Klassik

Peter Weiss zu Ehren

Hanna Weinmeister Violine, Bruno Weinmeister Cello, Juliane Banse Gesang, Helmut Grieser und Gerd Heinz (Rezitation). Werke von Gideon Klein, Peter Michael Hamel, György Kurtág, Josef Tal und Luigi Nono. Texte von Peter Weiss

Wann
So, 13. Juni 2021, 18:00 Uhr
Wo oder WAS
Breisach
Spitalkirche

UPDATE:
Aufgrund stetig steigender Infektionszahlen haben Bund und Länder beschlossen, dass ab dem 01. Dezember 2020 bis voraussichtlich Ende März alle Theater, Konzerthäuser, Museen, Messen und Freizeitparks schließen müssen. Veranstaltungen, die für diesen Zeitraum geplant waren, müssen abgesagt werden. Auch in der Schweiz und im Elsass gelten Einschränkungen. Wir empfehlen, sich direkt beim Veranstalter zu informieren, ob die Veranstaltung stattfindet oder nicht.

"Dies ist die letzte und wahrscheinlich die bedrückendste meiner nunmehr 40 für Breisach ausgearbeiteten Programmfolgen. Sie beschließt die Veranstaltungsreihe >Verfolgung-Widerstand-Exil< als Kooperation des Bronislaw-Huberman-Forums mit dem Breisacher Blauen Haus. Das Programm stellt eine Art Quintessenz meiner Breisacher Arbeit dar. Alle für den Abend vorgesehenen Komponisten und Kompositionen sind dicht verwoben mit den ausgewählten Texten von Peter Weiss, den ich ganz bewusst als Protagonisten für den Abschluss-Abend gewählt habe. Gelesen wird ein Text zu seiner Dramatisierung von Kafkas >Der Prozess<, ein Zitat aus >Ästhetik des Widerstands< und die Darstellung zur Textgeschichte seines Oratoriums >Die Ermittlung< (Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963-1965). Die ausgewählten Musikwerke stehen in Zusammenhang mit den Texten: Peter Michael Hamels >Kafka-Weiss-Dialog< wurde als Bühnenmusik zu >Der neue Prozess< an den Münchner Kammerspielen 1980 uraufgeführt. Das Monodram >Szene<, auf Texte von Kafka, schrieb Josef Tal 1968 in Israel. Tal war als Sohn eines Rabbiners in Posen geboren und studierte in Berlin Klavier, Dirigieren, Oboe, Harfe und Komposition (bei Hindemith). Das kleine Duo von Kurtág entstammt seinen Kafka-Fragmenten Opus 24. Gideon Kleins Bezug zu "Die Ermittlung" liegt auf der Hand (Hanna und Bruno Weinmeister werden sein unvollendetes "Duo 1942" spielen) : der 1941 nach Terezín Deportierte, wurde später nach Auschwitz verschleppt, wo er im KZ Fürstengrube 1945, im Alter von 25 Jahren, ermordet wurde. Schließlich Luigi Nono: seine Bühnenmusik >Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz - cori dall' Ermittlung di Peter Weiss<, erklang zur Uraufführung am 19.Oktober 1965 (die gleichzeitig von 14 Bühnen Ost- und Westdeutschlands gegeben wurde). Nonos Live-elektronische Komposition war für Erwin Piscators Aufführung in der Berliner Volksbühne geschrieben."
So kommentiert Dirk Nabering, der Musikkurator am Blauen Haus zu Breisach und Mitgründer des Bronislaw-Huberman-Forums.
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Mo, 08. März 2021 um 13:52 Uhr

  • Marienau 1
  • 79206 Breisach
  • Tel.: 07667 832-45

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