischer Kindergarten Regenbogen (Vorsitz), Leitbildprozess Gundelfingen (Leitung AG 5 - Die Gemeinde als Dienstleister)
am Do, 09. Oktober 2014 um 12:06 Uhr

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