Gut zu wissen – unter Strom

Ohne Strom herrscht Chaos

Mit Strom ist nicht zu spaßen. Und wenn nicht nur die Sicherung herausgesprungen ist, dann heißt es: Vorsicht – in der Regel muss jetzt der Fachmann ran.

Größere Stromausfälle sind hierzulande sehr selten. Ein Blackout könnte aber jederzeit vorkommen – und würde die meisten Menschen unvorbereitet treffen. Was wäre, wenn der Strom einmal für längere Zeit ausfällt? Wer würde in dieser Situation helfen? Wie kann man sich darauf vorbereiten,

wenn der Strom einmal für längere Zeit ausfällt? Wer würde in dieser Situation helfen? Wie kann man sich darauf vorbereiten?

Laut Rudolf Gebert vom südbadischen Energieversorger Badenova sind mehrtägige Unterbrechungen in Deutschland extrem selten. Meist falle der Strom nur für kurze Zeit aus. Wettereinflüsse sind dafür die häufigste Ursache. Die durchschnittliche Ausfallzeit beträgt bei der Badenova insgesamt rund 18 Minuten im Jahr.

Das Szenario bei einem längeren Stromausfall mutet jedoch beängstigend an. Sämtliche Züge und Flüge fielen aus, Aufzüge blieben stecken, Banken würden schließen. Durch Produktionsausfälle entstünde ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden. In Notfällen könnte man nicht einmal den Rettungsdienst rufen. Im eigenen Haushalt müsste man einige Dinge beachten: Die Toilettenspülung könnte noch genau einmal betätigt werden. Kühl- und Gefrierschrank sollten möglichst geschlossen bleiben. Herd und Mikrowelle wären nicht nutzbar. Ein Campingkocher oder ein Holzkohlegrill im Haus würden sich als sehr nützlich erweisen.

Für den Ernstfall gibt es bei der Badenova rund um die Uhr Bereitschaftsdienst sowie laufend aktualisierte Notfallpläne. Bei einem Ausfall würde der Stromanbieter mit benachbarten Netzbetreibern, der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk zusammenarbeiten. Die Aufgaben der Beteiligten sind genau festgeschrieben, damit die Koordination reibungslos ablaufen könnte. Auch das THW verfügt über Notfallpläne und würde laut Brunhard Grothe, dem Geschäftsführer der Geschäftsstelle Freiburg, beispielsweise bei Tankstellen, Bauernhöfen und öffentlichen Gebäuden Strom einspeisen. Mit einigen kleinen Vorkehrungen kann man sich auf einen größeren Stromausfall zumindest in gewissem Maße vorbereiten. Unabdingbar ist dabei ein batteriebetriebenes Radiogerät. Damit könnten wichtige Informationen empfangen werden. Es empfiehlt sich, eine Taschenlampe und Batterien, Kerzen und Streichhölzer und einen Notvorrat an Lebensmitteln im Haus zu haben.

Weitere Hinweise gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter http://www.bbk.bund.de

Erste Hilfe bei Stromunfällen

Durch einen Stromschlag kann es im schlimmsten Fall zu Atemstillstand, inneren Verbrennungen und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen, die auch noch Stunden später auftreten können.

Daher sollte in solchen Fällen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Häufig entstehen im Augenblick des Stromdurchflusses Muskelkrämpfe, so dass das Opfer sich nicht selbstständig von der Stromquelle lösen kann.

Wichtig für Helfer: Den Betroffenen auf keinen Fall anfassen, sonst steht man ebenfalls unter Spannung. Die einzig richtige Maßnahme ist, am Sicherungskasten den Strom auszuschalten. Danach gilt es zunächst, die Kreislauffunktionen des Verunglückten zu überprüfen und einen Notruf abzusetzen. Ist das Opfer bei Bewusstsein, sollte es mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Zusätzlich kann mit der Wundversorgung an den Ein- und Austrittsstellen begonnen werden. Hat der Betroffene das Bewusstsein verloren, müssen sofort Atmung und Puls kontrolliert werden. Liegt ein Kreislaufstillstand vor, ist mit Herzdruckmassage und Beatmung zu beginnen.

Atmet der Verunglückte, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht und bis zum Eintreffen der Rettungsdienste warmgehalten und nicht allein gelassen werden.

Stecker ziehen, Hebel umlegen

Plötzlich gibt es einen Knall in der Wohnung und das Licht geht aus. Kurzschluss – was nun?
• Bei einem defekten Gerät als Ursache sofort Stecker ziehen.

• Eine Schmelzsicherung nach dem Kurzschluss ersetzen, bei einem Leitungsschutzschalter den Kipphebel wieder umlegen. Ist dies nicht möglich, sollte ein Elektrofachmann gerufen werden, da dann nach wie vor ein elektrischer Fehler besteht.

• Kurzschlüsse werden meist durch den Einfluss von Wasser auf den Stromkreis oder Schäden an der Isolation der Leitungen hervorgerufen. Entstehen können diese durch häufiges Kabelknicken, das Anbohren von Leitungen oder das Überhitzen eines Gerätes.

• Bei einem Kurzschluss fließen kurzfristig sehr hohe Ströme, die Kabel, Geräte oder Motoren schädigen und Brände erzeugen können. Sicherungen sollen dies verhindern, indem sie den Stromkreis schnell unterbrechen. Tipp: Wenn die Sicherungen für die einzelnen Räume eindeutig beschriftet sind, kann im Falle eines Kurzschlusses schnell reagiert werden.

Leitungen auf jeden Fall reparieren

Wenn beim Bohren in der Wand eine elektrische Leitung erwischt wird, macht sich dies für gewöhnlich durch einen Kurzschluss bemerkbar. Eine angebohrte Leitung sollte auf jeden Fall repariert werden, da sonst größere Risiken bis hin zu einem Wohnungsbrand bestehen.

• Die Instandsetzung sollte durch einen geprüften Elektriker erfolgen, da sonst die Versicherung im Schadensfall nicht einspringt.

• In einem Mietverhältnis muss der Vermieter informiert werden, denn bei der Reparatur handelt es sich um eine bauliche Veränderung.

• Die Wand wird um das Bohrloch herum aufgeklopft und eine Abzweigdose angebracht, welche die defekten Teilleitungen wieder miteinander verbindet. Selbst sollte man eine solche Reparatur nur in Angriff nehmen, wenn man über ausreichende Erfahrung im Umgang mit Elektroinstallationen verfügt.

• Vermeiden lässt sich das Anbohren von Kabeln, indem die Wand mit einem Leitungssuchgerät geprüft wird. Außerdem sollten die Installationszonen beachtet werden, in denen die Leitungen verlaufen.
von mkm
am Sa, 05. Februar 2011 um 00:00 Uhr


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